Umweltschutz-Reise

Familie aus Frankreich sammelt Umwelterfahrungen in ganz Europa ‒ und auch in Hüde

Machten auf ihrer „Tour ecologique“ Stopp in Hüde: Olivier (2. von links), Elise, Etienne, Naëlle und Ellen Rondot aus Le Mans. Kirsten Henseleit (links), Caroline Poitzsch (rechts) und Udo Effertz (2. von rechts) informierten die französische Familie vor Ort.
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Machten auf ihrer „Tour ecologique“ Stopp in Hüde: Olivier (2. von links), Elise, Etienne, Naëlle und Ellen Rondot aus Le Mans. Kirsten Henseleit (links), Caroline Poitzsch (rechts) und Udo Effertz (2. von rechts) informierten die französische Familie vor Ort.

Ihre ungewöhnliche Umweltschutz-Reise quer durch Europa führte die Familie Rondot aus Le Mans (Frankreich) auch nach Hüde.

Hüde – In der Slowakei besuchen die Fünf eine Industriefläche mit Dächern, auf denen Bäume wachsen, in Polen einen Primärwald ohne menschliche Eingriffe. In Estland treffen sie auf Ureinwohner auf einer Insel und die dänische Insel Samso will zeigen, wie sie 2030 keine fossilen Energieträger mehr nutzt. Die ungewöhnliche Umweltschutz-Reise quer durch Europa der Familie Rondot aus Le Mans (Frankreich) wird acht Wochen dauern.

Am Sonntag machten Vater Olivier und Mutter Elise Rondot mit ihren drei Kindern Ellen, Etienne und Naëlle in Hüde am Bienenlehrpfad der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) Station.

NUVD-Vorsitzender Udo Effertz und Mitarbeiterin Caroline Poitzsch (Biowissenschaftlerin) stellten die Fläche und das neueste vom Verein begleitete Projekt „Hörster Heide“ der Firma HÖP (Handelsgesellschaft für ökologische Produkte) von Martin Leer im nahegelegenen Neuenkirchen-Vörden vor.

Mittendrin im Netzwerk: Kirsten Henseleit, Konrektorin der Von-Sanden-Oberschule Lemförde, mit profundem Französisch-Können. Sie ist eine Freundin der Familie.

„Wir haben parallel zum Besuch mit unseren Schülern das Thema Recyceln bearbeitet“, so Kirsten Henseleit. Die Kinder der Rondots werden das Puzzle, wie Europa sich zu Nachhaltigkeit aufstellt, an den angesteuerten Orten von Hüde über Berlin, Dänemark, Schweden, Estland, Polen und der Slowakei „live“ erleben.

Olivier Rondot ist ein Cross-over von Bibliothekar und Mediathek-Mitarbeiter in einer Schule in Le Mans. „Wir machen diese Reise „pour les Enfants“ (für die Kinder), sagt er auf der Blüh- und Streuobstwiese des NUVD.

Die jüngeren Kinder tollten auf den Erdhügeln des im Bau befindlichen Regenrückhaltebeckens an der alten Hüder Dorfschule.

Das Ziel der ambitionierten französischen Familie ist, Umwelterfahrungen in Europa zu machen anhand von kleinen Einzelprojekten „Damit der ökologische Wandel gelingt“. Dazu bereitete sie lange im Vorfeld die Reise vor und hofft, dass sie alle Ziele erreicht trotz unterschiedlicher Corona-Regeln der Länder.

Einzelprojekte in mehreren Ländern

In Bourges besuchten sie eine Firma, die Masken recycelt und Fahrradgaragen aus Holzpaletten baut. In Montbéliard ein mit Stroh isoliertes Haus, in Malmö in Schweden lernen sie etwas über das gut ausgebaute Fahrradnetz.

„Wir sammeln Ideen in Europa und sind überzeugt, dass die vielen kleinen Aktivitäten in Sachen Nachhaltigkeit den Erfolg bringen“, sagt Olivier Rondot. In Deutschland war Hüde erste Station der Familie, untergekommen war sie bei Freunden in Bohmte.

Caroline Poitzsch informierte über den „Parc Ecologique“ im Gewerbegebiet von Unternehmer Leer. „Martin ist bei uns Vereinsmitglied und hat ein Wochenendhaus in Hüde. Dort weht immer die schwedische Flagge“, ergänzt Udo Effertz. Der NUVD beriet Leer bei der Außengestaltung des Unternehmensstandorts. Der Grünbereich konnte durch die Bingo-Umweltstiftung mit 68 Prozent gefördert werden. Entstanden ist ein Gebäude in CO2-neutraler Bauweise mit Nutzung von 100 Prozent regenerativem Strom.

Auf 8.000 Quadratmetern entstand eine Streuobstwiese mit 29 Obstbäumen alter Sorten, ein Feuchtbiotop mit ausgeprägten Flachwasserzonen, die Einsaat einer regionalen Saatmischung und es wurden Nistkästen für verschiedene Vogelarten angebracht. Die Bilder zeigten, dass die Fläche inzwischen saisonal immer andersfarbig blüht und sehr pflegeleicht ist.

„Wir wollten durch Artenvielfalt in dem Gewerbegebiet eine ökologische Aufwertung und einen Erholungswert für Mitarbeiter schaffen“, so Poitzsch. Erste Erfolge sind belegbar: „Unsere Kamerafallen zeigten den Austernfischer, das Rebhuhn, die Hohltaube und die Plattbauch-Libelle“, erklärt Effertz.

Familie Rondot zeigte sich begeistert vom Engagement vor Ort und nahm das Projekt digital mit in ihrem Rucksack der Ökologie-Sammel-Aktion durch Europa. Olivier und Elise Rondot werden zurück in Frankreich die verschiedenen Projekt Jung und Alt vorstellen und sind davon überzeugt: „Nur so kann man die Dimension unseres ausufernden Lebens erfahrbar machen und eine Reflektion einleiten.“

Ihre Reiseerfahrungen teilen sie im Internet auf Instagram unter: Voyage Europe durable (@ddurable72) .

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