Wilhelm Buck spendet Messing-Schild für mehr als 500 Jahre altes Naturdenkmal

Würdigung für einzigartige Eiche

Mit ihrem etwa ein Meter dicken Stamm und ihrer wuchtigen Krone ist Stileiche ein echter Hingucker. Wilhelm Buck (2.v.l.) gab nun den Anstoß dazu, sie mit einem Messingschild als Naturdenkmal zu kennzeichnen. Foto: Russ

Quernheim - Von Melanie Russ. Wenn sie erzählen könnte von dem, was sie in ihrem langen Leben gesehen hat, es wären wohl viele spannende, tragische und sicher auch amüsante Geschichten darunter. Sie hat den Dreißigjährigen Krieg und Seuchen überdauert und selbst die Wirren des Ersten und Zweiten Weltkriegs schadlos überstanden – die wuchtige Stieleiche an der Ecke Schäpers Kamp / Brockumer Straße in Quernheim.

Von ihrer Art gibt es viele in der kleinen Gemeinde, die nicht umsonst das „Eichendorf“ genannt wird, dennoch ist sie etwas Besonderes. Mit ihrem etwa ein Meter dicken Stamm und ihrer wuchtigen, hohen Krone sticht sie dem Betrachter schon von weitem ins Auge. Wer näher tritt, kann jetzt nachlesen, was die Eiche so außergewöhnlich macht. Eine Messing-Platte an ihrem Fuß weist sie als Naturdenkmal aus. Ihr Alter: vermutlich mehr als 500 Jahre.

„Ich kenne keine Eiche in der Samtgemeinde, die dicker ist“, sagt Wilhelm Buck, Inhaber der gleichnamigen Pferdepension, der das Schild gespendet hat. In seinen Gedanken war es für ihn seit seiner Jugend „die tausendjährige Eiche“. Ein Tischler aus Haldem habe damals gesagt, dass sie so alt sei. Das sei hängen geblieben.

Sie durch ein Schild kenntlich zu machen, war schon lange sein Wunsch, vor etwa einem Jahr hat er das Anliegen dann endlich in Angriff genommen. Unterstützung bei der Gestaltung erhielt er von Künstler und Grafiker Manfred Lohse. „Ich bin Landwirt, ich habe keine künstlerische Ader“, gibt Buck zu.

Lohse recherchierte zunächst und vermaß unzählige große Eichen in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“, um einen Vergleich für das Quernheimer Naturdenkmal zu haben. „Meines Wissens gibt es keine zweite so alte Eiche in der Umgebung“, lautet sein Fazit.

Neben geschätztem Alter und Umfang (559 Zentimeter) ist auf dem Schild auch eine von vielen historischen Begebenheiten verewigt, die sich 1538 zugetragen hat. Tausende Bewaffnete aus dem „Mindischen“ fielen in das Dorf ein und zerschlugen alles, heißt es in den Aufzeichnungen des Heimatforschers Fritz Lohmeyer, die die heutige Heimatforscherin Adelheid Nijboer beigetragen hat.

Auf Begeisterung stößt die Aktion bei der stellvertretenden Quernheimer Bürgermeisterin Andrea Weidemann, die wie einige andere Interessierte bei der offiziellen Vorstellung des Schildes dabei war. Eichen hätten in der Gemeinde eine besondere Bedeutung, betont sie. Wenn eine krank sei und gefällt werden müsse, werde eine neue gepflanzt.

Wilhelm Buck hat in den vergangenen Jahren aber auch den Eindruck gewonnen, dass es immer weniger Eichen gibt. Vor allem jüngere Leute würden die Bäume auf ihren Grundstücken fällen, weil ihnen das Laub zu viel sei, bedauert er. Auch er selbst hat schon einige Eichen gefällt, für die meisten nach eigener Aussage aber neue angepflanzt.

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