Sebastian Lüters und Henry Kopplin gewinnen

Wehdemer „Schwertzugvogel“ im Meisterboot

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Peter Linge/Ingo Dettmer (SV Hüde/Bielefelder Segelclub) wurden Siebte – und damit beste Crew vom Dümmer.

Hüde - Die Würfel sind gefallen! Wie schon kurz berichtet, wurden Henry Kopplin vom Zeuthener Segler-Verein Berlin-Wannsee und sein Vorschoter Sebastian Lüters aus Wehdem, der für den Sail Lollipop Ruder-Verein in Hooksil startet, neue Internationale Deutsche Meister bei den Schwertzugvogel-Seglern.

Aufs Treppchen schafften es außerdem Manfred Brändle/Frank Liefländer (Duisburger Yachtclub/Kanu-Segel-Club Hemer) und als Dritte Jens Liebheim/Benjamin Auerbach (Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen). Bei den Titelkämpfen nahmen sich Mutter und Sohn gegenseitig den Wind aus den Segeln. Dazu später mehr.

Mit einer stimmungsvollen Siegesfeier ging die viertägige Veranstaltung, die von der Seglervereinigung Hüde (SVH) im Auftrag des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) gewohnt vorbildlich ausgerichtet wurde, zu Ende. Dabei legten Akteure wie Helfer nach dem strapaziösen Einsatz eine erstaunliche Kondition an den Tag – oder besser: die Nacht?

„Geschafft!“ Sichtlich erleichtert und auch – ob des reibungslosen Verlaufs – erfreut waren nicht nur Wettfahrtleiter Kai Arendholz aus Diepholz/Hüde und seine große Helferschar auf dem Wasser und an Land, sondern auch die „Hauptdarsteller“ selbst, also die Segler, als Donnerstagnachmittag nach der achten Wettfahrt die Titelkämpfe mit 23 Crews „abgeblasen“ wurden. Steuerleuten und Vorschotern wurde einiges abverlangt von Wind und Wellen. Viel mehr, als vielen lieb war. Und das macht ja den Reiz des unberechenbaren zweitgrößten niedersächsischen Binnensees aus. Selbst wer meint, er kennt das Gewässer, auch der kann schon mal Schiffbruch erleiden.

Holpriger Start der Meisterschaft

Die Meisterschaft begann recht holperig. Bei absoluter Flaute war an ein Auslaufen am Montag nicht zu denken. Vor allem aber am Mittwoch und Donnerstag machte Rasmus, der Wind- und Wettermacher, richtig dicke Backen, schickte sowohl Starkregen als auch Sturmböen. Ein falscher Handgriff an Bord – und der Segler lag im Bach. Nun, die Skipper nahmen‘s (jedenfalls rein äußerlich) gelassen. 

„Gestern war Badetag“ oder „Platsch, lag ich drin,“ berichteten sie nach dem unfreiwilligen „Seegang“. Sogar der erfahrene Wettfahrtleiter Kai Arendholz soll näher mit dem Wasser Bekanntschaft gemacht haben... „Es hat viel Spaß mit Euch gemacht,“ bedankte er sich bei den Seglern ebenso wie bei seinem „Riesenteam“ und der Clubhaus-Besatzung.

Der Vorsitzende der Klassenvereinigung der Schwertzugvogel-Segler, Peter Linge (SV Hüde), der gemeinsam mit dem Hüder Ingo Dettmer (Bielefelder Segelclub) als bestes reines Team vom Dümmer auf Rang sieben landete, schloss sich dem Dank an. Für das Regattateam hatte er hochprozentigen „Dümmerbrand“ mitgebracht. „Es waren faire Wettfahrten. Auch sehr anspruchsvoll.“ Linge hatte alle acht Läufe mit einer Rückenprellung absolviert. Alle Achtung!

Lob an die Wettfahrtleitung

„Eine professionelle Wettfahrtleitung,“ ging das Lob von Henry Kopplin an Arendholz und Co. Ähnlich äußerte sich der Duisburger Franz Nawroth: „Tolle Meisterschaft. Kein Fehlstart, kein Rückruf. Wir sind eine große, harmonische Familie. Komme gerne wieder.“

Gerhard Bode (Bielefelder Segelclub) aus Hüde erfreute den gastgebenden Verein mit einem 50 Jahre alten Foto einer der ersten Deutschen Meisterschafte der Schwertzugvögel auf dem Dümmer. Die Schwarzweiß-Aufnahme wird sicher eine Lücke im Archiv der SVH schließen.

Dass Sohn und Mutter bei einer Regatta an den Start gehen, kommt auch nicht so oft vor. Und zwar getrennt. Angelika Lüters und ihre in Quernheim lebende reitsportbegeisterte Tochter Nadine freuten sich riesig über den Erfolg von Sohn beziehungsweise Bruder Sebastian. Der 39-Jährige, der in Wehdem wohnt, hat Nautik studiert, bei Dannhus & Fricke Bootsbau gelernt und hat Kurs aufs Kapitänspatent genommen. 

Seit einem Jahr sitzt er wieder mit Henry Kopplin, dem Berliner Meister, in einem Schwertzugvogel. Dass die Beiden perfekt harmonieren, verdeutlicht der Erfolg. Ihren Titel wollen sie nächstes Jahr auf dem Wannsee verteidigen. Eine Notiz am Rande: Mutter Angelika holte den 20. Platz.

Abschließend die Platzierungen aller Segler vom Dümmer: 1. Henry Kopplin, Berlin/Sebastian Lüters, Wehdem, 7. Peter Linge/Ingo Dettmer (SV Hüde/Bielefelder Segelclub), 12. Melanie und Daniel Fries (SV Hüde), 20. Frank Pörtner/Angelika Lüters (Bielefelder SC), und 23. Gerhard Bode/Ulrich Oberhülsmann (Bielefelder SC).

rdu

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