OLE stellt sich nach Umbau mit einem Tag der offenen Tür vor

Die von den OLE-Bewohnern gezimmerten Bänke aus Holzpaletten sorgen auf der Terrasse für Gemütlichkeit. Foto: Brauns-Bömernann

Lemförde – Hinter dem Verein OLE (Orientierung Leben Entwicklung) steht eine lange Tradition mit ambulanten und stationären Angeboten, die an der Hauptstraße in Lemförde bis 1955 zurückreicht. OLE ist der Trägernachfolger der Inneren Mission Diepholz (1955 bis 1985) und des Kinderheims Lemförde (1985 bis 2014). Nach umfangreichen baulichen Veränderungen präsentierte sich OLE am Freitag bei einem Tag der offenen Tür.

Den Start machte Martin Kühn aus Worpswede mit seinem Fachreferat zum Thema Traumapädagogik (Bericht folgt). Am Nachmittag konnten alle Intressierten die Einrichtung besichtigen und mehr über ihre inhaltlichen und räumlichen Veränderungen erfahren.

„Der Nachmittag war ein Überraschungskeks“, meinte Dirk Feldkötter, Geschäftsführer der Institution mit rund 90 Mitarbeitern, gegen Ende der Veranstaltung. Das Haus mit seinen Individualgruppen, neuer Werkstatt, stationärem und ambulantem Bereich und den begleitenden Angeboten war voller Leben gewesen.

Zum offiziellen Teil am Vormittag begrüßte Feldkötter Gäste, Ehemalige, Vorstand und Mitarbeiter, Unterstützer und Freunde. „Wir waren in einer schwierigen Situation 2010“, erinnerte er. Das habe man in den Gruppen gespürt, die Stimmung sei getrübt gewesen und das Gebäude in die Jahre gekommen. „Wir haben uns gefragt: Sind wir noch auf dem richtigen Weg oder müssen wir etwas verändern?“ So entschloss sich der Vorstand für Innovation, sowohl beim Konzept als auch durch die Renovierung des Gebäudes.

Konzeptionell ist OLE auf dem Weg, Kindern, Jugendlichen und Familien Orientierung für das Leben zu vermitteln, beim Erkennen von Perspektiven zu helfen und Familien auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft zu unterstützen. Im Fokus steht dabei die Traumapädagogik. „Komme, wie Du bist“, ist immer der Ausgangspunkt. Hinter diesem Satz steht viel Toleranz, Verständnis und Geduld. Die Einrichtung wolle jungen Menschen bei ihrem Aufenthalt dort ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Baulich hat sich einiges getan. So wurde ein Durchgang abgerissen, damit die Gruppe „Silberpfeil“ mit traumapädagogischem Schwerpunkt (neun Plätze, sechs Pädagogen) und Regelwohngruppe „Kranich“ (neun Plätze, fünf Pädagogen) vom Verwaltungstrakt getrennt sind. Die zweite Regelwohngruppe „Fröhlich“ befindet sich im Obergeschoss des Verwaltungsbaus. In allen Gruppen leben junge Menschen von 6 bis 18 Jahren.

„Zu jeder Wohngruppe sind Terrassen entstanden“, erläuterte Feldkötter. Besonders stolz seien die Bewohner auf das Insektenhotel, die Hochbeete und die aus Holzpaletten selbst gezimmerten Sitzmöbel, erklärte Mitarbeiterin Petra Schmergel. „Aus der geplanten Renovierung wurde eine große Sanierung“, so Feldkötter.

Die Großküche, die sich durch die neu entstandenen Küchen in den Gruppen erübrigte, bauten Mitarbeiter und Bewohner zur gut ausgestatteten Kreativwerkstatt um. „Die Kinder- und Jugendlichen haben viel selbst Hand angelegt“, erläuterte Dorothea Wigbers und verwies auf die Bilder im Flur, die Kindern in Helm und mit Werkzeug zeigen. Die Werkstatt bietet dienstags und donnerstags heilpädagogische Förderung an: Malen, Töpfern, Upcylcling von Alltagsprodukten und Holzarbeiten.

Im Garten ist eine Ausschachtung zu sehen: „Dort entsteht unser Fitness-Parcours zum Auspowern für Kids und Mitarbeiter“, erläuterte Feldkötter. Das tiefe Grundstück mit viel Grün und Ballsportplatz macht den Eindruck eines „Kinder- und Jugenddorfes“. Der Umbau stellt sich als sehr freundlich und hell dar. Im Erdgeschoss sind im Therapie- und Besprechungsräume entstanden, die Eltern- und Familienarbeit von Annika Schiebe ist dort verortet.  sbb

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