Skulpturengarten am Dümmer öffnet bis Ende August seine Pforten

Künstlerische Positionen zum Thema Gezeiten

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Gerlinde Buddrick

Hüde - Von Christa Bechtel. „Es ist eine Herausforderung, im Außenraum Kunst zu forcieren. Es ist eine Herausforderung, Material, Kraftaufwand und dann auch noch die Natur mit einzubeziehen. Und die ist unberechenbar“, sagte Gerlinde Buddrick, die am Sonntag in fünfter Auflage in ihren zauberhaften „Skulpturengarten Dümmer See“ nach Hüde eingeladen hatte – und Hunderte von Besuchern willkommen hieß. Das Thema: Gezeiten.

„Gezeiten, das ist nicht nur Ebbe und Flut. Das ist vielleicht das Erste, was einem in den Sinn kommt, wenn ich an ,Gezeiten‘ denke“, so Gerlinde Buddrick zur Eröffnung. Mit dem Thema verbindet sie weitergefasst: Gezeiten des Lebens, ein Auf und Ab, Kommen und Gehen, Bewegung und Stillstand. Das Motto biete aber ihrer Meinung nach einen großen Interpretationsspielraum für Künstler.

Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo das Thema „Klang:Raum“ war „und wo es sehr laut war, ist es diesmal eine leise Ausstellung“, stellte die Hüder Künstlerin heraus. Es gebe sehr viele Bodeninstallationen. Die Aufforderung sei eigentlich: „Zu lustwandeln und Dinge, die dort nicht sofort ersichtlich sind, selbst zu entdecken“. Dabei habe jeder die Freiheit der eigenen Interpretation. Ihr Konzept sehe jedoch vor, „den Garten nicht vollzustellen, sondern wenig ist mehr“, unterstrich die Bildende Künstlerin, die bewusst Plätze für die einzelnen Kunstobjekte aussuchte, die Sprache der Künstler aufgriff, nach dem Motto: Wo passt was am besten hin?

Während eines Rundgangs im Skulpturengarten fallen etliche blaue Schirme sofort dem Betrachter ins Auge. Eine fragile Installation, die hoffentlich Wind und Wetter standhält und die von Edwin Partoll kreiert wurde, der im letzten Jahr den Kulturpreis des Landkreises Diepholz bekam. „Meine Arbeiten, die ich hier zeige, sind aus alten Grabsteinen. Weil die sozusagen Zeugnis ablegen, dass von uns etwas bleibt“, weist Katja Stelljes auf ihre Werke. Als Steinmetzmeisterin fertigt die Bremerin auch neue Grabsteine und merkte während ihrer Arbeit: „Wir wählen Stein als Symbol für die Ewigkeit. Aber Gräber bestehen nicht ewig, sondern werden nach 20 bis 30 Jahren aufgelöst und dann werden diese Steine zu Abfall.“ Aus dem fertigte sie als eine Variante Schalen mit fragmentarischen Schriften oder ein Mosaik aus Scherben alter Grabplatten.

„Gezeiten ist so ein weites Thema, was eher assoziativ für den Betrachter aufzugreifen ist. Im Hinblick auf meine Arbeit wäre das dann das, was angespült wird über die Gezeiten. Das auch etwas ist, was gebracht wird, so, wie Boten etwas bringen“, geht Frank Gillich auf die Assoziationskette und auf seine Installation „Boten“ ein. „Ich wär' so gerne Millionär“ – dieses Motto hat Gastgeberin Gerlinde Buddrick in Szene gesetzt – mit Geschirr in einem kleinen Schwimmbecken. „Es gibt ja die Tellerwäscher, die zum Millionär geworden sind. Und ich überlege, mit möglichst wenig Aufwand zum Millionär zu werden – ein Traum“, erklärt die Künstlerin schmunzelnd.

„Ich hatte sofort die Welle von Hokusai im Kopf“, sagt Eva Preckwinkel mit Blick auf ihre Arbeit „Fischen vorm Fuji“, ein Holzschnitt nach Hokusai, den sie in einem alten Schrank platziert hat. Wer die Ausstellung besucht, kann von ihr ebenfalls fünf Sportlerfiguren bewundern, die sie bereits 2007 in der Skulpturenlandschaft Osnabrück präsentierte.

Bis zum 31. August ist der Skulpturengarten, Katenweg 14 in Hüde, jeweils samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet; Sonderöffnungszeiten sind nach Absprache unter Telefon 05443 / 1382 für Gruppen möglich. „Es kommen noch einige Skulpturen hinzu“, weist Gerlinde Buddrick darauf hin, dass sich ein mehrfacher Besuch lohnt.

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