Gesundheitstreff Lemförde

„Veränderung ist möglich, solange der Körper warm ist“

+
„Älter werden mit Humor“: Referentin Maike Carls hatte von diesem eine ganze Menge.

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Wir sind ausverkauft“, strahlte das ehrenamtliche Team des Lemförder Gesundheitstreffs – Anne Hoppe, Karin Framke, Annegret Jaquet-Nitschke – im Lemförder Rittersaal.

Zum ersten Vortrag im neuen Jahr hatte das Trio die Diplom-Pädagogin für Erwachsenenbildung Maike Carls aus Reepsholt eingeladen, die zum Thema „Älter werden mit Humor“ referierte. Dabei zog sich das „Essigabschmecker-Gesicht“ und der „50 Euro-(Such)-Gang“ wie ein roter Faden durch ihren fast schon kabarettistischen Vortrag.

Im Namen des Dreierteams hieß Anne Hoppe die vielen Besucher willkommen, die teilweise wieder von „wer weiß woher“ angereist waren. Auf heitere Weise nahm sie bereits hier das Älterwerden nebst Falten „aufs Korn“, sodass sich sofort eine entspannte lebensfrohe Stimmung im Rittersaal breit machte. 

Mit einem „Moin miteinander“ begrüßte Maike Carls ihre Zuhörerschaft, die gleich zugab: „Ich habe blonde Haare, bin 60 Jahre alt, in den Wechseljahren, Ostfriesin, genetisch total verdorben und hoffnungslos chaotisch obendrein. Also, falls Sie Ansprüche an diesen Vortrag haben, schrauben Sie die ganz, ganz weit nach unten.“

Leben ist fröhlicher

Jahrelang sei sie mit einem Essigabschmecker-Gesicht oder dem 50 Euro-Gang unterwegs gewesen. „Aber ich habe nie 50 Euro gefunden.“ Doch in den letzten 15 bis 20 Jahren versuche sie eine der schwierigsten Turnübungen überhaupt zu meistern: „Ich versuche mich selbst auf den Arm zu nehmen“, so die Referentin, die etliche Requisiten im Gepäck hatte. „Mein Inhaltsverzeichnis zum Vortrag“, hatte sie zuvor verraten.

Jahrelang habe sie ausgesehen, „als wenn ich in der Essigfabrik arbeiten würde und müsste da den Essig abschmecken. Und dann habe ich entdeckt, dass ich blond bin. Da ist quasi in meinem Leben die Sonne aufgegangen. Jetzt ist mein Leben fröhlicher, abwechslungsreicher, glücklicher, zufriedener“, betonte die Ostfriesin, die sich intensiv mit der Gelotologie, der Wissenschaft des Lachens, beschäftigt hat. 

Aber erst einmal musste sie einen leidvollen – auch durch Krankheit – Weg gehen, da sie merkte: „Ich bin vollkommen neben der Spur.“ Und: „Ich war eine notorisch unzufriedene Frau.“ Bis ihr das Buch „Das wäre doch gelacht“ in die Hände fiel.

Mit ihrer humorvollen Art plus einer Prise Selbstironie erzählte Maike Carls ihre Lebensgeschichte, gab etliche Beispiele mitten aus dem Leben und schilderte mal ärgerliche, aber auch humorvolle Situationen, sodass es oftmals spontanen Applaus gab und sich das Lachen wie eine „La Ola“ durch den Rittersaal zog. 

Lachen ist das Zauberwort

Das Lachen war an diesem Abend auch das Zauberwort. Denn Maike Carls hat sogar Humorkongresse in München und Köln besucht und erfahren, was lachen alles bewirken kann. „Man sollte lernen, über sich selbst zu lachen, und zwar über die eigenen Idiotien, die desaströsen Gedanken und die eigenen idiotischen Ideen, die wir manchmal haben“, gab die gelernte Krankenschwester ihren ersten Tipp.

Mit Humor über den Dingen stehen, ist die Maxime der Reepsholterin, die dem Auditorium ebenfalls empfahl: „Einfach ein Stäbchen oder auch einen Kugelschreiber zwischen die Lippen nehmen. Und jede Gehirnzelle denkt: ‚Es wird netter – Maike lacht!“ Oder sich emotionale Airbags (rote Nasen) zulegen. Und wenn man sich ärgert: „Einfach mal auf den Stuhl stellen und das Leben humorvoll von oben betrachten. Humor ist das Erste-Hilfe-Pflaster. 

Wenn er Ihnen abhandenkommt, so legen Sie sich einen Erste-Hilfe-Koffer gegen schlechte Laune, trübe Tage… zu, wo sie unterschiedlichste Sachen sammeln. Manchmal ist es nämlich wichtig, nicht nur in das eigene Leben, sondern auch in das von fremden Leuten mehr Licht zu bringen.“ Schon setzte sie sich einen Licht-Haarreif auf – kurze Zeit später auch eine rote Nase, eine rosarote Brille. Denn: „Veränderung ist möglich, solange der Körper warm ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Die Techniktrends 2018 im Überblick

Die Techniktrends 2018 im Überblick

Autositze werden immer gesünder

Autositze werden immer gesünder

Dschungelcamp 2018: Das passierte am Montag

Dschungelcamp 2018: Das passierte am Montag

Dior zeigt sich surreal zu Beginn der Couture-Schauen

Dior zeigt sich surreal zu Beginn der Couture-Schauen

Meistgelesene Artikel

„NightWash“-Künstler kommen zum Appletree Garden Festival

„NightWash“-Künstler kommen zum Appletree Garden Festival

Kostenlose Blumensamen für die Passanten

Kostenlose Blumensamen für die Passanten

Ein Nachtquartier für durchreisende Obdachlose

Ein Nachtquartier für durchreisende Obdachlose

Syker Schützen schießen zu selten

Syker Schützen schießen zu selten

Kommentare