Schwimmender Saugbagger in Hüde eingesetzt

30.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Dümmer

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Der Schwimmbagger, der 30 000 Kubikmeter Schlamm aus dem Dümmer saugen soll, wurde am Donnerstag frühmorgens in Hüde mit einem Spezialkran in den See gehievt.

Hüde - Im Zuge der Dümmersanierung geht die Entschlammung des zweitgrößten Binnensees Niedersachsens weiter. Die Maßnahme ist am Donenrstag mit dem Einsetzen des schwimmenden Saugbaggers in Hüde angelaufen. Sie wird voraussichtlich bis Mai dauern.

„Der frühe Start im Jahr ist wichtig, um möglichst die anderen touristischen Nutzungen des Sees wie Segeln und Surfen nicht unnötig zu strapazieren, wenn es Richtung Frühjahr geht“, so Koordinator Thomas Abeling vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Der Landesbetrieb ist vom Amt für regionale Entwicklung Leine-Weser (ArL) beauftragt.

Der Dümmer wird regelmäßig entschlammt, um seine Funktion als Regenrückhaltebecken und Binnensee mit hohem Freizeitwert zu sichern. „Es geht immer reihum – ein Jahr ist das Steinhuder Meer, dann der Dümmer mit der Entschlammung dran“, erklärte Thomas Abeling, der am frühen Morgen mit Kollegin Kristina Sambill bei der Anlieferung des Schwimmbaggers vor Ort war.

Noch rechtzeitig vor „Friederike“ angefangen

Eingehoben wurde das große Gerät einer Spezialfirma aus Hückelhoven, die sich auf Nassbaggerarbeiten spezialisiert hat, mit einem Schwerlastkran aus Damme. Projektleiter Henk van Dijken kennt den Dümmer: „Wir waren schon einmal vor Jahren hier, jetzt haben wir mit unserem Knowhow wieder den Zuschlag bei der Ausschreibung zu den Arbeiten bekommen“.

Dabei war es sehr von Vorteil, dass das Unterfangen gestern bereits am frühen Morgen begann. Später hätte das Orkantief „Friederike“ einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die Anlieferung per Tieflader erfolgte in mehreren Abschnitten: Zuerst trafen an der Seestraße in Hüde zum Einlass die Pontons und Seitenteile des Saugbaggers ein. Im zweiten Transport kam der Bagger selbst an. Er bekam die Hohlkammern angeflanscht und wurde dann als ein Stück von dem auf dem Deich stehenden m Kran in den See gehoben.

„Technisch gut durchdacht“

Das war spektakulär, wenn ein Lkw-Kran selbst zu schweben schien und ein Baggerboot für kurze Zeit in der Luft hing. „Das Prinzip des Saugbaggers, der vor Lembruch-Eickhöpen agieren wird, ist technisch gut durchdacht“, so Abeling.

Der Fachmann erläuterte das Prozedere: Der Bagger sauge aus den Deichbaulöchern auf dem Grund des Sees Schlamm an und der Weitertransport auf die Deponie in Eickhöpen sei durch Rohre gewährleistet. Die Deponie gehört dem ArL Leine-Weser in Hildesheim, der Betreiber ist der NLWKN der Betriebsstelle Sulingen und die Aufsichtsbehörde das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hannover.

In den kommenden Wochen werden aus dem Baggerloch Eickhöpen und von der Fläche vor der Entlastungsschleuse West insgesamt rund 30.000 Kubikmeter Schlamm entnommen und über eine Rohrleitung zum Spülfeld Eickhöpen transportiert.

Zusammenarbeit mit Naturschutz

Die letzten Entschlammungen in diesen Bereichen hatten 2009 und 2014 stattgefunden. „Zusätzlich werden Sandablagerungen in den Mündungen der Lohne und der Grawiede umgespült“, sagte der Projektleiter.

Vorbehaltlich der Witterung, ist das Projekt bis Mai terminiert. Die Kosten beziffert die Domänenverwaltung des ArL auf etwa 300.000 Euro.

Eins ist Abeling noch ganz wichtig: „Die unter der Wasserlinie liegenden Rohrleitungen werden durch Bojen gekennzeichnet“. Falls also Segler oder Surfer schon im Frühjahr besonders früh auf dem See seien, bat er um sicheren Abstand.

Die Arbeiten verlaufen in enger Zusammenarbeit mit Naturschutz, Gewässernutzern und der ausführenden Firma. - sbb

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