Dümmerregion in historischen Ansichten

Horst Schafmeyer aus Hüde sammelt seit 50 Jahren Lithographie-Ansichtskarten

Horst Schafmeyer sammelt seit rund 50 Jahren Ansichtskarten. Sein Hauptaugenmerk liegt auf Karten bis 1945, insbesondere Lithografie-Ansichtskarten bis 1910.
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Horst Schafmeyer sammelt seit rund 50 Jahren Ansichtskarten. Sein Hauptaugenmerk liegt auf Karten bis 1945, insbesondere Lithografie-Ansichtskarten bis 1910.

Der 75-jährige Horst Schafmeyer aus Hüde sammelt seit 50 Jahren Ansichtskarten, vorwiegend Lithografien, die bis 1910 verlegt wurden. Zu Hochzeiten besaß er insgesamt rund 30000 Lithografien und Schwarz-Weiß-Karten.

Hüde – An seine ersten Ansichtskarten kann sich Horst Schafmeyer noch gut erinnern. Er hatte die Lithografien bei einem Trödler in einer Zigarrenkiste gefunden und für 50 Pfennig das Stück von seinem Konfirmationsgeld gekauft. Professionell sammelt der Hüder seit etwa 50 Jahren Ansichtskarten.

Angefangen habe alles, als er sich alte Akten seines Hofes angeschaut und darin einige Ansichtskarten gefunden habe, erinnert sich der 75-Jährige. „Mein Hauptaugenmerk lag und liegt auf Karten bis 1945, insbesondere auf Lithografie-Ansichtskarten, die bis circa 1910 verlegt wurden. Ich habe alles gesammelt, bis es Ausmaße angenommen hat, die nicht mehr normal waren“, scherzt er. „Vor etwa zehn Jahren hatte ich noch einen Bestand von circa 10 000 Lithografien und 20 000 Schwarz-Weiß-Karten bis 1930. Das wurde mir alles zu viel, darum habe ich mich ein wenig spezialisiert.“

Ein Schwerpunkt in Horst Schafmeyers Sammlung sind Lithografie-Ansichtskarten aus der Dümmerregion und dem Umland. Diese Karte aus Lembruch stammt aus dem Jahr 1901.

In seinem Bestand befinden sich inzwischen vorwiegend Motive aus der heutigen Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“, insbesondere der Dümmerregion mit Lembruch und Hüde, sowie der Stadt Diepholz mit den eingemeindeten Orten, aber auch aus dem Umland Stemwede, Sulinger Land oder Syke.

In den zahlreichen Alben schlummert auch die ein oder andere Rarität, beispielsweise eine Karte aus Diepholz aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Sie trägt den Titel „Willenberg zur Kriegszeit“ und zeigt eine Kolonne, die sich für den Abmarsch bereit macht. „Davon gibt es keine zehn Stück mehr“, so Schafmeyer.

Mindestens genauso interessant wie das Motiv ist der Urlaubsgruß auf einer Ansichtskarte aus Hüde von 1898. „Das Bier ist sehr teuer hier. 5 Pfennig pro Glas“, heißt es darauf. Trotzdem hat der Besucher seinen Aufenthalt offenbar genossen.

Diese Ansichtskarte aus Hüde wurde am 17. Januar 1905 verschickt.

Darüber hinaus besitzt der Hüder Lithografie-Sammlungen zu diversen Themen wie Ostpreußen, Berliner Gaststätten bis 1940 (etwa 3000 Karten), Nord- und Ostseeinseln, darunter eine Ansichtskarte von der Hallig Hooge von 1895, und zum Thema Landwirtschaft in den Landkreisen Diepholz, Osnabrück und Minden-Lübbecke.

Inzwischen ist es für Horst Schafmeyer schwierig geworden, in sein „Beuteschema“ passende Karten zu finden. „Vor ein bis zwei Jahren bin ich noch regelmäßig zu Auktionen nach Hamburg gefahren, aber als fortgeschrittener Sammler ist es uninteressant, einen Posten mit 500 Karten für 400 bis 600 Euro plus Zuschlag zu erwerben, wenn nur zwei bis drei Karten für mich dabei sind“, erläutert er. Er stehe mit einigen Händlern unter anderem in Hamburg in Kontakt. „Die rufen mich an, wenn sie was haben, was mich interessieren könnte.“

Besonders gefragt sind auf dem Ansichtskartenmarkt laut Schafmeyer Straßen, Gaststätten und Fabrikanlagen wie zum Beispiel Zechen. „Für gesuchte Karten werden bis zu 200 Euro pro Stück gezahlt. Bei Wiener Werkstätten kann es sogar in die 1000 gehen.“ Im Schnitt würden bei kleineren Orten 30 bis 40 Euro pro Karte aufgerufen. „Großstädte gehen für drei bis vier Euro weg.“ Das liege an den hohen Stückzahlen, erklärt der Hüder.

Ansichtskarten aus dem Sulinger Land wie dieses Barenburger Exemplar von 1908 finden sich ebenfalls in der Sammlung von Horst Schafmeyer.

Abhängig von der aktuellen Nachfrage können die Preise erheblich schwanken. So hätten vor einigen Jahren Amerikaner alles gekauft, was mit dem Dritten Reich zu tun habe – zum Teil zu horrenden Preisen. Inzwischen habe sich dieser Markt aber wieder beruhigt. Bei Händlern und im Internet werden nach Schafmeyers Erfahrungen starke Summen verlangt, Anzeigen zum Ankauf brächten nicht viel, da die meisten angebotenen Karten Massenware seien.

Von Zeit zu Zeit hatte der 75-Jährige die Möglichkeit, Sammlungen von hiesigen Sammlern zu bekommen. So habe er vor einigen Jahren die Sammlung Füller in Hüde mit Ansichtskarten aus der Samtgemeinde Lemförde und Stemwede sowie eine Sammlung mit Lemförder Motiven erworben. Auch der ein oder andere Dachbodenfund ist darunter. „Es schlummert noch viel bei alten Bauernhäusern auf dem Dachboden“, ist er überzeugt.

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