Entspannung unter Platanen

An der Seestraße in Lembruch entsteht ein Wohnmobilhafen mit 50 Parzellen

50 Stellplätze für Wohnmobile entstehen derzeit auf einem Areal an der Seestraße in Lembruch. Bis Ostern soll der Wohnmobilhafen fertig werden. Foto: Russ

Bis Ostern sollen die Arbeiten am Dümmer abgeschlossen sein: Friedrich Eickhoff investiert 600.000 Euro in Stellplätze für Wohnmobile in Lembruch. 

Lembruch - Noch wühlen kleine Bagger im Boden, frisch angepflanzte Bäume stehen etwas einsam inmitten eines Feldes aus schwarzer Erde auf dem Areal südlich der Seestraße in Lembruch. Die Arbeiten für einen Wohnmobilhafen mit 50 Stellplätzen laufen dort gerade auf Hochtouren. „Bis Ostern soll er fertig sein“, hofft Bauherr Friedrich Eickhoff. Er investiert nach eigenen Angaben etwa 600 000 Euro in die Anlage und hofft auf bis zu 25 Prozent Zuschuss aus Fördermitteln der EU. Die genaue Höhe wird erst nach Abschluss der Arbeiten ermittelt.

„Der Trend geht wieder in diese Richtung. Und im ganzen Großraum gibt es in dieser Hinsicht nichts Vernünftiges“, begründet Eickhoff die Entscheidung, in direkter Nachbarschaft seines Campingplatzes mit etwa 300 Plätzen weiteren Raum für Wohnmobile zu schaffen. „Das wird das Modernste, was es momentan gibt“, verspricht er.

Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse

Neben Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss werden den Besuchern laut Eickhoff auch Wlan und eine zentrale Versorgungsstation zum Reinigen von Toilettenkassetten inklusive E-Ladestation zur Verfügung stehen. Außerdem können sie die sanitären Anlagen des Campingplatzes nutzen. Die Zufahrt soll über die Seestraße erfolgen.

Die einzelnen Parzellen seien großzügig bemessen, betont der Lembrucher. „Damit die Gäste nicht wie die Sardinen in der Dose aufgereiht sind.“ Neben dem eigentlichen Stellplatz, der speziell für das hohe Gewicht der Wohnmobile ausgelegt ist, gibt es jeweils einen kleinen Vorplatz, auf dem es sich die Gäste beispielsweise mit Campingstuhl und kleinem Tisch gemütlich machen können. Außerdem ist auf dem Areal eine Sitzecke mit Grill- und Bouleplatz unter Schatten spendenden Platanen geplant, wo die Gäste verweilen und mit anderen ins Gespräch kommen können.

Naturnahe Gestaltung

Wichtig ist Eickhoff nach eigener Aussage eine naturnahe Gestaltung der Anlage mit möglichst wenig Oberflächenversiegelung. Darum sind die Stellplätze beispielsweise nicht gepflastert, sondern mithilfe eines Gitters befestigt, das von Rasen überwachsen wird.

Die Trennung der Parzellen erfolgt durch Hainbuchenhecken, weil diese besonders pflegeleicht sind. Die Außengrenze des Wohnmobilhafens soll dagegen mit breiteren und dichten Vogelschutzhecken bepflanzt werden. Im Innern der Anlage sind verschiedenste Anpflanzungen geplant, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Einzelne Bäume bieten Vögeln ebenfalls eine Nistmöglichkeit, spenden im Sommer Schatten und bieten im Herbst ein prächtiges Farbenspiel. Denn sie wurden speziell nach der Farbe ihres Laubes ausgewählt, um einen Indian-Summer-Effekt zu erzielen.

„Da hat die ganze Region was von“

Friedrich Eickhoff ist zuversichtlich, dass das Interesse der Kurzurlauber groß sein wird. „Der Dümmer ist sehr schön, und auch das Umland ist schön. Wenn sie ihre Wohnmobile vernünftig abstellen können, dann werden die Gäste auch kommen“, ist er überzeugt. Insbesondere für Fahrradfahrer habe die Region einiges zu bieten. Und wenn sie sich auf ihrem Stellplatz wohlfühlen, so hofft der Lembrucher, dann bleiben sie auch ein oder zwei Tage länger. „Da hat dann die ganze Region etwas davon.“

Eine Abkehr vom Campingwagen zum Wohnmobil gibt es nach seiner Erfahrung nicht. „Das sind unterschiedliche Klientel.“ Campingwagen seien günstiger in der Anschaffung und stünden meistens das ganze Jahr über auf dem Campingplatz, und die Eigentümer kommen regelmäßig am Wochenende. „In den letzten Jahren hat ein Generationenwechsel stattgefunden“, berichtet Eickhoff. Es kommen inzwischen mehr junge Familien mit Kindern.

Wohnmobilstellplätze

Wer am Dümmer ein paar Tage ausspannen möchte und mit dem Wohnmobil anreist, der hat bislang keine große Wahl, wo er sein Lager aufschlägt. Den einzigen öffentlichen ausgewiesenen Stellplatz gibt es laut Tourismusmanagerin Jessica Weßling auf dem Parkplatz an der Seestraße in Lembruch. Die Nutzung ist kostenlos, dafür bietet er aber auch keinen Komfort, weder Strom- noch Wasseranschluss. Auf den privaten Campingplätzen in Hüde und Lembruch gebe es zwar einige Stellplätze, aber ein Wohnmobilhafen für diejenigen, die ein bisschen mehr Geld haben und ein bisschen Luxus wünschen, fehle in der Region, so Weßling. Zumal die Zahl der Wohnmobilisten weiter rapide steige. „Ich denke, dass das Erfolg haben wird“, begrüßt sie das Vorhaben Friedrich Eickhoffs.

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