Serie „Urlaub in der Heimat“

Paddeln und Genießen auf der Lohne

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Das könnte Abzüge in der B-Note geben.

Lembruch/Diepholz - Von Miriam Kern. Die Arme schmerzen, doch der Ausblick ist es wert. Am dritten Tag unserer Sommerreise sind wir mit dem Kanu auf der Lohne unterwegs und entdecken Diepholz aus einer ganz neuen Perspektive. Zehn Kilometer Paddeln liegen vor uns. „Die Idyllische“-Tour führt uns mit dem Kanu über die Lohne nach Diepholz.

Los geht es in Lembruch. Dort werden wir von Jörg Böse eingewiesen. Am Kanu erklärt er, wie man das Paddel richtig hält und wie die Schwimmweste zu tragen ist. Und wie geht das mit der Steuerung? „Wenn das eine nicht klappt, macht das andere“, scherzt er. 

Böse ist Inhaber des Ausflugsanbieters Bright Side Tours. Seit 24 Jahren bietet der 52 Jahre alte Reiseverkehrskaufmann Touren durch den Dümmer Naturpark an. Kanu-Touren nahm er eher zufällig mit ins Programm. Ein Kegelverein fragte seinerzeit an, ob Böse auch diese Art von Ausflügen organisiert. Da entschloss Böse kurzerhand „Ja, jetzt schon“. 40 Boote nennt er mittlerweile sein Eigen, darunter offene Kanus, auch Kanadier genannt und die sportlich schmalen Kajaks. „Wir können 150 Menschen aufs Wasser bringen“. Oft sind es Familien, Schulklassen oder Vereine, die zum Paddel greifen. 

Galant geht anders

Heute sind es Mitglieder der Jugendfeuerwehr Dibbesdorf aus Braunschweig – und wir. Wir lauschen aufmerksam den Worten Böses und dann haben wir auch schon die Paddel in der Hand. Also rein ins Kanu – ganz vorsichtig ein Fuß nach dem anderen. Galant sieht anders aus. „Falls ihr das Gleichgewicht doch verliert, findet ihr es im Wasser wieder“, scherzt er Jörg Böse. Ich verliere das Gleichgewicht nicht. Ein erster Erfolg.

Ja, auch dort mussten unsere Reporter durch.

Doch das anfängliche Glücksgefühl stellt sich zunächst wieder ein. Nach nicht einmal einem zurückgelegten Kilometer melden sich die Arme. Worauf habe ich mich da bloß eingelassen? Aber es hilft nichts, immer weiter paddeln, den Schmerz besiegen. Nein, nicht zu doll, sagt mein Kollege. Doch da ist es schon zu spät. Wir steuern geradewegs auf die Büsche am Ufer zu. Jetzt hilft nur noch Kopf einziehen, abstoßen, neu ausrichten. Jörg Böse hatte uns noch vor den „magnetischen Büschen“ gewarnt, jetzt wissen wir, was er meinte. 

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Es dauert noch eine Weile, bis wir uns aufeinander eingespielt haben. Immer mal wieder drehen wir uns mit dem Kanu im Kreis. Mir scheint, die Enten, die unseren Weg kreuzen, lachen uns aus. Zeit für eine Pause.

Einfach mal treiben lassen

Nach der Hälfte der Strecke erreichen wir einen Rastplatz. Eingerahmt von Bäumen lässt es sich hier wunderbar entspannen und Kräfte für den Rest der Tour sammeln. Zu meiner Überraschung funktioniert die Koordination auf den restlichen fünf Kilometern viel besser. Das ist auch gut so, denn die Strecke wird nun enger, die Bäume ragen teilweise weit in den Flusslauf hinein. Es geht vorbei an Seerosen und durch tief hängende Blätter der Trauerweiden. Das Wasser glitzert von der Sonne. Wir lassen uns treiben und genießen.

In Diepholz angekommen, erhaschen wir Einblicke in wunderschön angelegte Gärten und passieren vom Schilf eingerahmte, hübsch hergerichtete Stege. Auch das ist Diepholz. Nur eben vom Kanal aus betrachtet. Wir haben uns noch nicht ganz sattgesehen, da ist es auch schon wieder vorbei. Wir steuern den Steg an und ziehen das Kanu an Land. Die Schmerzen im Arm sind vergessen – ersetzt durch malerische Bilder auf der Lohne.

Mehr Infos:

Bright Side Tours Rönnekers Weg 2, 49459 Lembruch
Telefon: 05447/997073 / Fax 05447/997075
info@gruppenspass.de

Alle Informationen auf der Bright-Side-Tours-Homepage 

Hierhin sind wir auch gereist:

Die Woche begonnen haben wir in Groß Henstedt mit einer Expedition in ein Maislabyrinth.

Auch am zweiten Tag riefen uns die Felder, allerdings ließen wir uns mit einem Bus die 300 Hektar große Heidelbeer-Anbaufläche des Fruchthofes Thiermann in Kirchdorf zeigen.

Noch mehr Wassersport: Wir wagten uns zum Windsurfen auf den Dümmer See.

Außerdem waren wir zu Gast in Ströhen. Wir erkundeten sowohl den Tierpark als auch die Moorwelten.

Zum Abschluss besuchten wir Bruchhausen-Vilsen. Wir wanderten rund um den Heiligenberg und informierten uns über Kräuter.

Den kompletten Überblick über die Sommerreise durch den Landkreis Diepholz finden Sie hier.

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