Vorsitzender der Lemförder Berginteressenten wird in Hannover ausgezeichnet

Günther Storck erhält Niedersächsische Forstmedaille

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Staatssekretär Horst Schörshusen (r.) überreicht Günther Storck die Niedersächsische Forstmedaille.

Lemförde/Hannover - Von Christa Bechtel. Während es in den Vorjahren immer mehrere Institutionen oder Personen waren, die vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Niedersächsische Forstmedaille verliehen bekamen, ist Günther Storck aus Lemförde in diesem Jahr der Einzige, der sie am Mittwochabend im Rahmen einer Feierstunde von Staatssekretär Horst Schörshusen in Vertretung von Landwirtschaftsminister Christian Meyer in Hannover überreicht bekam.

Für eine nachhaltige und ökologische Waldbewirtschaftung, da Günther Storck langjähriger Vorsitzender der Genossenschaft der Berginteressenten zu Lemförde ist. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Pianist Andy Mokrus; die Laudatio übernahm der Bohmter Bezirksförster Wolfgang Meyer vom Niedersächsischen Forstamt Ankum.

Die Idee für die Verleihung hatte Lars Mentrup, Bauamtsleiter der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“, der in diesem Jahr Kassenprüfer der Berginteressenten ist und im Rathaus per Schreiben des Ministeriums von dieser Ehrung erfuhr. So brachten Dr. Frank Prissok und Manfred Tuma von den Berginteressenten den ‚Stein ins Rollen‘ – und Günther Storck ahnte von all dem nichts. Bis er das offizielle Schreiben aus Hannover für die Verleihung bekam…

Geehrt würden Menschen, „die sich der Förderung der vielseitigen und nachhaltigen Waldfunktion zum Wohle von Umwelt, Wirtschaft und Menschen verpflichtet fühlen“, verdeutlichte Horst Schörshusen in seinem Grußwort im Namen der Landesregierung. Sehr detailliert hätten Dr. Frank Prissok und Manfred Tuma Günther Storcks Aktivitäten dargestellt. Am Meisten habe die Jury Storcks Engagement im Bereich des Naturschutzes und der Umweltbildung beeindruckt. „Es ist auch vorbildlich, dass Sie den Waldbau ihrer Forstgenossenschaft am Löwe-Programm des Landes Niedersachsen ausrichten“, freute sich der Staatssekretär, der ergänzte: „Gerade da geht es um die nachhaltige und ökologische Waldentwicklung.“ Das übergeordnete Motto der Forstmedaille – bei der Vergabe steht das Ehrenamt im Vordergrund – sei die Nachhaltigkeit. Das bedeute: „Dass man die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten soll und muss“, hob Schörshusen mit Blick auf die nächste Generation hervor.

Warum ist ehrenamtliches Engagement eine Auszeichnung wert?

Im Namen der siebenköpfigen Jury überbrachte Dr. Philipp Schomaker von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Niedersachsen das Grußwort. Dabei spürte er der Frage nach: Warum ist ehrenamtliches Engagement eine Auszeichnung wert? Sich selbst in den Dienst eines Höheren zu stellen, werde bei Günther Storck besonders deutlich. „Sein Blick ist stets ungefiltert“, so Schomaker.

„Seit 2001 ist Günther Storck passionierter Vorsitzender der Genossenschaft der Berginteressenten zu Lemförde und gleichzeitig Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, wo er Ehrentreiber bei Treibjagden ist“, erklärte Wolfgang Meyer in seiner Laudatio. Der Erhalt und die Unterhaltung des kleinen Berghauses als Eigentum der Berginteressenten sei ihm ein wichtiges Anliegen gewesen. Weiter habe er einen guten Kontakt zur Gemeinde Lemförde und dem Landkreis Diepholz. Meyer: „Zusammen mit Detlef Tänzer vom Landkreis Diepholz werden die Erholungseinrichtungen wie Bänke, vogelkundliche Schilder und Schutzhütten im Lemförder Berg unterhalten. Durch seinen engagierten Waldwegebau und durch das gute Wegenetz sind sehr viele Erholungssuchende, Jogger und Spaziergänger im Lemförder Wald unterwegs.“ Zudem sei der Naturschutz Günther Storck und den Berginteressenten ein wichtiges Anliegen. „Mit seinem guten Kontakt zum örtlichen und amtlichen Naturschutz hat er Feuchtbiotope eingerichtet und Höhlenbäume für den Fledermausschutz gekennzeichnet, die künftig nicht genutzt werden“, listete der Bezirksförster auf. Und: „Die Fläche des ehemaligen Ausbildungszentrums der ZF Lemförder, das sich im Wald der Berginteressenten befand, will Günther Storck nach dem Abriss selbstverständlich auch im Sinne der Berginteressenten mit einem naturnahen Laubwald aufforsten.“

Der Lemförder Berg befinde sich seit 1770 im Eigentum der Lemförder Berginteressenten. „Der Wald umfasst etwa 77 Hektar und stockt überwiegend auf nährstoffreichen Kalkböden mit unterschiedlich mächtigen Lößauflagen“, veranschaulichte Meyer. Günther Storck sei im Berg pro Jahr 150 bis 200 Stunden tätig. „Als eine wichtige Charaktereigenschaft möchte ich seine Willensstärke herausstreichen. Er ist ein Macher, der stolz auf seine Werke ist wenn sie gelingen und er sich über das gute Ergebnis freuen kann“, sagte Meyer. Die entsprechende Urkunde, unterschrieben vom Minister Christian Meyer, nebst Medaille übergab dann Horst Schörshusen an Günther Storck. Da die Medaille nicht für den Alltag geeignet ist, gab es noch eine kleinere zum Anstecken.

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