Auftakt des Dümmerbrandes

Wischmeyer erst nach der Pause in Hochform

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Dietmar Wischmeyers Autogramme waren in Hüde begehrt.

Hüde - Er hat es wieder getan: Dietmar Wischmeyer hat am Vorabend des „Dümmerbrandes“ für Unterhaltung im Festzelt gesorgt. Für gute Unterhaltung – zumindest im zweiten Teil des mehr als zweistündigen Abends. 600 Fans füllten am Freitag die Klappstuhl-Reihen im Zelt in der Nähe der „Bar dü Mar“ in Hüde vollständig - angelockt vom Meister der geschliffenen Formulierung im Bereich des deftigen Humors. Dietmar Wischmeyer, Satiriker, Autor, „Frühstyxradio“-Macher und auch im Fernsehen bei der „Heute Show“ regelmäßig präsent, bot seinen Zuschauern das Erwartete. Aber erst nach der Pause lief er zur Hochform auf.

In seinen bekannten Figuren „Günther, der Treckerfahrer“, „Der kleine Tierfreund“ und als ein Höhepunkt der obercoole „Mike“, der die Lösung seines altersbedingten Potenz-Problems detailliert erläutert, dreht Wischmeyer auf, bietet „Brüller“ und lässt auch den letzten im Zelt lauthals lachen.

Zu Beginn seines fünften Gastspiels bei „Der Dümmer brennt“ im Rahmen seiner sommerlichen Mini-Tournee „Zeltmission“ liest Dietmar Wischmeyer vorwiegend neue Texte, in denen er den Alltag und schräge Mitbürger auf seine spezielle Art beleuchtet. Deftig, direkt und mit Sätzen, in deren Bildung der 60-Jährige Meister ist.

Doch die erste Stunde plätschert etwas vor sich hin. So richtige Wischmeyer-Stimmung will noch nicht aufkommen. Der bei Melle geborene „Humor-Facharbeiter“ wird politisch, holt kurz eine lebensgroße Pappfigur von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (für 49,90 Euro bei der SPD zu haben) auf die Bühne und bezeichnet Gerhard Schröder, den früheren Bundeskanzler mit besten Russland-Kontakten, als „Putin- Pussy“.Wischmeyer streift die Bereiche Diesel-Skandal und das regnerische Sommerwetter („himmlische Inkontinenz“, die zu Brettspiel-Orgien in Ferienwohnungen führe). Sehr witzig ist sein Beitrag zum Lutherjahr. Dietmar Wischmeyer beschreibt, wie eine protestantische Pastorin gegen die Leere in ihrer Kirche kämpft: Mit Treue-Punkten für Besucher und mit freiem Wlan („Gott-Spot“). Als Willi Deutschmann beschäftigt sich Wischmeyer noch - wie immer - politisch unkorrekt mit Nachbarn mit Migrationshintergrund.

„Befriedigend“ - und steigerungsfähig

In Schulnoten ausgedrückt war das Programm im ersten Teil „befriedigend“ - und steigerungsfähig. Diese Steigerung bot Dietmar Wischmeyer dann dem mit Bratwurst oder Fischbrötchen von den Buden und Kaltgetränken von den Theken gestärkten Publikum. Seine Beschreibung von Handwerkern „auf dem Bau“ war super und sicherlich zumindest in Teilen das wahre Leben wiedergebend.

Nach dem zweiten Programmteil verließ dann wohl niemand der 600 Fans enttäuscht das ausverkaufte Festzelt. Viele dürften sich auf ein nächstes Mal „Wischmeyer beim „Dümmerbrand“ freuen. Mit seiner „Zeltmission 2017“, deren aktuelles Programm in Hüde Premiere hatte, tritt der 60-Jährige noch Bad Zwischenahn, Steinhude und Braunschweig auf. Im Herbst startet er dann seine große Deutschland-Tournee „Dietmar Wischmeyer - Vorspeise zum Jüngsten Gericht“. Deren Premiere ist am Mittwoch, 25.Oktober, im Theater in Sulingen.

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