Zehnter archäologischer Sonntag mit Klaus Haller lockt Jung und Alt nach Lembruch / Schminken mit Rinderfett

Steinzeit wird am Dümmer-Museum lebendig

Das steinzeitliche Mahl lockte etliche kleine und große Besucher zum Dümmer-Museum nach Lembruch.
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Das steinzeitliche Mahl lockte etliche kleine und große Besucher zum Dümmer-Museum nach Lembruch.

Lembruch - „Der archäologische Sonntag als Aktionstag ist einfach eine Erfolgsgeschichte. Thematisch und konzeptionell passt er sehr gut zu unserer Dauerausstellung“, betont Sabine Hacke, Leiterin des Dümmer-Museums Lembruch. Das hatte nun zum zehnten Mal zum archäologischen Sonntag Jung und Alt eingeladen.

Besonders freute sich Sabine Hacke, dass Klaus Haller aus Osnabrück zum wiederholten Male federführend diese Veranstaltung mit Unterstützung seines Studienfreundes, dem Archäo-Techniker Guido Groneik aus Ostercappeln, ausrichtete. Haller hat gerade vor vier Wochen seine Magisterarbeit zurück bekommen, die er mit einer „Eins“ abschloss. Im Herbst folgt die mündliche Prüfung. „Dann habe ich meinen Magister in Ur- und Frühgeschichte“, sagt der Archäologe und etwas Stolz schwingt schon in seiner Stimme mit.

„Obwohl beide diese Veranstaltung über viele Jahre machen, nehmen sie immer wieder etwas Neues auf, sodass die Steinzeit förmlich lebendig wird – auch durch ihre Tracht. Das kommt bei unserem Publikum sehr gut an“, schwärmte die Museumsleiterin.

Zum Programm von Klaus Haller gehörte auch, dass er diese Tracht, die er sich mit viel Liebe zum Detail über Jahre hinweg angeschafft hat, vorstellte. So konnten die kleinen und großen Besucher hautnah erleben, wie der Alltag eines steinzeitlichen Mannes aussah. Besonders begeistert ist Haller, dass er inzwischen den Nachbau eines „Schöninger“ Speeres – die älteste Jagdwaffe der Welt, die mehr als 300000 Jahre alt ist – besitzt. Den Speer baute Haller nach, „um Jagdwesen zu verdeutlichen.“ Natürlich stellte der Osnabrücker auch bekannte „Waffen“ wie Pfeil und Bogen vor. Als Premiere dann seine steinzeitliche Lackierpistole. „Das war die Idee eines Bekannten von mir: Es gibt Malereien in Höhlen, nur, dass wir keine Höhlenwand mit Abdrücken hatten; die sehen aus wie geairbrusht. Er hat sich Gedanken gemacht, wie die das damals gemacht haben könnten“, stellte Haller ausführlich den Beginn „seiner“ Lackierpistole dar.

Aber auch eine Schminkaktion stand auf dem Programm des Archäologen, zu der er Rinderfett verwendete -– völlig ungiftig und stark deckend.

„Schwerpunkt ist am Dümmer neben der Jagd der Fischfang gewesen“, so Haller, der deshalb für das steinzeitliche Mahl auch Fische (Forellen) ausnahm. Die wurden von ihm und den Kindern auf Holzstöcken im Feuer gegart. Das hatte er zuvor mit Feuersteinen entfacht.

Des Weiteren hatte Haller geröstete Nüsse und gebratenes Hirschfleisch im Angebot. Das Museum ergänzte das Mahl, indem im steinzeitlichen Backofen Brot gebacken wurde. Zwischendurch hatte Klaus Haller immer wieder die Gäste zu Führungen im Museum eingeladen. Dabei stellte er nicht nur das steinzeitliche Dorf im Obergeschoss sowie den älteren Fundplatz in Hüde, wo etliche Steinzeitgeräte gefunden wurden, vor, sondern erklärte auch Geräte oder ging auf spezielle Fragen ein. Alles in allem wieder ein überaus gelungener archäologischer Sonntag am Dümmer-Museum in Lembruch. Dorthin lädt Klaus Haller für Sonntag, 5. Oktober, zu einem „Bronze- und Eisenzeittag“ ein und verrät bereits: „Ich komme als eisenzeitlicher Schmied!“

cb

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