„Samigas“ gaben in Richmanns Scheune in Hüde ein fulminantes Konzert

Herzblut, Empathie, Temperament

+
Die elfjährige Jette Specht sang sich in die Herzen der Konzerbesucher.

Hüde - Von Christa Bechtel. „Das war eine geile Veranstaltung“, schwärmte Bruno Matzke, Kassierer des Hüder Dorfvereins spontan. Denn mit viel Herzblut, Empathie, Temperament und einem exzellenten Stimmpotential hatten „Samigas“ gerade ein fulminantes Konzert in Richmanns Scheune in Hüde gegeben. Stehende Ovationen und nicht endender Beifall mündete in die erste Zugabe: „Senua“, ein Song aus Ghana, den Toiny Tune kurzerhand mit dem Publikum einstudierte, sogar im Kanon, um dann zu gestehen: „Es ist schon das dritte Mal, dass wir hier in Hüde ein Konzert geben; das ist immer so herzerwärmend.“

„Ich darf Sie heute Abend zu diesem kulturellen Höhepunkt in Richmanns Scheune im Namen des Hüder Dorfvereins begrüßen“, hatte zu Beginn zweiter Vorsitzender Jürgen Brachem gesagt, der verdeutlichte: „Das Hüder Dorfhaus erfreut sich immer mehr großer Beliebtheit, sodass wir ab und zu auf ein Ausweichquartier zurückgreifen müssen.“ „Ich freue mich, dass ‚Samigas' uns auf diese musikalische Reise mit Herz und Power mitnehmen“, schloss sich Bruno Matzke an.

„Wir sind berüchtigt in Hüde, denn seit 2006 hört man uns einmal im Jahr eine Woche lang wummern im ganzen Dorf. Aber wir können nicht nur wummern, wir können auch singen, Geige, Klarinette oder Akkordeon spielen“, erklärte Juliane Jorden, nachdem das Ensemble mit „Good Time“ singend und schnipsend in die rappelvolle Scheune – einige Besucher mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen oder draußen sitzen – eingezogen war.

„Samigas“ – das sind 20 Frauen, die aus Kassel, Offenbach-Rumpenheim, Marl, Köln, Bremen, Hamburg, Grez-Doiceau (Belgien), Fulda, Bielefeld, Frankfurt, Havixbeck, Hagen a.T.W., Wuppertal und Amsterdam nach Hüde angereist waren. In Amsterdam wohnt Toiny Tune, die musikalische Leiterin, die die Stücke arrangiert und mit den „gestandenen“ Musikerinnen in der Musikakademie Dümmer-See seit nunmehr zehn Jahren während der Workshops einübt. Schon in ihrem rot-orange-gelb-weißen Outfit verbreiten die Frauen einfach nur gute Laune, was die Besucher mit den Songs hautnah zu spüren bekamen.

Ob nach Haiti, Brasilien, Irland, Bulgarien, Kuba, Rumänien: Samigas Songs wie „Sway“, ein Mambo aus den 1950er-Jahren, bekannt geworden durch Dean Martin, „Shimbalaye“, „Rumelay“ oder „Chan Chan“, ein kubanischer Song-Klassiker, verführten sogleich zum begeisterten Fußwippen, Klatschen oder Summen. Mal traten sie als Chor auf, dann im Trio, Quartett oder auch als Quintett. Thematisch reichten die Stücke sehr weit: Von der Liebe mit Herz und Schmerz, von der Schönheit der Natur, vom Schwofen oder gar vom herzzerreißenden Flennen spannten die Musikerinnen den Bogen. „Sweet Dreams“ widmeten sie sogar der Küche der Musikakademie, allerdings speziell dem wunderbaren Nachtisch.

Die Vielfalt der Rhythmen und Klänge kam auch durch das stete Wechseln der Instrumente zustande. Geige, Akkordeons, Bass Ukulele, Gitarren kamen ebenso zum Einsatz wie Saxofon, Klarinette oder Congas. Und als das jüngste Küken, die elfjährige Jette Specht mit „Rock Paper Scissors“ sich in die Herzen der Konzertbesucher sang, brodelte bereits die Scheune. Da die Gruppe eine komplette Samba-Percussion-Ausstattung im Gepäck hatte wurde draußen vor der Scheune noch mit Leib und Seele gemeinsam gegroovt. Eine weitere Samba-Zugabe „Hamburgo I“ und „Umaraca“, sodass „Samigas“ die Besucher mit glänzenden Augen in die Nacht entließ….

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Droht Venezuela eine Diktatur?

Droht Venezuela eine Diktatur?

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Sommerreise: Auf hölzernen Pfaden durch die Moorwelten Ströhen

Sommerreise: Auf hölzernen Pfaden durch die Moorwelten Ströhen

Meistgelesene Artikel

Auszeit auf der Lohne

Auszeit auf der Lohne

Wohnhausbrand in Twistringen: Sechsjähriger spielte mit Feuerzeug

Wohnhausbrand in Twistringen: Sechsjähriger spielte mit Feuerzeug

Aufbruch am Morgen: Landkreis-Feuerwehren helfen in Heersum

Aufbruch am Morgen: Landkreis-Feuerwehren helfen in Heersum

72-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Unfall

72-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Unfall

Kommentare