Alte Fotografien eröffnen sich dem Betrachter

Zeitreise in vergangene Tage

In der Ausstellung mit 40 vergrößerten alten Fotografien aus privaten oder institutionellen Beständen eröffnet sich dem Betrachter eine stumme Zeitreise in vergangene Tage. - Foto: Brauns-Bömermann

Lembruch - Ein Zitat, das ursprünglich aus China stammt, benutzte Altkanzler Helmut Kohl gern: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“ Wer aktuell Lust auf die Vergangenheit des Dümmers, seiner Landschaft und seiner Orte hat, kann sie im Dümmer-Museum stillen.

In der neuen Fotoausstellung mit 40 vergrößerten alten Fotografien aus privaten oder institutionellen Beständen eröffnet sich dem Betrachter eine stumme Zeitreise in vergangene Tage. „Ich habe bewusst auf eine offizielle Vernissage verzichtet, weil sich diese Art Ausstellung besonders gut in das Angebot des Dümmer-Museums fügt“, erläuterte am Aktionstag am Sonntag mit Bücherflohmarkt und Malereiausstellung von Bärbel Gromm Museumsleiterin Sabine Hacke. Sie sieht die Ausstellung der Fotografien rund um den See mit Titel „Der Dümmer, seine Landschaft und seine Orte in alten Fotografien“ als sinnvolle Ergänzung zur Gesamtschau und längst nicht ausgereizt. „Mit den 40 ausgewählten Fotografien kann ich mir eine Wanderausstellung vorstellen oder eine ergänzende Lesung.“ In jedem Fall bietet sie immer Stoff zum Nachfragen und Diskussionsmaterial im Format und Kulturtreff „Der Museumssalon“. In dem Kontext findet am 26. Juli das Thema: „Alte Fotos und Familiengeschichten“ und am 30. August „Essen und Mahlzeiten heute und früher“ statt. Der Salon versteht sich als offener Treff mit Snack und Spaß.

Sabine Hacke hatte die Ausstellung selbst kuratiert, wurde dabei vom Hüder Dorfverein, dem Kreismuseum in Syke und vielen Privatleuten unterstützt. „Die Auswahl auf nur 40 Exponate fiel sehr schwer, aber wir haben ein schönes Gleichgewicht der Orte Hüde, Lembruch und Dümmerlohausen samt aller Peripherien gefunden“, so Hacke. Auf den Fotos finden sich Menschen, die in der Region lebten, Schulen, Privathäuser, Landschaften, Tourismus, Berufsleben und Kuriosa. Nicht ausgespart Leid in Notzeiten wie im Krieg, der Deichbau mit Zwangsarbeit und die harte Arbeit von früher.

Das Weiß der Segel dominierte schon in den Goldenen Zwanziger Jahren den See zeigt ein Bild aus Lembruch des Segler-Club Dümmer, in den 1950/60er Jahren wirbt der See mit Postkarten für den Erholungswert. Zum Profil gehören Strand, Wellen, Sonne, Badehäuser, Bootsvermietung, Zeltplätze und Sommerlokale.

Zum Broterwerb gehören aber auch der Fischfang, die Bootsvermietung, Erschließung der Wochenendhausgebiete und Zeltplätze.

Zeitlich noch weiter zurück waren Grawiede und Gräben vor der Eindeichung schiffbar, es gab Naturhäfen im Schilf oder man fuhr aus Schneisen durch die Binsen auf den See.

Viele Motive sind neu, da, wo sie alt sind, müssen sie eigentlich von Zeitzeugen erläutert und erklärt werden. Wie das Eishaus in Hüde als Vorläufer moderner Kühltechnik, der Ofen in der Schulkammer, Reethäuschen auf Stelzen oder spezielle Segelzuschnitte in Trapezform wie die Boote am Bodden.

Rundum ist es eine Ausstellung mit viel geschichtlichem Potenzial, die bis zum 27. August zu sehen ist.

Zu den Exponaten, zumeist in schwarz-weiß oder sepia vergilbt, standen die Öl- oder Pastellkreidebilder von Bärbel Gromm unter gleichem Vorzeichen „Dümmer und Landschaft“, aber in lebendig farbig. Die Bielefelderin, die schon mehr als 40 Jahre den See als zweite Heimat ansieht, ist immer begeistert von den Motiven, die sich ihr hier bieten. Segeln, See, Landschaft, Seewetter, Sonne.

„Die Ideen kommen mir nachts.“ Sie ist Autodidaktin und fing wieder an zu malen, als ihr ihre Kinder Block und Farben in die Hand drückten und sagten: „Bitte mal wieder, Deine Schulbilder waren so gut“. Gromm ist aktiv im Museumssalon.

sbb

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