Letztes Konzert in Mutterhauskapelle

„Trio Flauto Dolce“ : Zwei Zugaben zum Abschied

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Das „Trio Flauto Dolce“ brannte zum Abschied zusammen mit seinen Gastmusikerinnen ein musikalisches Feuerwerk unter dem Titel „Hausmusik aus dem Barock“ ab.

Lemförde - Von Christa Bechtel. Etwas wie Abschiedsschmerz lag doch in der Luft der Mutterhauskapelle Lemförde, als das „Trio Flauto Dolce“ – Wiltrud Althoff-Stange, Blockflöten, Dr. Heike Garbe, Blockflöten, Querflöte, Barbara Gadow, E-Cembalo, Orgel, Querflöte, und die Gastmusikerinnen Bettina Piwczyk, Fagott, Karin Heintze, E-Cembalo – dort ein letztes Konzert gab. Überschrieben war es, wie in den vergangenen Jahren auch, mit „Hausmusik aus dem Barock“.

„Ich kann mir eine Nach-Weihnachtszeit gar nicht vorstellen ohne ein Hauskonzert von Ihnen. Aber Frau Althoff-Stange hat mir glaubwürdig versichert, es wäre definitiv das letzte Mal“, sagte denn auch Oberin Schwester Heidemarie Jäckel zur Begrüßung in der sehr gut gefüllten Kapelle. Mit dieser Aussage erntete sie sogleich ein bedauerndes „Oh“ seitens der Besucher. Daraufhin Schwester Heidemarie: „Ich wollte auch schon intervenieren, hatte aber das Gefühl – da ist keine Verhandlungsbasis mehr.“

Der noch stehende große Weihnachtsbaum verlieh dem Konzert, zu dem das „Trio Flauto Dolce“ viele Lieblingsstücke der vergangenen Jahre mitgebracht hatte, noch eine besonders festliche Note. Das hatte das Quintett, indem es von hinten durch den Kirchenraum zum Altar schritt, mit einem barocken Entree eröffnet. Voller Lebendigkeit und leidenschaftlicher Innigkeit interpretierten sie dann zum Auftakt eine Sonate des englischen Komponisten und Violinisten William Corbett.

Joseph Bodin de Boismortier gilt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als einer der produktivsten französischen Komponisten von Flötenmusik, der auch als erster Franzose Sonaten für Flöte mit obligatem Cembalo schuf. Wie die dreisätzige Triosonate für zwei Altblockflöten und b.c., „was basso continuo heißt. Das ist kein Instrument, sondern eine Begleitform – immer ein Tasten- und Bassinstrument. Das Bassinstrument spielt immer das, was die linke Hand in der Taste spielt“, erläuterte Wiltrud Althoff-Stange dem Publikum, die Barbara Gadow und Bettina Piwczyk um eine Kostprobe für die Zuhörerschaft bat. Kurze Zeit später wurde das Werk in drei Sätzen im homogenen Zusammenspiel zu Gehör gebracht.

Georg Philipp Telemann ist unverzichtbar

Wer sich für klassische Musik interessiert, kommt an Georg Philipp Telemann nicht vorbei. Von ihm hatten Wiltrud Althoff-Stange, Bettina Piwczyk und Barbara Gadow das dreisätzige Trio F-Dur gewählt, das sie mit sprudelnder Agilität erklingen ließen. Dabei dominierten überwiegend Flöte und Fagott, die sich in trauter Zweisamkeit wundervoll lebendig-erfrischende Dialoge, mal spritzig, mal traurig, „lieferten“. Während das Cembalo verhalten begleitete und sich erst im dritten Satz voll entfaltete. Nur während des Konzerts für Sopranino, zwei Altblockflöten und b.c. des französischen Komponisten und Flötisten Jean-Jacques Naudot waren alle fünf Musikerinnen im Einsatz. Kein ganz einfaches Stück, das sie jedoch bravourös meisterten.

Im Barock wurde die „Folia“ zu einer beliebten Grundlage für Instrumentalvariationen. Johann Christian Schickhardt schrieb „La Folia“ (spanischer Volkstanz) in neun Variationen für Altblockflöte, Querflöte, Fagott und E-Cembalo, die das Quartett in glitzernde Klangwirkungen verwandelte. Sodann bestach Barbara Gadow solistisch, die exzellent den Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Buxtehude für Orgel solo interpretierte.

Ein ganz eigener Zauber schwang auch in der Musik der Komponisten Johann Gottlieb Janitsch und Antonio Vivaldi. Nach einem musikalischen Feuerwerk und einem farbenreich akzentuierten Bild dieser abwechslungsreichen, wunderschönen Musik konnten sich die Musikerinnen über den finalen Applaus freuen, den sie mit zwei Zugaben honorierten. Und Schwester Heidemarie verteilte Mozartkugeln und Blumen zum Abschied…

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