Zuhörer und Vermittler

Ludger Haukap ist erster Sozialpädagoge in der katholischen Pfarreiengemeinschaft

+
Ludger Haukap ist als Sozialpädagoge in der Pfarreiengemeinschaft Bohmte-Hunteburg-Lemförde tätig.

Lemförde - Von Christa Bechtel. Sozial engagiert hat sich Ludger Haukap bereits als Jugendlicher als Gruppenleiter, Pfadfinder, später dann im Pfarrgemeinderat sowie im Kirchenvorstand innerhalb der katholischen Kirche. Inzwischen ist er als Sozialpädagoge in der Pfarreiengemeinschaft Bohmte-Hunteburg-Lemförde angekommen. Und dieses „Amt“ hat dort absolute Premiere.

Über eine Initiativbewerbung kam Ludger Haukap nach seinem Studium „Sozialarbeit“ an der Katholischen Fachhochschule Osnabrück als Diplom Sozialarbeiter/Sozialpädagoge zum Deutschen Caritasverband, wo er in der Flüchtlings- und Sozialarbeit, später als Referent für Migration tätig war. „Letztes Jahr hatte ich mein 25-jähriges Arbeitsjubiläum und habe gedacht: Willst du das die nächsten 15 bis 20 Jahre weitermachen oder doch etwas anderes. Da hat das Andere mehr gewogen, obwohl der Migrationsbereich eine Herzenssache und auch spannend war“, erzählt der gebürtige Osnabrücker, der meint, dass Sozialarbeit sehr vielschichtig ist. Über verschiedene Gespräche beim Bistum Osnabrück „landete“ er dann in der Pfarreiengemeinschaft Bohmte-Hunteburg-Lemförde. Zumal Pastor Marc Weber großes Interesse hatte, in die Sozialarbeit einzusteigen. „In der Diözese ist das schon verbreitet; da gibt es fünf bis sechs Modellprojekte. Vor fünf Jahren sind sie damit angefangen. Aufgrund der guten Erfahrungen werden diese Stellen jetzt breiter gestreut“, erläutert der 51-Jährige.

Seit dem 1. August ist Ludger Haukap als Sozialpädagoge in der Pfarreiengemeinschaft tätig. „Ich bin wohlwollend aufgenommen worden und habe mich gleich wohl gefühlt. Es läuft gut an“, betont der Vater von zwei Jungs, 13 und 19 Jahre alt, der sein Büro in Hunteburg hat. Eingesetzt wird er in allen drei Gemeinden. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Sozialberatung. „Also für die Menschen da sein, die in einer Notsituation sind. Die Fragen haben, die Hilfe brauchen, die mit ihrem Geld nicht klar kommen oder auch anderweitig Probleme haben. Nicht, um da immer sofort die Lösung zu haben, aber um vermitteln zu können, ein offenes Ohr zu haben und zu gucken, wie es weitergehen kann“, stellt der Osnabrücker dar. Die Beratungen sind kostenlos und können von allen in Anspruch genommen werden – unabhängig von Religion oder Nationalität. Das sei zwar eine Einzelfallhilfe, die aber auch in den Kommunen vor Ort stattfinde. „Das ist Netzwerkarbeit“, unterstreicht der Sozialpädagoge.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Koordination der karitativen Arbeit in den Kirchengemeinden. Zudem habe er die Verantwortung für den gesamten Ehrenamtsbereich übernommen, so Haukap, der für Ehrenamtliche zum Beispiel schaut, was es an Fortbildungen oder versicherungstechnischen Dingen gibt. Ebenfalls unterstützt er die Vernetzung beziehungsweise die Koordination der Aktiven. Des Weiteren gebe es im Bistum sogenannte Präventionsbeauftragte, zu denen er auch gehöre. „Es werden Schutzkonzepte im Bereich Prävention erstellt“, verdeutlicht der Pädagoge. Da sei die Pfarreiengemeinschaft in einem Modellprojekt beteiligt. Im kommenden Jahr gelte das für alle katholischen Kirchengemeinden im Bistum. „Dass sie ein Schutzkonzept im Präventionsbereich erstellen müssen“, definiert Ludger Haukap, der zurzeit dabei ist, das Konzept zu schreiben. Daneben wird er die Öffentlichkeitsarbeit in den drei Kirchengemeinden koordinieren und strukturieren.

Was sind seiner Meinung nach die vordringlichsten sozialen Probleme innerhalb der Pfarreiengemeinschaft? „Das Miteinander läuft relativ gut, vor allen Dingen die Nachbarschaftshilfe.“ Was ihm aufgefallen sei: „Die Mobilität ist durch weniger öffentlichen Nahverkehr eingeschränkter. Das betrifft insbesondere Hunteburg.“ Wichtig ist Ludger Haukap: „An Menschen heranzukommen, denen es nicht so gut geht.“ Realisieren würde er zukünftig gerne in den drei Gemeinden mehr Caritas-Arbeitskreise mit Blick auf die soziale Verantwortung. Besonders freut sich der Sozialpädagoge aber: „Dass ich zukünftig wieder mehr mit Hilfesuchenden in Kontakt komme.“ Dazu hofft er: „Dass das, was wir anbieten, von den Menschen auch genutzt wird.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Deichbrand 2018: Der größte Aldi aller Zeiten

Deichbrand 2018: Der größte Aldi aller Zeiten

Bieryoga auf dem Deichbrand 2018 - und ihr werdet zum Bierkasten

Bieryoga auf dem Deichbrand 2018 - und ihr werdet zum Bierkasten

Hamas ruft Gaza-Waffenruhe mit Israel aus

Hamas ruft Gaza-Waffenruhe mit Israel aus

19. Ristedter Fußball-Turnier um den „Württemberg-Cup“

19. Ristedter Fußball-Turnier um den „Württemberg-Cup“

Meistgelesene Artikel

Lastwagen, Kleinwagen und Sprinter krachen auf der B 51 ineinander

Lastwagen, Kleinwagen und Sprinter krachen auf der B 51 ineinander

„Diese Saison werden nicht alle überleben“

„Diese Saison werden nicht alle überleben“

Viele junge Bäume in Syke hängen am 75-Liter-Tropf

Viele junge Bäume in Syke hängen am 75-Liter-Tropf

Verdacht auf Drogenhandel in Twistringen: Polizei wird bei 43-Jährigem fündig

Verdacht auf Drogenhandel in Twistringen: Polizei wird bei 43-Jährigem fündig

Kommentare