Duelle am virtuellen Brett

Schach-Sparte des TuS Lemförde überbrückt Lockdown mit Online-Spielen

Die Schach-Sparte des TuS Lemförde hat, als es noch möglich war, Turniere im Rittersaal veranstaltet.
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Die Schach-Sparte des TuS Lemförde hat, als es noch möglich war, Turniere im Rittersaal veranstaltet.

Lemförde/Wagenfeld – Viele Amateursportvereine liegen momentan im Winterschlaf. Fußball, Handball, Volleyball, Tischtennis – alles ruht aufgrund der Corona-Beschränkungen. Doch Schach spielen, das geht – und zwar fast eins zu eins übertragen im Internet. Jeder kann es spielen, vom Kind bis zum Senior, vom Anfänger bis zum Profi.

Laut dem Präsidenten des Deutschen Schachbundes Ullrich Krause hat Online-Schach in der Corona-Zeit einen regelrechten Aufschwung erlebt. Die Schach-Sparte des TuS Lemförde konnte von diesem Boom zwar im Sinne neuer Mitglieder bislang nicht profitieren, es habe sich in den vergangenen Monaten aber auch niemand abgemeldet, berichtet Spielleiter Udo Hasenberg.

Schach-Sparte erst 2019 gegründet

Die Sparte wurde erst 2019 gegründet und hat ihren Fokus am Anfang vor allem auf junge Spieler gelegt. Aktuell sind laut Hasenberg 14 Spieler für Punktspiele gemeldet, hinzu kommen etwa 20 Spieler in den Schul-AGs. Für die erste Punktspiel-Saison in der 1. Kreisklasse Osnabrück stellten er und Spartenleiter Philipp Rest eine Mannschaft auf. „Wir waren echt gut dabei und wollten für die nächste Saison zwei Mannschaften melden“, berichtet Hasenberg. Auch die vom TuS ausgerichteten Turniere seien gut angenommen worden.

Dann kam der Corona-Bruch. Online-Spiele sind in dieser Zeit aus Sicht Hasenbergs eine gute Alternative, auch wenn sie den persönlichen Kontakt nicht ersetzen können. Es gebe viele gute Angebote, sowohl Turniere als auch taktische Aufgaben. „Wenn man will, kann man rund um die Uhr Schach spielen.“ Die jüngeren Spieler haben Hasenberg und Rest auch mit Taktik-Aufgaben auf Papier versorgt. „Wir hatten auch schon mal überlegt, ein Skype-Training zu machen“, berichtet der Spielleiter. Da sei das Interesse aber nicht so groß gewesen.

Endlich wieder Punktspiele

Seit Kurzem gibt es auch wieder Punktspiele. „Das ist ganz wichtig“, so Hasenberg. Mitte Januar startete die Deutsche Schach-Online-Liga. 385 Mannschaften mit rund 3000 Spielern haben sich laut Ullrich Krause angemeldet. Das Besondere an diesem Format: Es ist ein offizieller Wettbewerb, bei dem die Spieler als Mannschaft und mit ihren Klarnamen antreten. Der TuS Lemförde ist mit einer Mannschaft dabei und rangiert in seiner Gruppe nach der zweiten Runde auf Platz drei. Sechs bereits etwas erfahrenere Spieler wurden laut Hasenberg gemeldet.

Einer von ihnen ist der 18-jährige Jan Köster aus Wagenfeld. Er spielt schon seit der fünften Klasse Schach – zuerst in der Schach-AG der Oberschule Wagenfeld und seit Gründung der Sparte auch im TuS Lemförde. Es mache Spaß, wenn man das Gelernte umsetzen könne und Strategien funktionieren, erklärt er, warum ihn dieser nicht ganz alltägliche Sport begeistert. Und natürlich mache auch das Vereinsleben Spaß.

Schach in Internet hat auch Vorteile

Da das momentan auf Eis liegt, behilft sich auch der Wagenfelder mit Schachplattformen im Internet, die für ihn durchaus auch ihre Vorteile haben. „Ich kann dort viel lernen“, erklärt Jan Köster. Zum Beispiel, indem er sich die Strategien anderer Spieler anschaut, die ihre Züge dort veröffentlichen, oder vom Computer gestellte Aufgaben löst. Außerdem könne man im Internet jederzeit spielen ohne lange Anreise. In der realen Welt muss der Wagenfelder mindestens bis nach Lemförde fahren, wo der TuS seine Turniere ausrichtet, bei Auswärtspartien sind die Entfernungen noch größer. „Aber man muss gucken, welche Plattform man nutzt“, weiß der 18-Jährige. Denn auf einigen schummelten die Spieler und verschafften sich mithilfe des Computers Vorteile.

Trotz einiger Vorteile sagt Jan Köster ganz klar: „Es ist spannender, jemandem direkt gegenüber zu sitzen.“ Vor allem auch wegen des Austausches mit dem Gegner nach den Partien. „Wir sprechen dann über gemachte Fehler und geben uns gegenseitig Tipps, was man besser machen kann. Das fehlt jetzt natürlich.“

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