Treffen in Rehden erstmals mit Oldtimer-Schau / Fabulieren über das Traumauto / Edu Waschefort präsentiert kultige Isetta 300

BMW-und Mini-Fans werfen einen Blick unter die Haube

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Der leichte Nieselregen konnte die Autofans am Samstagnachmittag nicht davon abhalten, beim BMW- und Mini-Treffen einen Blick unter die Haube zu werfen.

Rehden - Von der Haifischform bis zum kompakten Off-Roader, vom Coupé bis zum Kombi, von der geräumigen Limousine bis zum zweisitzigen Sportwagen: In Rehden kamen am Sonnabend zum dritten Mal viele BMW-Liebhaber zusammen, um in vollmotorisierter Romantik zu schwelgen und in ausgiebigen Fachsimpeleien zu versinken. Organisator Dieter Johanning und sein Team hatten das Treffen erstmals um eine Oldtimer-Sparte erweitert und zum Schluss zählte der Platz rund 250 Teilnehmer.

Einige Minimodelle mischten sich unter die Fahrzeuge, doch der „große Bruder BMW“ dominierte das Bild. Von den Modellen war fast keines mehr original, alle aufgehübscht, getuned, in matt, mit persönlichen Accessoires versehen. Eben die Lieblinge der Fahrer. Und das gab reichlich Stoff für Gespräche: „Wie hast du das denn hingekriegt, wo findet man die Bauteile, wie werden sie eingetragen, wieviel Platz bleibt unter dem Spoiler zum Boden?“ Alles Fragen, die leidenschaftlich diskutiert wurden. Dort wo mehr als sechs Zylinder und geballte Motorpower zu erwarten waren, standen die Motorhauben und die Münder der Vierradfans offen. Bei Nieselregen saß der eine oder andere Fahrer auch gerne mal im Fahrzeug und wärmte sich auf oder genoss eine Ruhepause.

Stellvertretend für Twiggy, Rowan Atkinson, die Beatles oder die vielen Prominenten, die ab den 60er-Jahren einen Mini besaßen, standen die aktuelleren Modelle des Mini in Rehden. Auch eines der wohl kultigsten aller BMW-Bauwerke fand den Weg aus Lohne nach Rehden: die Isetta 300, ursprünglich eine Notlösung in Zeiten der Krise. Aber der Reihe nach.

1929 setzte das bis dahin nur als Motorrad- und Flugmotorenhersteller bekannte Unternehmen aus München die Öffentlichkeit in ganzseitigen Zeitungsanzeigen darüber in Kenntnis, dass man fortan auch Automobile produzieren werde. Beinahe gleichzeitig präsentierte BMW in seinem neuen Verkaufsgeschäft im Zentrum Berlins das erste Modell mit der Typenbezeichnung 3/15 PS. Im Volksmund bis heute „Dixi“ genannt, verließ es die Montagehalle in Berlin-Johannistal. Der erste „echte“ BMW ließ dann 1932 seinen Motor aufheulen. Bis heute ist BMW berühmt für seine Sechszylinder-Triebwerke. Mitte der 1950er Jahre geriet der Automobilhersteller schließlich in eine schwere Krise. Zeit für Planung und Konstruktion eines Kleinstwagens blieb nicht, es gab nur eine einzige andere Möglichkeit: den Lizenzbau.

Rund 60 Jahre später präsentierte sich die Isetta 300 Baujahr 1958 von Edu Waschefort mit Anhänger in Rot nun in Rehden als Oldtimer mit magischer Anziehungskraft auf Nostalgiefans. Die Isetta und Edu Waschefort sind seit 36 „die besten Freunde“, sie war sein erstes Auto. Dabei war die Isetta eigentlich ein Rollermobil, das die Bayerischen Motorenwerke von 1955 bis 1962 bauten. Der Hersteller bezeichnete das zwischen Motorrad und Auto einzuordnende Fahrzeug als „Motocoupé“. „Aber auch auf der Schiene lief sie gut. Sie lief in Lohne, der Besitzer fuhr seine Arbeiter damit ins Moor“, erzählt Waschefort. Eigentlich war das, was auf mitgebrachten Bildern zu sehen war, nur ein verrostetes Chassis ohne Aufbau, ohne Reifen. Doch Fachleute kennen die Kniffe. Heute ist die wieder aufgebaute Karosserie feuerverzinkt und will als Zeitzeuge noch viele Jahre überleben.

sbb

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