„Folk'n More“ bringt den Rittersaal zum Beben

Viel Herzblut, gewürzt mit großer Portion Virtuosität

Das Ensemble „Folk´n More“ bot im Lemförder Rittersaal ein Konzert der Extraklasse. - Foto: Bechtel

Lemförde - Von Christa Bechtel. Die richtige Musik für einen ersten „heißen“ Frühsommerabend hatte am Mittwochabend „Folk‘n More“ im Gepäck. Auf Einladung des KulturBunts gastierte das Quintett im Lemförder Rittersaal, den sie mit ihren ebenfalls „heißen“ Rhythmen zum Beben brachten.

Nachdem Juliane Theinert vom KulturBunt die Konzertbesucher begrüßt hatte, war denen schnell klar, als die Folkmusik und „mehr“ in vielen Facetten und Klangfarben schillerte: Hier wird mit viel Herzblut, gewürzt mit einer großen Portion Virtuosität, und im perfekten Zusammenspiel eine ungewöhnliche Bandbreite vieler Genres zelebriert. „Folk‘n More“ – das sind Lehrer der Kreismusikschule Vechta, nämlich Gabriele Mele, Violinist aus Italien, Gerhard Koch-Darkow, Gitarren, Nils Gerhardts, Percussion/Gesang, Fritze Winnacker, Kontrabass, und Oliver Völker, Akkordeon.

Als das Ensemble sein Programm mit lateinamerikanischen Rhythmen und „Azùcar“ und „Recuerdos“ eröffnete, zauberten sie bei vielen Zuhörern sofort ein Lächeln ins Gesicht und brachten die Füße zum Wippen. Dementsprechend tosend fiel auch der erste Applaus aus, was in den nächsten gut zwei Stunden nahezu beibehalten wurde.

„Schön, dass sie hierhin gefunden und der Versuchung widerstanden haben, einen Grillabend auf der Terrasse zu machen“, freute sich Fritze Winnacker, der im Verlauf des Konzerts für eine launige Moderation sorgte. Seit über zehn Jahren seien sie bereits zusammen.

„Angefangen haben wir als Klezmer-Ensemble, weil wir damals einen Kollegen hatten, der das gerne spielen wollte“, verdeutlichte der Kontrabassist. „El Camello Risueno“ sei auch eines der ersten Stücke gewesen, „mit denen wir begonnen haben“, so Winnacker. Und schon erklang die unvergleichliche Singen-Lachen-Weinen-Tanzen-Musik, die „Klezmer“ kennzeichnet und die einfach nur Lebensfreude pur vermittelt.

„Mocca ‘n More“ ist nur ein Stück von vielen, die Gerhard Koch-Darkow für seine „Mitstreiter“ geschrieben hat. Diese orientalisch angehauchte Komposition lebt von Gegensätzen wie sanft bis pulsierend vorwärts treibend bis hin zum Stakkato. Da war es nicht verwunderlich, dass ein „super“ spontan durch den Rittersaal hallte.

Koch-Darkow hat aber auch etliche Arrangements übernommen. Wie „Purple Haze“, ein Lied von Jimi Hendrix aus dem Jahr 1967, mit dem die stilistische Bandbreite der Gruppe dann in den Rockbereich ging. Vor der Pause gab Nils Gerhardts, der zahlreiche Fans an diesem Abend hatte, da er als Dozent an der Musikakademie Dümmer-See in Hüde tätig ist, eine Gesangskostprobe mit „Long, long, long“ von George Harrsion und „Thick As A Brick“ von Ian Anderson, Gerald Bostock. Nur leider wurde er zu diesem Zeitpunkt von den Instrumenten übertönt. Doch das sollte sich im zweiten Teil ändern.

Den eröffneten Gabriele Mele, Gerhard Koch-Darkow, Fritze Winnacker und Oliver Völker mit Astor Piazollas „Chiquilin de Bachin“. Im Tango-Rhythmus ging es mit der stimmigen Eigenkomposition „Tango Oriental“ von Koch-Darkow ebenso weiter, wie auch mit der beliebten Klezmermusik. „Raggae hatten wir noch nicht; das ist die Abteilung ‚More‘“, meinte launig Fritze Winnacker, der damit eine Uraufführung ankündigte. „Autumn‘s Reggae“ ist nämlich ein ganz neues Stück, natürlich aus der Feder von Gerhard Koch-Darkow.

Nach Irland entführte „Folk‘n More“ das Publikum mit „Skibereen“ – und Nils Gerhardts konnte nun mit seinem Gesang glänzen. Nach einem Arrangement von Koch-Darkow brachten die Instrumentalisten und der Lead-Sänger „Set The Controls For The Heart Of The Sun“ von Pink Floyd so fulminant zu Gehör, dass sekundenlange Stille nach dem letzten Ton herrschte – dann aber der Applaus aufbrandete und gar nicht enden wollte. Publikumswirksam sollte das Konzert der Extraklasse mit Klezmer-Stücken enden. Doch ohne zwei Zugaben ließ das begeisterte Auditorium „Folk´n More“ nicht gehen.

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