Projekt mit Künstler Jonathan Olbert

Schüler entdecken sich selbst in der Fotografie

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Noch sind die Portraits nur auf Fotopapier gedruckt, ab Dezember hängen sie in der Diepholzer Mediothek.

Lemförde - Von Simone Brauns-Bömermann. Lernen außerhalb des engen Stundenplans, draußen und auf den Spuren seines Selbsts. 13 Zwölftklässler des Fachbereichs Gestaltung des Berufsbildungszentrums (BBZ) Dr. Jürgen Ulderup in Diepholz haben in den vergangenen Wochen donnerstags von 10 bis 15 Uhr gemeinsam mit dem Künstler und Kulturaktivisten Jonathan Olbert im Stemweder Berg gelernt und gearbeitet, statt die Schulbank zu drücken.

Ausgestattet mit acht Spiegelreflexkameras und diversen Objektiven von Weitwinkel bis Makro waren sie im Rahmen des Projekts „Portrait und Selbstportrait“ mit dem Untertitel „In Verbindung mit der Natur“ im Wald unterwegs. Die Portraits und Selbstportraits stehen mal im direkten Augenkontakt mit dem Betrachter, mal schweifen die Blicke in die Ferne, oder die Motive „verstecken“ sich im Blätterwald. Grün, Holz und Licht, Boden, Topografie spielen die Komparsen in dem Fotoszenario.

Gemeinsam mit Lehrerin Maria Bröcker waren die Schüler Gast in Olberts Atelier in Lemförde am Fuße des Waldes. Er hatte das Projekt initiiert und begleitet die Schüler bis zu dessen Abschluss. Der Künstler hat sein Atelier seit zwei Jahren am Grenzsaum der Natur und weiß, wie inspirierend sie für junge Menschen sein kann. Mit seinem Projektvorschlag stieß er bei Bröcker und ihrer Kollegin Monika Windels sofort auf offene Ohren. „Wir haben das in den Stundenplan eingebaut und treffen uns heute zum siebten Mal hier am Wald“, erklären sie.

Die Schüler zogen während ihres letzten Termins im Stemweder Berg ein sehr positives Zwischenfazit. „Fotografieren ist vielmehr, als nur ein Bild machen. Es kommt wesentlich auf die Sichtweise an“, hat Aileen gelernt. André ergänzte: „Wir durften eine schöne Entwicklung sehen. Wir gehen jetzt ganz anders in die Natur, achten auf den Wald, den Ort, die Lichtverhältnisse und darauf, wo das Licht durchbricht.“ Kira hob hervor, dass sich die Teilnehmer durch die gemeinsame Arbeit an den Portraits und Selbstportraits gegenseitig stärker wertschätzten. „Wir haben auch gelernt, uns selbst schön zu finden, so wie wir sind“, ergänzte Eleonora.

Außerschulischer Lernort als Chance

Die Projektarbeit beschrieb Jonathan Olbert wie folgt: „Wir arbeiten mit Rohdaten, sammeln Licht und formen später den Inhalt. Die Bilder sollen nur unwesentlich bearbeitet werden. Ich nenne es lieber Bildaufbereitung, denn ich bin der Meinung, dass man nicht mehr aus dem Bild herausholen kann, als drin ist.“

Maria Bröcker sieht in dem außerschulischen Lernort eine große Chance: „Die Schüler brauchen die Zeit des zur Ruhe Kommens für die Motivwahl, den Ausdruck und das Fotografieren.“ Der Künstler sieht es ähnlich: „Wir verbinden uns mit der Natur, geben uns rein und können uns dann öffnen. Dazu braucht man einen geschützten Raum. Hier ist es der Wald.“

Mit Rucksack, Kameras und viel guter Laune verabschiedeten sich die Schüler ein letztes Mal Richtung Wald. Die nächsten Treffen mit Jonathan Olbert sind wieder im BBZ. Dort wird der Künstler den Schülern bei der Aufbereitung und Auswahl des Bildmaterials bis zur Hängung der Kunstwerke in der Diepholzer Mediothek zur Seite stehen. Dort sind die Fotografien von der ersten Dezemberwoche bis Ende Januar zu sehen. Der Agenda-21- Förderverein Diepholz hat beschlossen, die Projektträgerschaft zu übernehmen.

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