Vorfreude auf 825-Jahr-Feier in Quernheim spürbar / Fantasievolle Figuren und Bauwerke an vielen Stellen im Ort

„Überwältigendes Engagement der Bürger“

In Gemeinschaftsarbeit und mit viel Herzblut: Eine Gruppe Quernheimer vor der von Ratsmitgliedern und weiteren Bürgern errichteten Mühle aus Stroh.
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In Gemeinschaftsarbeit und mit viel Herzblut: Eine Gruppe Quernheimer vor der von Ratsmitgliedern und weiteren Bürgern errichteten Mühle aus Stroh.

Quernheim - Die Gemeinde Quernheim wird 825 Jahre alt. Und der ganze Ort feiert mit, ist an den Vorbereitungen für das große Fest beteiligt. „Der ganze Ort ist dabei und zeigt so viel Engagement. Wir sind überwältigt davon, wie die Bürger sich einbringen“, frohlockt Andrea Weidemann, Mitglied des Quernheimer Gemeinderates und zweite stellvertretende Bürgermeisterin der Kommune. Alle Generationen seien involviert.

Viele Gärten sind bereits geschmückt worden, zahlreiche Fahnen mit dem Quernheimer Wappen wehen in der Höhe und zahlreiche Nachbarschaften und Bewohner von Straßenzügen haben sich zusammengetan und Figuren und Bauwerke erschaffen, die auf das Jubiläum hinweisen. Diese stellen zum Beispiel Gegenstände dar, die die Geschichte Quernheims verdeutlichen, Hinweise auf die Vereine des Ortes geben oder individuelle Motive, die zum Beispiel die Bewohner des Hauses oder der Nachbarschaft in Form von ausgestopften Puppen darstellen.

Vorausgegangen war ein Anschreiben vonseiten des Rates an alle Einwohner Quernheims, die Straßen, Gärten und Höfe vor dem Jubiläum zu schmücken und dabei der Kreativität freien Lauf zu lassen. Dieser Aufforderung kamen die Quernheimer beeindruckend nach. „Das ist ein Selbstläufer geworden“, stellt Einwohner Ulrich Hackstedt fest. Der Gemeinderat errichtete mit Hilfe vieler Bürger zunächst eine Mühle aus Stroh in Sichtweite der Rahdener Straße. Mittlerweile begrüßen an allen Ortseingängen sowie an zahlreichen Straßen, Wegen und Kreuzungen individuelle Bauwerke die Menschen.

So errichtete Udo Windhorst mit seinen Nachbarn ein Pferd aus Stroh. „Ich habe ein Ähnliches am Alfsee gesehen, die Nachbarn fanden es gut und haben mitgemacht“, erklärt Windhorst. Das Geschirr sei von Bekannten geliehen worden, während die Mähmaschine aus eigenem Besitz sei. Windhorst: „Es hat allen Spaß gemacht, die Zeit haben wir gerne investiert.“

Die Anwohner des „Buernwegs“ haben beispielsweise die eigene Nachbarschaft in Form von ausgestopften und kostümierten Puppen auf einer Wiese dargestellt.

Eine Bauernlandschaft mit Kartoffelwaage, Kindern im Kartoffelsack, Wäscheleine und einer wäschewaschenden Frau erfreuen zudem „Am Sandhügel“ die Passanten. Bisweilen Symbole, die verdeutlichen, dass die Landwirtschaft im Ort eine große Rolle spielte. „Es sind Gegenstände aus dem ländlichen Leben, die heute nicht mehr so aktuell sind“, erklärt stellvertretender Bürgermeister Wilhelm Buck.

Auch Ackerwagen mit Pflug sind im Ort zu sehen. Ebenso Kürbisse, Blumen, bunte Girlanden, Puppen, die Holz sägen und hacken, ein Angler, historische Fahrräder, selbst gestaltete Schilder und vieles mehr sind derzeit in der Gemeinde zu bestaunen.

„Auch viele versteckte Sachen entdeckt man immer wieder“, freut sich Andrea Weidemann. „Überragend, ganz toll“, schwärmt sie. Alle würden mit anpacken, problemlos und unkompliziert verlaufe das Miteinander.

„Die Leute haben gewisse Vorstellungen, was sie bauen und schaffen möchten“, erklärt Heinrich Thiesing vom „Pappelweg“. Der eine kann das beitragen, der andere das. „So kommt eins zum anderen und es vervollständigt sich. Die Leute sind begeistert“, freut sich Thiesing. So sieht es auch der ortsansässige Uli Hagemeier: „Einer hat die Idee und der andere die Figuren dazu. Jeder schaut, was er beitragen kann. Irgendwie fängt einer an und es wird immer mehr, die anderen ziehen nach, bis es vollkommen ist.“ Zudem würden immer wieder Menschen staunend anhalten und die Bauwerke fotografieren.

„Der ganze Ort steht dahinter. Das schweißt das Dorf schon zusammen“, findet Walter Sander, wohnhaft „Am Sandhügel“. Das sei „eine feine Sache und sehr positiv“.

Bei Einwohnerin Annegret Nitschke ist die Vorfreude auf das Fest am Sonnabend und Sonntag, 6. und 7. September, schon groß. Insbesondere schätzt sie den Flohmarkt. „Der ist immer nett.“ Zudem werde die Gemeinschaft gestärkt. „Das ist positiv“, bemerkt Nitschke.

Im Gespräch mit den Quernheimern und beim Gang durch den Ort sind Identifikation mit der Heimat und stolz auf die Gemeinde zu spüren. „Man spürt das Kribbeln als Zeichen der Vorfreude. Alle ziehen an einem Strang, das ist gut für die Gemeinschaft“, erklärt Andrea Weidemann. Den Besuchern sollen während des Festes zudem die Unterschiede von Quernheim früher und heute gezeigt werden. Auch solle demonstriert werden, wie es damals vor 825 Jahren in Quernheim angefangen hat.

„Die Leute hier sind nett, jeder kennt jeden, hier habe ich das Gefühl von Heimatverbundenheit“, sagt der „Im Sande“ lebende Marc Wagner. Er freut sich auf das Fest und erklärt: „Ich hoffe, dass viele Leute daran teilnehmen. Wir werden sie alle herzlich willkommen heißen.“

hkl

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