KulturBunt Lemförde besichtigt Schloss Marienburg

Weltkulturerbe-Kirchen und Schlossbesuch

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Die Tagesfahrt des Vereins KulturBunt Lemförde ist ein Höhepunkt des Jahres. In diesem Jahr ging es für rund 50 Teilnehmer nach Hildesheim und Pattensen zum Schloss Marienburg.

Lemförde - Von Christa Bechtel. Hildesheim mit seinen beiden Unesco-Weltkulturerbe-Kirchen war in diesem Jahr das Ziel der Tagesfahrt, zu der der KulturBunt Lemförde traditionell eingeladen hatte. In bewährter Manier hatte Kassenwart Horst Münkel die Reise erneut organisiert, sodass er nicht nur mit dem KulturBunt-Vorsitzenden Ernst Völkening 50 kulturinteressierte Teilnehmer begrüßen konnte. Nein, er hatte auch noch eine Wartliste, auf der etliche standen, die auch gerne mitgefahren wären.

Früh am Morgen startete die Gruppe am Amtshof in Lemförde Richtung Niedersachsens Landeshauptstadt. Denn Hildesheim liegt etwa 30 Kilometer südöstlich von Hannover. Mittlerweile hat die Stadt rund 103 000 Einwohner; davon sind etwa 12- bis 14 000 Studenten.

Ein besonderes Kleinod in Hildesheim ist der schmucke Marktplatz, die erste Station der KulturBuntler, die sich in zwei Gruppen aufgeteilt hatten. Dort erfuhren sie, dass Hildesheim im 9. Jahrhundert nur eine kleine Siedlung war. Um das Jahr 1000 bekam die Stadt das Marktrecht. Im 10./11. Jahrhundert entstanden die beiden großen Gotteshäuser – die Michaeliskirche und der romanische Mariendom. Als Hildesheim Mitglied der Hanse wurde, entwickelte sie sich schnell zur Kaufmannsstadt. Bis zum Zweiten Weltkrieg standen dort 1 400 Fachwerkhäuser. Bei einem Angriff am 22. März 1945 wurden 80 Prozent der Bauten zerstört.

So wurde nach dem Krieg die Frage aufgeworfen: Was machen wir mit unserem Marktplatz? Nur zwei Häuser waren in den Ruinen stehen geblieben. In den 1960er Jahren kam ein Hotel hinzu. 1984 begann man, die historischen Fassaden nach den alten Baufluchtlinien wieder aufzubauen. Häuser, die oft eine „Utlucht“ haben, ein Vorsprung mit Fenstern an der Gebäudefront als Teil des Innenraumes.

Alte Fassaden, neuer Innenraum

So entstanden bis 1989 zum Beispiel das Patrizierhaus, die Stadtschenke, das Finanzzentrum, das Roland- oder das Gildehaus. „Mit alten Fassaden, aber modernem Innenraum“, verdeutlichte Gästeführerin Karola Dönitz. Nur das Knochenhauerhaus, das mit seiner Konstruktion keinen rechten Winkel hat, sowie das Bäckerhaus seien als Fachwerkhäuser erhalten geblieben.

Vom Marktplatz aus folgte die Gruppe dann einer besonderen Pflasterung, dem „Welterbeband“, das sie zur St. Michaeliskirche führte. Gemeinsam mit dem Mariendom wurde sie 1985 in die Welterbe-Liste der Unesco als Zeugnis einmaliger vorromanischer Architektur und Kunst aufgenommen. „Die Michaeliskirche ist eine Simultankirche, das heißt, dass beide Konfessionen dort vereint sind“, erklärte die Gästeführerin, die die Kulturinteressierten weiter zum Dom führte, wo sich der 1000-jährige Rosenstock befindet. Im 11. Jahrhundert wurde dort ein silberner Behälter mit einem Stück vom Gewand der Gottesmutter auf wunderbare Weise wieder aufgefunden.

Nach dem Mittagessen ging´s zum Schloss Marienburg, das 1857 ein Liebesbeweis und Geschenk König Georgs V. von Hannover für seine Gemahlin Königin Marie war. Heute zählt das Schloss zu den bedeutendsten neugotischen Baudenkmälern Deutschlands und verzaubert Besucher von nah und fern mit seinen vielen Zinnen, Türmchen und seiner romantischen Atmosphäre. Das sicher auch, da die Inneneinrichtung und zahlreiche persönliche Gegenstände der Familie nahezu komplett erhalten sind.

Mit etlichen Eindrücken, Zahlen und Ereignissen sollte es wieder in Richtung Lemförde gehen. Doch auf dem Weg streifte ein Reh den Bus, die Polizei musste gerufen werden. Erst als die Beamten den Schaden aufgenommen hatten, kamen alle wohlbehalten, jedoch mit einiger Verspätung wieder in der Heimat an.

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