Syker hätten nichts gegen Abschaffung der kleinsten Größen einzuwenden, kommen aber auch mit dem Kleingeld klar

Liebe zur Cent-Münze hält sich in Grenzen

Mehr wert als draufsteht: Kupfermünzen. Die EU überlegt gerade, die kleinsten Einheiten abzuschaffen. ·
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Mehr wert als draufsteht: Kupfermünzen. Die EU überlegt gerade, die kleinsten Einheiten abzuschaffen. ·

Syke - Von Michael WalterDie EU überlegt, die Bürger in der Euro-Zone um ihr Kleingeld zu erleichtern: Eine Studie soll klären, ob es sinnvoll wäre, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen. Grund: Der Materialwert übersteigt den Nennwert.

In anderen Ländern habe man gute Erfahrungen damit gemacht, heißt es aus Brüssel. Finnland hat die kleinsten Münzeinheiten gar nicht erst eingeführt, in Holland und Belgien sind sie wieder aus dem Verkehr gezogen worden.

In den Läden funktioniere das reibungslos: Alle Preise würden dort wie bisher ausgezeichnet. Zahlen die Kunden mit EC- oder Kreditkarte, wird centgenau abgerechnet. Zahlen sie bar, wird an der Kasse auf- oder abgerundet. Für drei Artikel zu je 1,98 Euro zahlen die Kunden dann eben nicht 5,94 Euro, sondern 5,90 Euro. Umgekehrt werden dann allerdings für drei Artikel à 1,89 statt 5,67 Euro auch 5,70 Euro aufgerufen.

In Syke würde sich der Widerstand gegen solch  eine Regelung in sehr überschaubaren Grenzen halten. Das ergab eine spontane und nichtrepräsentative Umfrage der Kreiszeitung in einigen Syker Geschäften.

In der Parfümerie Wilde sind Kupfermünzen heute schon so gut wie nicht vorhanden. „Unsere Preise enden auf glatte Eurobeträge oder auf 50 Cent“, sagt Filialleiterin Andrea Zacharias. Höchstens durch Sonderangebote oder Rabatte könnten sich „krumme“ Cent beträge ergeben. Und auch dann wäre das belgisch-holländische Modell mit Auf- und Abrunden kein Problem. Zumal die Hälfte der Kunden bargeldlos zahle.

100 Prozent Barzahlung ist gegenüber in der Bäckerei Weymann angesagt. Dort wäre es Filialleiterin Elke Denker „egal, ob ich einen Cent mehr oder weniger rausgebe. Im Moment sind die Münzen da, und sie stören mich auch nicht.“ Es dürften eher die Kunden sein, die durch das ganze Kleingeld im Portemonnaie genervt sind, vermutet sie.

Sarah Heiland sieht die Sache differenziert: „In meinem Geschäft betrifft‘s mich nicht“, sagt die Inhaberin des „Atelier für Designer-Second-Hand“. Denn ihre Preise enden auf 50 Cent, einen oder zwei Euro. Ist sie selbst hingegen woanders Kundin, „sind die kleinen Münzen genau die Beträge, die hinterher in die Spardose wandern.“ Doch auch das würde ohne Ein- und Zwei-Cent-Stücke funktionieren.

Martina Kahsnitz, Angestellte bei der Buchhandlung Schüttert, sagt: „Ich wäre sehr dafür, die kleinsten Münzen abzuschaffen.“ Grund: Im Portemonnaie nehmen sie viel Platz weg, alte Leute verwechselten häufig die Zwei- mit den Fünf-Cent-Münzen, und vor allem: „Der Gegenwert ist nicht gegeben. Man kriegt doch nichts dafür!“

Heidemarie Uhlenwinkel-Frei meint dazu sinngemäß: Man kann diese Münzen  ruhig abschaffen, man muss es aber nicht. „Die Pfennige hatten wir ja früher auch. Wenn‘s im Portemonnaie zu viele wurden, kamen sie einfach in die Sparbüchse“, sagt die Verkäuferin bei Leib & Seele. Ihre Kundin Silke Jürgen findet die Mini-Münzen hingegen lästig. „Ich versuche immer, die in größere einzuwechseln.“

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