Ströherin Julia Lange beim Hamburger Derby / Pfingstturnier am Wochenende

„Eine Erfahrung, die man nicht vergisst“

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Der Start beim Hamburger Derby hat Julia Lange vom RFV Ströhen unvergessliche Erfahrungen beschert. Jetzt freut sie sich auf das Pfingstturnier ihres Vereins.

Ströhen - Von Sonja Rohlfing. Große Reitturniere wie das Bundeschampionat oder die Norddeutsche Meisterschaft sind ihr nicht unbekannt. Jetzt hatte Julia Lange vom Reit- und Fahrverein Ströhen die Chance, beim Hamburger Derby auf Chacco R im „Youngster Cup“, einer internationalen Tour für sieben- und achtjährige Pferde, zu starten.

„Das ist noch einmal eine ganz andere Nummer“, resümiert die 29-Jährige. Obwohl schon ein paar Tage her, wirken die Erlebnisse noch nach. Das Turnier ist für die Reitsportlerin auch ein Ansporn für neue Ziele.

„Das Hamburger Derby ist eine Erfahrung, die man nicht vergisst“, erzählt Julia Lange. „Das Turnier ist überwältigend – von der Atmosphäre her und dem Drumherum.“ Das seit 1920 in Hamburg-Klein Flottbek ausgetragene Deutsche Spring-Derby genießt Kultstatus. Jahr für Jahr lockt das Top-Ereignis mehrere zehntausend Besucher und die Weltelite des Pferdesports in die Hansestadt. In diesem Jahr waren Reiter aus mehr als 20 Nationen mit über 500 Pferden vertreten. Mit seinen besonderen Hindernissen wie etwa dem Großen Wall, Pulvermanns Grab oder den Holsteiner Wegesprüngen ist der legendäre Parcours von Beginn an unverändert. „Da bin ich dran vorbeigeritten.“ Denn auch der „Youngster Cup“ fand auf dem Hauptplatz statt. „Von den Zuschauern und selbst dem Stadionsprecher habe ich nichts mitbekommen“, sagt Julia Lange und schmunzelt.

Mehr als 60 Pferdesportler starteten in der Tour, vor der die Pferdewirtschaftsmeisterin wie alle Reiter die Akkreditierung und ihr Pferd die Tierarztkontrolle durchlaufen musste. Die Teilnehmerliste der Prüfung liest sich wie das „Who is Who“ des deutschen Reitsports. Fast der komplette Championatskader der deutschen Springreiter war mit Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum, Christian Ahlmann, Marco Kutscher, Daniel Deußer, Andre Thieme und Marcus Ehning vertreten.

Die erste Qualifikation der Tour beendeten Julia Lange und der achtjährige Fuchs von Chacco-Blue/Arpeggio aus der Zucht von Wilhelm Rohlfing aus Ströhen mit zwei Springfehlern. „Das war die Aufregung. Der Platz ist sooo groß. Da hat das Pferd große Augen bekommen und ich habe ihn wohl zu wenig unterstützt“, erzählt sie und ergänzt: „Es war aber auch ein bisschen Pech.“ Der zweite Tag sei richtig gut gewesen. „Das Pferd sprang gut. Wir hatten null Fehler. Für eine Platzierung waren wir jedoch etwas zu langsam.“ Aufgrund der zwei Fehler aus der ersten Qualifikation habe es für das Finale der besten 30 Paare nicht mehr gereicht.

„Wir sind trotzdem noch in Hamburg geblieben und haben uns einen schönen Tag gemacht.“ Sie sei zwar mit sportlichem Ehrgeiz nach Hamburg gefahren, aber genauso mit dem Vorsatz, die Tage mit ihrer Familie zu genießen. „Urlaub gibt es schließlich bei uns nicht so oft“, berichtet die viel beschäftigte Tochter einer Reiterfamilie, die mit acht bis zehn Pferden pro Tag arbeitet.

Sicherheit für den großen Einsatz in Hamburg hat ihr im Vorfeld ein Sieg in einem S-Springen in Hildesheim gegeben. Ansonsten habe sie mit dem Pferd ein normales Pensum absolviert und mehrere größere ländliche Turniere besucht. „Chacco habe ich, seit er vierjährig ist. Alles, was er kann, hat er bei mir gelernt“, ist die Reiterin stolz.

Die Erlebnisse in Hamburg haben sie keinesfalls die Bodenhaftung verlieren lassen. „Schade ist nur, dass Chacco nicht mehr da ist.“ Das Pferd ist inzwischen verkauft. Selbst wenn Julia Lange weiß, dass es das Anliegen eines jeden Züchters ist, sein Pferd zu verkaufen, fiel ihr der Abschied doch schwer. Neue Ziele hat sich die sympathische junge Frau trotzdem schon gesteckt. „Ich würde gern wieder auf das Derby hinarbeiten und irgendwann eine Deutsche Meisterschaft reiten wollen.“

Der nächste Einsatz steht für die Reiterin schon jetzt am Wochenende an, und zwar beim Pfingstturnier ihres Vereins. Sich nach den Erlebnissen in Hamburg dafür zu motivieren, ist für Julia Lange kein Problem. „Zuhause zu reiten ist immer schön“, erklärt sie voller Vorfreude.

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