Woll- und Genussfest im und um das Dümmer-Museum lockt Hunderte Besucher nach Lembruch

Handwerkskunst und Leckereien

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Wer die Wahl hat, hat die Qual: Die gebürtigen Lippstädterinnen sind auf der Suche nach schönen Dingen.

Lembruch - „Den Wolltag haben wir begonnen, um darauf hinzuweisen, dass Schafhaltung für die Region, die Landschaft und für den Naturhaushalt schon immer wichtig war. Dass man heutzutage gerne Schaffleisch isst, dadurch aber auch Wolle und Schaffelle hat“, erläuterte Sabine Hacke, Leiterin des Dümmer-Museums Lembruch, die seit 2005 mit ihrem Team alle zwei Jahre zum Wolltag einlädt.

Vor zwei Jahren gliederte das Museum nach einer Idee der Marler Kräuterexpertin Gertlinde Schönewald Gutes aus der Region an, sodass am Sonntag am und im Dümmer-Museum die zweite Auflage des „Woll- und Genussfestes“ erneut Hunderte von Besuchern von nah und fern nach Lembruch zog. Gemeinsam organisiert hatten das Fest – wie vor zwei Jahren auch – Gertlinde Schönewald und Sabine Hacke; das Plakat hatte wieder Grafik-Designerin Imke Bechtel kreiert.

Die interessante Mischung aus hochwertigen Kunsthandwerkerprodukten und Gutem aus der Region hatte bereits kurz nach der Mittagszeit rund 600 Besucher zum Museum nach Lembruch gelockt – und der Besucherstrom riss nicht ab. „Mir wurde gesagt, dass es ein Woll- und Filzfest ist. Da ich immer Patchwork mache habe ich gedacht: Da muss ich hin“, erzählte Martina Weiffen-Flore aus Stemwede strahlend, die gleich noch ihre Mutter und eine Nachbarin mitgebracht hatte und inzwischen stolze Besitzerin einer neuen Tischdecke nebst Kissen war.

„Wir sind fünf Schwestern und treffen uns jedes Jahr, diesmal zum Wochenende am Dümmer. Eine Schwester organisiert das Ganze und die hat das Fest mit eingeplant“, berichtete Maria aus Lippstadt. Neben ihr standen Birgit aus Lünen, Adelheid aus Elsfleth bei Brake, Annette aus Wildeshausen und Agnes aus Bielefeld. Alle fünf sind gebürtige Lippstädter und genossen es, am und im Museum an den Ständen entlang zu schlendern, um schon bald eine Schürze, leckeren Käse, Honig, Eierlikör oder einen zauberhaften Frosch ergattert zu haben.

Zu den Ausstellern im Außenbereich gehörten beispielsweise die Schmolter Wurst- und Wildspezialitäten, der Hof Dehlfing aus Rehden, die Erlebnisimkerei Hanking aus Rodemühlen, die Landbäckerei Krogmann aus Quakenbrück, die Käserei Jacob aus Berglage oder Witta Hochtritt aus Marl mit Patchwork-Arbeiten und Strickwaren.

Schäfermeister Michael Seel aus Stemshorn hatte nicht nur seine Schafe mitgebracht, die natürlich so manche Streicheleinheit von den jüngeren Besuchern bekamen, sondern kredenzte auch köstliche Grillwurst vom Schaf.

Im Museum präsentierten sich Aussteller wie Renate Kreienbrock aus Lemförde mit handgefertigten Textilien, die auch einige Bilder der Lembrucher Malerin Ulrike Leysieffer mit im Gepäck hatte. Des Weiteren das Wollstudio im Lederladen Lemförde mit einem Farbfeuerwerk an Wolle und Strickwaren, Familie Siemer aus Vechta mit Tischdecken, Petra Wetzig-Garidis aus Stemwede mit nativem Olivenöl, Malerin Bärbel Gromm aus Bielefeld mit ihren stimmungsvollen Bildern sowie Jacqueline Wehrmann aus Arrenkamp mit Schmuck.

Eine besondere Augenweide bot Christel Gröschel aus Stemwede-Destel, die an einem 250 Jahre alten Webstuhl zeigte, dass man nicht nur altes Handwerk pflegen, sondern auch farbige, zeitgemäße Gewebe wie Läufer oder Tischsets individuell anfertigen kann. Und: Sie webt nicht nur, sondern spinnt auch an einem alten Spinnrad. „Die Wolle ist auf unseren eigenen Schafen gewachsen. Das ist kaltgewaschene Wolle, die noch Fett, also Lanolin hat und die man zum Stricken, aber auch zum Weben verwenden kann“, veranschaulichte die Handwebmeisterin. Bis kommenden Sonntag, 20. September, können Museumsbesucher während der Öffnungszeiten Christel Gröschel sogar noch über die Schulter schauen und diese alte Handwerkskunst bewundern.

cb

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