Schüler der „Huei Ming School for Blind Children“ singen in Lemförde

Blinde Musiker erobern Zuhörerherzen

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Schuldirektor Joseph Lai (vorne, v.l.), Oberin Schwester Heidemarie Jäckel, Schwester Lilly Singer und Kung-Ling Li von der Taipeh Vertretung am Standort Hamburg zeigten sich von der Leistung des Chors begeistert.

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Es war fröhlich, mitreißend und bewegend. Wie gut, dass die Hildesheimer Blindenmission ein Jubiläum feiert und wir die Nutznießer sind“, freute sich Schwester Heidemarie Jäckel, Oberin des Diakonissen-Mutterhauses „Altvandsburg“ in Lemförde, nachdem am Mittwochabend der letzte Ton eines mitreißenden, aber auch ergreifenden Konzerts in der rappelvollen Kapelle des Mutterhauses verklungen war.

Für dieses besondere Konzert hatten neun Schüler, fünf Lehrer und Schuldirektor Joseph Lai gesorgt, die Schwester Lilly Singer am Vortag aus Hildesheim abgeholt hatte. Denn Schwester Lilly war es, die ab 1982 im taiwanesischen Taichung die Mehrfachbehindertenabteilung der „Huei Ming School for Blind Children“ aufgebaut hatte. Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums in Hildesheim waren viele Chöre und Musiker nach Hildesheim gereist. Für einige ging die Reise weiter nach Lemförde.

„Ich freue mich, dass unsere Schüler mich besuchen kommen“, sagte Schwester Lilly mit bewegter Stimme, deren Gedanken noch sehr oft bei ihren Schützlingen in Taiwan weilen. Deshalb sagt sie auch nach zwölf Jahren, die sie wieder in Deutschland ist, immer noch „wir“, denn: „Mein Leben war Taiwan“, gab sie unumwunden zu. Sie habe oft gedacht, „wenn ich durchging und die Gruppen musizierten oder wir Konzerte gegeben haben: Ach ich wünschte, unsere Schwestern könnten das mal hören“. Jetzt weilten tatsächlich einige vor Ort, die mit ihrer Musik das Publikum gleichermaßen bezauberten und beeindruckten. Man sah es ihnen an, dass sie mit jeder Note für die Musik leben, sie lieben.

Das Programm eröffnete ein siebenköpfiger Chor bestehend aus Liu, Cheng-An, Tsai, Tsung-Hsien, Hsing, Hsin-Nan, Yang, Kun-Wei, Ye, Zhi-Ling, Hsu, Shu-Min, Yo und Chia-Yi. Für die Begleitung mit dem Klavier sorgte Tsai Che-Yuan. „Lobe den Herren“ wurde auf Deutsch und mit solcher Inbrunst und Empathie gesungen, dass sich bei den Zuhörern schnelle eine Gänsehautgefühl einstellte. Dementsprechend brandete auch der erste Applaus auf. „Alle Vögel sind schon da“, mit rockigen Anklängen und Conga-Begleitung durch Lyu, Wun-Guei, hatten die Konzertbesucher so sicher noch nie gehört. Als dann „Schnappi das kleine Krokodil“ erklang, sangen viele Gäste mit glänzenden Augen mit.

„Er hat viel Liebe zu den Kindern, setzt sich sehr für sie ein. Es macht Freude, zu sehen, wie er mit ihnen umgeht“, stellte Schwester Lilly Schuldirektor Lai vor, der auch durch das weitere Programm führte. „Die ersten drei Lieder haben die Jugendlichen in zwei Monaten gelernt.

Mit „You raise me up“ und „Sunshine and rain“ endete das Konzert. Ohne Zugaben ließen die Besucher die Jugendlichen aber nicht gehen. Die Musiker treten heute wieder den Weg in die Heimat an.

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