Bußgeld für 27-Jährigen

Randale auf Betriebsfeier

Lemförde/Diepholz - Beschämt saß ein 27-jähriger Angeklagter auf der Anklagebank des Diepholzer Amtsgerichtes und bedauerte zutiefst sein Verhalten auf einer Betriebsfeier, die im September des vorigen Jahres in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ stattgefunden hatte. Erst hatte er im Kollegenkreis randaliert und später sogar die zur Hilfe geeilten Polizeibeamten attackiert.

Nach erheblichem Alkoholgenuss rastete der in Barnstorf wohnende Angeklagte auf der Betriebsfeier aus Ärger, den er nicht näher beschreiben wollte, völlig aus, indem er Kollegen körperlich angriff. Die wussten sich nicht anders zu helfen, als ihn auf dem Boden zu fixieren und dann die Polizei zu rufen.

Damit nicht genug: Sowohl beim Einschreiten der Polizeibeamten und auch beim Verbringen in die Gewahrsamszelle leistete er unter Drohungen heftigen Widerstand und verletzte einen Polizisten am Arm.

Nach einer Blutprobenentnahme wurde ein Alkoholgehalt von 2,13 Promille gemessen.

Der Verteidiger des Angeklagten verlas eine Einlassung, in der er ausführte, dass sein Mandant vor der Feier zwei Wochen lang wegen Rückenschmerzen ein starkes Schmerzmittel eingenommen habe, so auch am Tattag. Trotzdem habe er Alkohol in nicht geringer Menge getrunken. Dadurch sei es zu einem völligen Kontrollverlust gekommen.

Das Verhalten sei völlig untypisch für seinen Mandanten. Der habe sich zwischenzeitlich bei seinen Kollegen und auch bei den Polizeibeamten persönlich und auch schriftlich entschuldigt. Der Angeklagte respektiere die Arbeit der Beamten. Alles sei ihm äußerst peinlich.

„Seit dem Vorfall habe ich keinen Alkohol mehr getrunken“, ergänzte der Angeklagte.

Die Richterin Sabine Fuhrmann-Klamt konstatierte, dass der Angeklagte zur Tatzeit vermindert schuldfähig gewesen sei. Aber er zeige sich äußerst einsichtig, so dass sie trotz einer geringen Vorstrafe das Verfahren gegen Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 1 500 Euro an die „Opferhilfe“ vorläufig einstellte. Weiterhin erklärte sich der Angeklagte bereit, jeweils 100 Euro Schmerzensgeld an zwei Geschädigte zu zahlen.

Nach Eingang der Zahlungen wird das Verfahren endgültig eingestellt. 

pz

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