Kleine Pflanzen ausgerupft

Saatkrähen richten erhebliche Schäden auf Maisfeldern an

Fraßschäden auf einem Maisfeld des Brockumer Landwirts Sven Mohrmann.
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Auf dem Maisfeld des Brockumer Landwirts Sven Mohrmann haben Saatkrähen einen Großteil der jungen Maispflanzen herausgerupft und dadurch einen erheblichen Schaden angerichtet.

Saatkrähen richten derzeit ungewöhnliche große Schäden auf Maisfeldern an ‒ unter anderem, weil das Pflanzenwachstum einige Wochen im Rückstand ist.

Brockum – Von Weitem fallen die Schäden kaum auf, doch wer einen genauen Blick auf die Saatreihen wirft, erkennt die Lücken zwischen den jungen Maispflanzen und die leeren Löcher, aus denen die Saatkrähen den Mais gerupft haben. Auf einem Feld von Sven Mohrmann in Brockum steht zum Teil nur noch jede dritte Pflanze. Aus Süddeutschland sei ihm derartiges schon bekannt, doch in dieser Region sei dieses Ausmaß an Schäden neu, berichtet Stefan Meyer, Pressereferent des Landvolk-Kreisverbands Grafschaft Diepholz.

Sven Mohrmann vermutet einen Grund für die ungewöhnlich großen Schäden im vergleichsweise kühlen Frühjahr. Die Entwicklung der Pflanzen sei gegenüber den Vorjahren um ein paar Wochen zurück. „Da merkt man, dass der Mais eine wärmebrauchende Pflanze ist“, ergänzt Stefan Meyer.

Er schätzt, dass die Krähen in anderen Jahren zu sehr mit Nestbau und Brüten beschäftigt sind, wenn der Mais in diesem jungen Stadium ist. Normalerweise sei die Pflanze zum jetzigen Zeitpunkt schon im Vier-Blatt-Stadium (etwa drei Wochen nach dem Keimen). Die Wurzeln seien dann so groß und kräftig, dass die Krähen die Pflanzen nicht mehr aus dem Boden ziehen könnten, so Meyer.

Würden die Tiere nur ein bisschen was abfressen, könnte Sven Mohrmann damit nach eigener Aussage leben. Etwas Verlust müsse in jedem Jahr einkalkuliert werden. Er habe aber beobachtet, dass die Saatkrähen mehr Pflanzen rausrupfen, als sie fressen.

Auf einem Maisfeld in Brockum haben Saatkrähen einen Großteil der jungen Maispflanzen herausgerupft und dadurch einen erheblichen Schaden angerichtet.

Der angerichtete Schaden ist in zweierlei Hinsicht ein Problem: Zum einen sind da die finanziellen Einbußen. Sven Mohrmann muss nach eigener Aussage etwa 40 Hektar nachsäen. „Das ist schon ein erheblicher Schaden.“ Und es ist leichter gesagt als getan. „Man bekommt im Moment fast keinen Mais mehr“, sagt Mohrmann. Denn viele Landwirte haben das gleiche Problem.

Zudem kann der Brockumer auf seinen Ackerflächen im Moor nicht jede Maissorte säen. Es muss eine sein, die zum Reifen möglichst wenige Sonnenstunden benötigt. Denn spätestens Mitte Oktober muss geerntet werden, bevor die Herbstschauer den Boden zu stark aufweichen.

Einen weiteren Grund für die aktuellen Schäden sieht Mohrmann im Verbot der chemischen Saatgutbeizung mit Mesurol 2020. Die Beizung habe einen Schutz vor Vogelfraß geboten, einen adäquaten Ersatz gebe es in Deutschland nicht. „Das macht unsereins zu schaffen“, so Mohrmann. „Es fallen Dinge einfach weg, aber es gibt keine Folgeabschätzung“, beklagt Stefan Meyer.

Eine Vergrämung der geschützten Saatkrähen, wie es sie im Diepholzer Stadtgebiet gibt, ist nur mit Genehmigung des Landkreises Diepholz erlaubt. Aber Sven Mohrmann glaubt ohnehin nicht an den Erfolg einer Vergrämung, schon gar nicht auf großflächigen Feldern. Denn die Saatkrähen sind schlau und erkennen schnell, dass die laute Knallerei für sie keine Konsequenzen hat.

Einige Landwirte versuchen es derzeit mit der guten alten Vogelscheuche, so zu sehen auf einem Feld an der B51 in Hüde. Dekorativ sind die Vogelscheuchen allemal, doch die Krähen scheinen wenig beeindruckt und hüpfen munter um sie heru

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