Zweites Dümmerforum 2014 im Schäferhof / Nach wie vor großes Interesse

Kleine positive Veränderungen

Nach wie vor großes Interesse: Vertreter von Behörden, Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus kamen zum zweiten Dümmerforum in diesem Jahr in den Schäferhof.
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Nach wie vor großes Interesse: Vertreter von Behörden, Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus kamen zum zweiten Dümmerforum in diesem Jahr in den Schäferhof.

Stemshorn - Das Interesse am Dümmerforum der Beteiligten aus Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus ist ungebrochen. Im Schäferhof kam das Forum, das sich wissenschaftlich und mit dem Erfahrungsschatz der Beteiligten um die Dümmer-Region und den See kümmert, zum zweiten Mal in diesem Jahr. Das vorläufige Fazit für 2014: Es gab viele kleine positive Veränderungen, Hoffnung ist angesagt.

Trotzdem bleibe für den Flachsee bei gleichbleibender Nährstofffracht ein unkalkulierbares Risiko. Das Forum bot als offene Veranstaltung für Belange rund um den See außerhalb der Agenda Ludger Frye vom Nabu Lohne Gelegenheit, sein Anliegen zu erläutern. Es ging dabei um die nach seiner Meinung negative Entwicklung im Planverfahren der Stadt Damme zur Repowering und Aufstockung des „Windparks Borringhauser Moor“ auf der Südwestseite des Sees.

Das Projekt die 15 bestehenden Anlagen um acht zu erweitern, berücksichtige nach Ansicht des Nabu weder die Brutgebiete noch Flugrouten der Vogelpopulationen nationaler Bedeutung in unmittelbarer Nähe: „Wir müssen auf die Planung aufmerksam machen und bedauern, dass die Stadt Damme sich so bedeckt hält“.

Der Rahmenentwurf zur Fortsetzung der Dümmersanierung hat als eine tragende Säule die Reduzierung der Phosphateinträge aus der Landwirtschaft zum Ziel. Hierzu informierte von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Osnabrück, Raimund Esch als einer der landwirtschaftlichen Berater des Einzugsgebietes Osnabrücker Land. Schwerpunkte der einzelbetrieblichen Beratung bei 80 Betrieben waren: Düngebedarfsplanung und Agrarumweltmaßnahmen in Kombination mit Greening. Sein Fazit: Unter dem Mantel des Agrarumweltprogramms NIB AUM 2014 fanden Zwischenfruchtanbau, gewässerschonende Wirtschaftsdüngerausbringung und einjährige Blühstreifen gute Akzeptanz. Fast keine Akzeptanz verbuchten die Berater bei mehrjährigen Blühstreifen sowie Gewässer- und Erosionsschutzstreifen.

Offene Fragen für die Landwirte des Agrarumweltprogramms: Für die Region angepasste Fördermaßnahmen und konkrete Nährstoffstudie.

Die limnologische Situation des Sees sahen die Fachleute vom NLWKN als durchaus positiv. Bedingt durch die Klarwasserphasen im Frühjahr konnten die Unterwasserpflanzen ihre Dominanz ausbauen und die Ausbreitung der Blaualgen weitestgehend hemmen. Die dramatische Sauerstoffzehrung mit verbundenem Fischsterben wie im „Horrorjahr 2011“ war ausgeblieben und macht Hoffnung.

Die Sauerstoff-Situation der Lohne hatte sich stark verbessert, trotz anhaltend hohem Nährstoffeintrag. Die Konzeption der Schneisen-Maat zu den Häfen war aufgegangen, um den Seglern freie Fahrt in von Unterwasserpflanzen freie Bereiche zu gewährleisten und die Blaualgen aus den Häfen herauszuhalten. Trotzdem bat Biologe Hans-Heinrich Schuster um Vorsicht bei aller Hoffnung: „Der Flachsee ist immer noch gefährdet, der Nährstoffgehalt muss reduziert werden!“.

Das Ziel: Das Zeitfenster der Klarwasserphasen für den Lichteinfall zum Wachstum der Unterwasserpflanzen erhöhen. Positiv war: Kein Nitrateinsatz in 2014 und alle Sofortmaßnahmen brachten in Summe die gewünschte Wirkung. Auch die Überspannung einzelner Häfen mit Netzen gegen den Kormoran und zum Schutz der Fischpopulation im Winter wertete Dr. Matthias Emmrich vom Landessportfischerverband Niedersachsen als geglücktes Projekt. Zwar weise der Dümmer ein stark gestörtes Fisch-größen- und Altersstruktur-Verhältnis in Relation zu den vorhandenen Nährstoffen auf, aber ein gestörtes Gleichgewicht auszugleichen, bedeute Geduld.

Die sehr positive Entwicklung dokumentierte Oliver Lange vom NLWKN mit gerade abgeschlossenen „Natur Erleben“-Projekt des neuen Ausstellungsraumes in der Naturschutzstation zum Lebensraum der Semiaquaten und dem Neubau des Schilferlebnissteg an der Hohen Sieben.

Unter Verschiedenes blieb Zeit für Fragen und Austausch.

sbb

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