EU-Austritt von Großbritannien

Brexit: Firmen im Landkreis Diepholz halten sich bedeckt / ZF behält Situation im Auge

ZF Gelände mit Gebäude im Hintergrund. Im Vordergrund ist ein ZF-Schild
+
Der Brexit hat keine kritischen Folgen für ZF Friedrichshafen. Im Diepholzer Werk blickt man dennoch sehr aufmerksam auf die Entwicklungen.

Diepholzer Firmen, die vom Brexit betroffen sind, halten sich in der Öffentlichkeit bedeckt. Der Automobilzulieferer ZF behält das Geschehen im Auge, gibt aber Entwarnung.

  • Der Brexit ist nicht das vorherrschende Thema bei ZF-Werken im Landkreis Diepholz.
  • Betroffene Unternehmen aus dem Landkreis äußern sich kaum über den britischen EU-Austritt.
  • David McAllister berichtet Diepholzer CDU-Verbänden von den Brexit-Folgen.

Landkreis Diepholz – Lkw-Warteschlagen an den Grenzen Großbritanniens: Diese Bilder gehen derzeit um die Welt. Es ist nur eine der Folgen des nun vollzogenen Brexits. Auch auf Niedersachsen hat der Austritt des Vereinigten Königreichs Auswirkungen. War das Land im Jahr 2015 noch das zweitwichtigste Ausfuhrland Niedersachsens, rangiert es nach aktuellem Stand nur noch auf Platz vier, Tendenz fallend. ZF Friedrichshafen behält die Situation im Blick, gibt aber Entwarnung bezüglich kritischer Folgen. Andere betroffene Unternehmen aus dem Kreis Diepholz halten sich bei Fragen zum Brexit hingegen bedeckt.

„Wir sind ein breit aufgestelltes Unternehmen“, erklärte Florian Tausch, Pressesprecher des Dielinger Standorts von ZF, auf Anfrage der Kreiszeitung. Dadurch könne die Firma mit Standorten in Diepholz, Lemförde und Wagenfeld auf mehrere Säulen zurückgreifen, sollte eine wegbrechen. Zudem habe ZF nicht nur in Großbritannien Geschäftspartner. „Wir sind weltweit aktiv“, sagte der Pressesprecher.

Es könne sein, dass es jetzt bei Ein- oder Ausfuhren in und nach Großbritannien zu Verzögerungen komme, aber das sei zu verkraften. Die genauen Auswirkungen auf ZF durch neue Formalitäten müsse das Unternehmen ohnehin erst abwarten. „Das wird sich erst noch zeigen“, meinte er. „Wir beobachten den Brexit zwar, aber das ist nicht das vorherrschende Thema im Management“, resümiert Florian Tausch.

Diepholzer Firmen halten sich öffentlich zurück

Welche Auswirkungen der Austritt Großbritanniens aus der EU auf andere Diepholzer Unternehmen hat, sei derzeit fast nicht zu erörtern, erklärte Tonio Boer auf Anfrage. Er ist Ansprechpartner der IHK Hannover für alle Fragen rund um die EU-Wirtschaft. Er habe die Erfahrung gemacht, dass die allermeisten niedersächsischen Unternehmen, die negativ vom Brexit betroffen sind, nicht damit an die Öffentlichkeit gehen. „Sie wollen in der Regel nicht darüber sprechen“, sagte er. Ein Outing als einer der Verlierer des Brexits sei für die betroffenen Unternehmen mit dem Risiko verbunden, Geschäftspartner zu verlieren, erklärte Tonio Boer.

Eine Firma aus dem Landkreis Diepholz – ein Maschinenhersteller, der auch nach Großbritannien exportiere – habe ihm allerdings berichtet, dass sich am Absatz des Unternehmens bisher nichts verändert habe. An die neuen Kontrollverfahren an den Landesgrenzen und die aufkommenden Steuern müsse man sich zwar gewöhnen, das sei aber nicht weiter schlimm. Viel schlimmer sei für die Firma aus dem Kreisgebiet die Pandemie-Situation auf der Insel. „Die bereitet größere Sorgen“, meinte Tonio Boer, weil manche Geschäftsbeziehungen durch das Virus stärker bedroht seien, als durch den Brexit.

David McAllister berichtet über Brexit-Folgen

Der ehemalige Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister berichtete während einer Videokonferenz mit Vertretern von CDU-Verbänden aus dem Kreisgebiet über die Folgen des Brexits auf Europa und Großbritannien. Er folgte der Einladung des CDU-Stadtverbandes Bassum und des CDU-Gemeindeverbandes Stuhr. Der Politiker erklärte das Abkommen, das einen chaotischen Brexit „quasi in allerletzter Sekunde“ verhinderte. „Trotzdem ist der Brexit eine Lose-Lose-Situation für alle Beteiligten“, sagte er.

„Generell kann ich aber sagen, das ist ein faires und gutes Abkommen“, sagte David McAllister. Dabei verwies er auf drei sogenannte Hauptpfeiler des 1 400-Seiten-Dokuments. Erstens: Handel. Zweitens: Recht und Politik. Drittens: praktische Umsetzung. Sein Fazit: „Der Brexit ist ein Fehler mit historischen Dimensionen, aber Großbritannien bleibt ein wichtiger politischer Handelspartner und eben auch Nachbar der EU.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Diese Mikrowellentricks kennt kaum jemand - dabei sind sie wirklich praktisch

Diese Mikrowellentricks kennt kaum jemand - dabei sind sie wirklich praktisch

Meistgelesene Artikel

Glasfaser für die schwarzen Flecken

Glasfaser für die schwarzen Flecken

Glasfaser für die schwarzen Flecken
Fast 15 Jahre Planungszeit: Behörden informieren über 2+1-Ausbau der B 51

Fast 15 Jahre Planungszeit: Behörden informieren über 2+1-Ausbau der B 51

Fast 15 Jahre Planungszeit: Behörden informieren über 2+1-Ausbau der B 51
Dirk und Martin Busch bringen gemeinsamen Song raus

Dirk und Martin Busch bringen gemeinsamen Song raus

Dirk und Martin Busch bringen gemeinsamen Song raus
14-Jährige aus Hessen macht in Nordwohlde auf dem Hombachhof ein Praktikum in der Landwirtschaft

14-Jährige aus Hessen macht in Nordwohlde auf dem Hombachhof ein Praktikum in der Landwirtschaft

14-Jährige aus Hessen macht in Nordwohlde auf dem Hombachhof ein Praktikum in der Landwirtschaft

Kommentare