„Das Jahr nutzen“

Lemförder Schützen suchen einen neuen Präsidenten

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Vorstand ohne Präsident: Auf den Schultern dieser Männer ruht die Arbeit im Schützenverein Lemförde für die kommenden zwölf Monate bis zur Jahreshauptversammlung 2019.

Lemförde - Zwar konnten beim Schützenverein Lemförde fast alle wichtigen Ämter wieder oder neu besetzt werden, der Kassenbericht von Carsten Graumann zeigte einen positiven Kassenbestand mit Rücklagenbildung trotz Investitionen an der Schützenhalle und im Luftgewehrschießstand, aber ein neuer Präsident wurde nicht gefunden. Der ausgeschiedene Uwe Grädtke warnte: „Der Verein befindet sich auf einem sehr dünnen Ast, nur Ihr könnt ihn abstützen.“

Auch die Anfrage bei der Damenschießgruppe für eine Anwärterin zur ersten Präsidentin in Lemförde wurde negativ beantwortet. Obwohl das Potenzial der Damen durchaus da ist: „Unsere Damen können schon lange kämpfen“, erläuterte Noch- Präsident Uwe Grädtke bei den Ehrungen. Von den insgesamt 22 zu ehrenden Schützen mit 25, 40, 50 und 70 Jahren im Verein waren lediglich fünf anwesend. Darunter Martin Lücke, der dem Verein 70 Jahre treu ist.

Und Heidi Denker und Margrit Langer (40 Jahre Mitgliedschaft) sind zwei der sieben Damen, die 1978 massiv darauf drängten, gegen Widerstände der Schützen in den Verein aufgenommen zu werden.

Für ebenfalls 40 Jahre ehrte die Versammlung Kurt Winkelmann und für 50 Jahre Willi Groneweg.

Die prekäre Lage mit verschwindender jugendlicher Beteiligung und dem Interesse der rund 230 Schützen im Verein, klang schon in der Verlesung des Vorjahresprotokolls durch: Dort war von dem Gedanken einer Fusion mit dem Schützenverein Quernheim zu hören. Die Jungen machten es bereits vor: mit dem Verbund „QuernFörde“.

Mit ihrem Problem der Überalterung, des Mitgliederrückgangs und des strukturellen Wandels setzten sich die Schützen analytisch auseinander: „Von den rund 230 Mitgliedern schätze ich nach unserer Befragung 75 als aktiv, 70 neutral und 85 als passiv ein“, so Kassenwart Carsten Graumann. Zur Diskussionsrunde „Wie soll es mit dem Verein weitergehen?“ waren nur rund 60 Mitglieder gekommen. Tatsächlich liege der Anteil der über 50-Jährigen bei 62 Prozent, der der unter 50-Jährigen bei 38 Prozent. Es gebe 15 junge Schützen, 63 Senioren und 45 Spielmannszugmitglieder.

„Wir werden das Jahr nutzen, eine geeignete Person für die Leitungsposition zu finden“, versprach Vizepräsident Achim Saupe.

„Bitte übernehmt Verantwortung“

Der Posten der bisherigen Schriftführerin Bianca Förster blieb vakant. Rainer Wittig wurde im Amt als Schießsportleiter und Thomas Lindner als Spieß bestätigt. Stellvertretender Kassenwart blieb Ingo Hinke, die Stelle des stellvertretenden Kommandeurs bleibt weiterhin vakant. Der Vorstand überzeugte Majestät Hermann Haak, den Posten als Seniorenpräsident für ein Jahr fortzuführen.

Für die Kompanie Süd wählten die Mitglieder Henning Landwehr und Karl-Heinz Wittig neu. Manfred Wielsch behielt sein Amt als Kompanieführer für die auswärtigen Mitglieder. Die Schützenhalle wird nach wie vor von Jörg Henkelmann „gemanagt“. Edeltraud Saupe schied als Damenwartin aus. Es fand sich keine Nachfolgerin. „Unseren Jugendwart Jan-Niklas Hoffmann hatten wir nur noch auf dem Papier, Nicole Stegmann führt sein Amt fort“, so Saupe. Guido Marten schied als Kassenprüfer aus, Jens Diekhoff konnte neu rekrutiert werden.

Immerhin konnte das Organisationsteam des Schützenfestes um Detlef Pöttker Birgit Grädtke und Edeltraud Saupe hinzugewinnen.

Tobias Reimann ergriff das Wort aus der Versammlung und appellierte an alle: „Bitte übernehmt Verantwortung, dann haben wir eine Chance.“ 

 sbb

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