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Gemeinsamer Neubau von Rettungswache und Feuerwehr in Hüde machbar?

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Von: Melanie Russ

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Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dennis Brinkmann (rechts) und sein Stellvertreter Heiner Richmann vor dem Feuerwehrgerätehaus in Marl. Ob es zugunsten eines gemeinsamen Neubaus mit der Rettungswache in Hüde aufgegeben wird, ist noch offen.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dennis Brinkmann (rechts) und sein Stellvertreter Heiner Richmann vor dem Feuerwehrgerätehaus in Marl. Ob es zugunsten eines gemeinsamen Neubaus mit der Rettungswache in Hüde aufgegeben wird, ist noch offen. © Russ

Hüde – Dass auf einem Grundstück der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ an der B51 in Hüde unweit der jetzigen provisorischen Rettungswache eine neue Wache gebaut werden soll, ist beschlossene Sache. Der Landkreis Diepholz möchte noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen. In der Diskussion, aber noch nicht entschieden ist dagegen, ob es machbar wäre, dem Komplex ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Ortsfeuerwehren Hüde und Marl anzugliedern.

Die SPD-Fraktion im Samtgemeinderat habe für die aktuellen Haushaltsberatungen einen Antrag gestellt, dafür eine Haushaltsstelle einzuplanen, „damit wir handlungsfähig sind“, erklären Fraktionsvorsitzender Dennis Brinkmann und sein Stellvertreter und Hüder Bürgermeister Heiner Richmann.

Die SPD wolle den Entscheidungsprozess aktiv unterstützen, so Brinkmann. Und sie wünscht sich, dass die Samtgemeinde zeitnah Stellung bezieht, ob ein gemeinsamer Neubau möglich ist oder nicht. Wann dann gebaut werde, sei eine andere Frage, so Richmann.

Hintergrund dieser Diskussion ist, dass die Ortsfeuerwehren Hüde und Marl sich im Rahmen der Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplans, einem Leitfaden für die Modernisierung der Freiwilligen Feuerwehr in der Samtgemeinde, entschieden hatten, dass sie fusionieren möchten. Der Bedarfsplan empfiehlt noch für beide Feuerwehrhäuser einen Anbau, da es an beiden Standorten momentan recht beengt zugeht. Angesichts der geplanten Fusion, die ein gemeinsames Haus erforderlich macht, und des anstehenden Neubaus der Rettungswache wäre aus Sicht der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat ein gemeinsamer Neubau sinnvoll. „Man könnte Synergien nutzen“, sagt Richmann. Immer, wenn man an ein vorhandenes Gebäude etwas anbaue, leide das Gebäude. Es sei immer Stückwerk, ergänzt Dennis Brinkmann. „Es wäre ein Versäumnis, wenn man diese Chance nicht wahrnimmt“, ist Richmann überzeugt. Nach seiner Einschätzung würde ein modernes Gerätehaus auch die Attraktivität der Feuerwehr steigern und wäre ein gutes Argument, um den Nachwuchs für den aktiven Dienst zu begeistern.

Allerdings sind die beiden Ortsfeuerwehren nicht die einzigen in der Samtgemeinde, bei denen Handlungsbedarf besteht. Laut Feuerwehrbedarfsplan sind in den nächsten Jahren zunächst Maßnahmen in anderen Ortswehren vorgesehen. Auf diese Problematik weist auch Samtgemeindebürgermeister Lars Mentrup auf Nachfrage hin.

Laut Mentrup ist wie die Verwaltung, seit bekannt wurde, dass in Hüde eine Rettungswache errichtet werden soll, in Gesprächen mit dem Landkreis, wie Synergien genutzt werden können, um dort für die Ortswehren Marl und Hüde ein neues Feuerwehrgebäude zu errichten. „Dies vor dem Hintergrund, dass die Ortswehren einen Fusionsantrag gestellt haben. Diese Fusion führt zwangsläufig dazu, dass die neue Ortsfeuerwehr gemeinsam in einem Gebäude untergebracht wird. Dafür ist weder das vorhandene Gebäude in Marl noch in Hüde geeignet. Die Gemeinde Hüde hat dazu ein entsprechendes Bauleitplanverfahren eingeleitet, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen“, so Mentrup.

„Ob eine Realisierung im Jahr 2022 möglich sein wird, muss zunächst politisch entschieden werden. Momentan sieht die Beschlusslage dazu eindeutig aus, weil die Samtgemeinde im Juli 2021 den Feuerwehrbedarfsplan beschlossen hat. Danach sind für das Jahr 2022 die Fertigstellung des Feuerwehrgebäudes in Lembruch und die Planung für die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgebäudes in Stemshorn sowie die Anschaffung eines Fahrzeugs geplant. Nach dem Beschluss werden die weiteren Maßnahmen, die sich aus dem Feuerwehrbedarfsplan ergeben, ab dem Jahr 2023 als Einzelbeschlüsse gefasst. Aus diesem Grund wurden im Haushaltsentwurf für das Jahr 2022 dafür Haushaltsmittel beziehungsweise Verpflichtungsermächtigungen eingeplant.“

Laut Mentrup ist aufgrund der eindeutigen Beschlusslage und der begrenzten Haushaltsmittel eine Realisierung des Feuerwehrgebäudes im Zusammenhang mit der Rettungswache 2022 nur möglich, wenn dafür eine alternative Finanzierung gefunden wird: „Diese Alternativen werden von der Samtgemeindeverwaltung geprüft und dann zur Beschlusslage für die entsprechenden Gremien aufbereitet.“

Im Rahmen der anstehenden Beratungen müsse berücksichtigt werden, dass ein weiterer Fusionsantrag der Ortswehren Lemförde und Quernheim vorliege. Hier ergebe sich der gleiche Bedarf hinsichtlich eines Feuerwehrgebäudes.

Von Melanie Russ

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