Quartier für Fledermäuse im oberen Dachboden des Doktorhauses eingerichtet

Hilfe für die Kleinsäuger

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Da müssen sie durch: Jessica Meißner erläutert Rüdiger Scheibe und Dietmar Nolte (v.l.) eines der Einfluglöcher für die Fledermäuse im ausgebauten Dachboden des Doktorhauses in Lemförde.

Lemförde - Im alten Doktorhaus in Lemförde entstand ein neues Fledermausquartier im Dachboden. Wer vor dem restaurierten Gebäude steht, kann die neuen Fledermausziegel erkennen und hoffentlich in der Dämmerung auch Fledermäuse hier ein und aus fliegen sehen.

Vor den Sanierungsarbeiten des Gebäudes dienten das alte Doktorhaus sowie die direkte Umgebung (Bäume, Sträucher) Fledermäusen als Quartier und Nahrungsquelle. Aufgrund der Sanierungsarbeiten gingen teilweise diese Lebensräume verloren. Daher hat die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) mit Einverständnis des Eigentümers Dietmar Nolte hier wieder neue Rückzugsmöglichkeiten für die vom Aussterben bedrohten Tiere geschaffen.

Da sich der obere Dachboden im Doktorhaus dafür sehr gut eignet, wurde dieser kürzlich für ein Fledermausquartier umgebaut.

Der Dachboden wurde unter der Anweisung von Diplom-Biologin Jessica Meißner und Beratung durch Ulrich Lensinger (Aktion „Fledermausfreundliches Haus“) von der Zimmerei Storck fledermausfreundlich umgebaut. So wurden unter anderem Fledermausziegel eingebaut, die Dachschrägen mit unbehandelten, sägerauen Brettern verkleidet und Spaltenquartiere eingebaut.

Zudem wurden und werden noch im Garten des Doktorhauses fledermausfreundliche Pflanzen von Dietmar Nolte gesponsert und gesetzt. Hierzu gehören zwei Obstbäume und verschiedene Kräuter wie Minze und Lavendel sowie Nachtkerzen.

Das Projekt der NUVD wurde von der Bingo-Umweltstiftung und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) finanziert. Die Kosten bezifferte Jessica Meißner gestern auf rund 4500 Euro.

Meißner stellte Dietmar Nolte und Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe den Dachboden vor und erläuterte den Grund für diese Maßnahme. Immer häufiger würden alte Gebäude abgerissen oder auch dicke, alte Bäume gefällt, ohne dass jemand bemerke, dass hier jemand wohne. Gerade in alten Dachstühlen siedelten sich Fledermäuse gerne an. Häufig blieben sie zwischen den Balken und Schlitzen unbemerkt. Sollten sich in alten Gebäuden, welche abgerissen werden sollen, noch Fledermäuse befinden, so gebe es keinen Grund zur Panik. An Ort und Stelle könnten zum Ausgleich neue Quartiere geschaffen und die Säuger umgesiedelt werden.

„Quartiere von Fledermäusen befinden sich zum Beispiel in Baumhöhlen, in Höhlen, in alten Dachstühlen, unter Ziegeln, hinter Fensterläden und in Kirchtürmen“, informierte Meißner. Fledermäuse seien die einzigen fliegenden Säugetiere. In Deutschland gebe es um die 20 verschiedenenArten. „Die kleinste ist die Zwergfledermaus, die gerade einmal drei Gramm wiegt. Die größten sind der große Abendsegler und das Große Mausohr“, sagte die Fachfrau.

Die heimischen Fledermäuse ernährten sich von Insekten, vorwiegend Nachtfaltern und Mücken, denn sie jagten nachts. „Wenn Sie Fledermäuse im Haus haben, können Sie sich glücklich schätzen, denn eine Fledermaus frisst im Laufe des Sommers bis zu einem Kilogramm Insekten“, klärte die Biologin weiter auf. Für sie sowie Rüdiger Scheibe und Dietmar Nolte heißt es jetzt Daumen drücken, dass die kleinen Säugetiere ihr neues Quartier annehmen. „Ich habe die Aktion jedenfalls gern unterstützt“, betonte Nolte.

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