Ludwig Wiegmann erhält Bundesverdienstorden für jahrzehntelanges Engagement

Überparteilich und von Herzen aktiv

Landrat Cord Bockhop (r.) überreichte Ludwig Wiegmann (mit Ehefrau Marga) den Verdienstorden. Foto: Brauns-Bömermann

Lemförde – Über 40 Jahre hat Ludwig Wiegmann die Kommunalpolitik in der Gemeinde Marl und der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ mitgeprägt und viele Projekte angeschoben. Für sein jahrzehntelanges Wirken überreichte ihm Landrat Cord Bockhop am Mittwochabend im festlichen Ambiente des Rittersaales in Lemförde das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Familie, Freunde, Fraktionskollegen und Gratulanten waren zur Feierstunde gekommen. Der Bundesverdienstorden ist die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland für besondere Leistungen im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, geistigen oder ehrenamtlichen Bereich.

„Wenn dieser Orden ausgehändigt wird, wird er es immer an eine besondere Person“, sagte Bockhop mit Blick auf den FDP-Politiker. „Da reicht nicht nur das Ehrenamt, das muss ein Fußabdruck sein.“ Dieser Verdienstorden, von Theodor Heuss erstmalig verliehen 1951 an den Bergmann Franz Brandl für die Rettung eines Kumpels, ziert das Revers von Wiegmann.

„Sie genießen überparteilich großes Ansehen und haben politische Verantwortung übernommen. Sie haben nicht nur diskutiert, sondern aktiv mitgestaltet“, erklärte der Landrat.

Mit Blick auf die politischen Stationen Wiegmanns und seine angestoßenen Projekte in seiner Heimatgemeinde Marl sowie sein Engagement in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“, im Kreistag und als stellvertretender Landrat meinte Bockhop: „Sie haben durch dieses Engagement auch Eigenwerbung bei den Kommunalwahlen betrieben.“ Dabei habe Wiegmann sicher aufgrund der ehrenamtlichen Zeitbelastung über Jahre ein leeres Zuhause am Abend riskiert. „Die Beteiligung ihrer Familie ist daher überaus anerkennenswert.“

Parteikollege Jürgen Hage sah das genauso: „Heute hast Du das bekommen, was Du lange verdient hast.“ Er erinnerte sich, wie er selbst durch Ludwig Wiegmann zu seinem politischen Engagement kam. „Du hattest mich zum FDP-Dämmerschoppen eingeladen. Per handgeschriebenem Brief darum gebeten, sich die FDP, aber auch die anderen Parteien, anzusehen, um zu entscheiden, welche zu mir passt.“

Wiegmanns Offenheit und Hartnäckigkeit hätten ihn beeindruckt: „Du warst mein Lehrherr, Deine Netzwerke bis in die Bundespartei sind bemerkenswert.“ Für Hage war Wiegmann ein Sinnbild der Demokratie: „Voller Ehrfurcht möchte ich mich verbeugen davor.“

Die Familie mit Ehefrau Marga und den Söhnen Sebastian und Matthias, die manche Stunde hätten auf Mann und Vater warten müssen, gehörten für ihn untrennbar dazu: „Man braucht ein festes Zuhause für einen so klaren Kopf.“

Für Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe war die von Wiegmann gegründete Stiftung für die Allgemeinheit und soziale Zwecke beeindruckend: „Ich durfte als derjenige, der Sie erst seit 2014 kennt, lernen, welche Meilensteine sie mitbewegt haben innerhalb der Samtgemeinde.“

Wiegmann zeigte sich emotional berührt: „Ich möchte Worte des Dankes sagen, aber eigentlich bin ich sprachlos.“ Vor 50 Jahren, als er begann, bei den Freien Demokraten mitzumachen, und vor 24 Jahren, als er als Samtgemeindebürgermeister den Rittersaal einweihte, wäre er nie auf die Idee gekommen, hier selbst den Orden verliehen zu bekommen. „Ich meinte damals – und meine es noch immer – es ist ganz selbstverständlich, dass ein Bürger sich für sein Umfeld und für seine Heimat engagieren sollte.“ Es sei eine Ehrenpflicht. „Ein klein wenig Opfer steckt drin, die Zeit. Doch der Gewinn war auf allen Ebenen ungleich größer.“

Für die jungen Menschen hatte Wiegmann einen Rat parat: „Engagiert Euch und bringt Euch ein, dabei schaut aber über den eigenen Tellerrand hinaus.“ Er würde die Ehrung mit dem Bundesverdienstorden gerne in Stellvertreterfunktion für viele annehmen. Für die Nachsicht bedankte er sich bei seiner Familie.  sbb

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