Phantom Brigade Wagenfeld gibt Weihnachtskonzert in Lemförde / Stehende Ovationen für Musiker

Volle Kirchenbänke: Tochter Zion trifft Swing

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Eineinhalb Stunden spielte die Phantom Brigade in der Martin-Luther-Kirche.

Lemförde - Von Heidrun Mühlke. Mit einem mitreißenden, energiegeladenen Konzertabend in der Lemförder Martin-Luther- Kirche stimmte die „Phantom Brigade“ auf eine festliche Zeit ein. Einmal mehr stellten die Wagenfelder Musiker eindrucksvoll unter Beweis, dass sie zwar traditionelle Musik für Blasorchester pflegen, aber bei der Interpretation anspruchsvoller Arrangements mit musikalischer Brillanz glänzen können.

Fetzige und getragene Rhythmen, Traditionelles und Modernes schallte durch das Kirchenschiff und von gut gefüllten Kirchenbänken gab es immer wieder donnernden Applaus für die knapp 30 Musikerinnen und Musiker. In ihrem eineinhalbstündigen Konzert präsentierte die spielfreudige Showband einen repräsentativen Ausschnitt aus ihrem breitgefächerten weihnachtlichen Repertoire.

So war denn auch die Liederauswahl geprägt von Freude und Fröhlichkeit bekannter Weihnachtschoräle. Blechbläser und Percussions knüpften einen dichten Klangteppich und eröffneten den musikalischen Reigen mit feinfühligem Glockenklang und der märchenhaften Melodie von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Vor drei Jahren hätte er selbst noch mit seinem Instrument zwischen den Bläsern gestanden, sagte Dirigent Björn von der Bracke. „Ich weiß genau, wie aufgeregt die Musiker vor dem Start sind“, machte er während der Begrüßung deutlich. Davon merkten die Zuschauer nichts – die „Phantom Brigade“ zeigte einmal mehr, dass sie zu den besten Marching Showbands weit und breit zählt.

Weihnachtsmelodien tönten wohl dosiert durch die Wölbungen des Kirchenschiffes, in der dicht gedrängt die Zuhörer saßen. In mit den Instrumenten um die Wette glänzenden Outfits zeigten die Musiker, wie vielfältig ihr Repertoire ist und wie unterschiedlich Weihnachtsmusik klingen kann. Von traditionellen Klassikern wie „O du fröhliche“, „Süßer die Glocken nie klingen“ oder „O Tannenbaum“ bis hin zu weltlichen Weihnachtshits im swingenden Gewand reichte die Auswahl. Einen Höhepunkt in der Klangvielfalt bot ein volltönendes „Tochter Zion“ das unweigerlich wohlige Gänsehaut über den Rücken laufen und dann auch den letzten Besucher dahin schmelzen ließ.

Den märchenhaften Zauber des Advents beschrieb derweil der Weihnachtsmann, alias Karsten Kleemeyer mit dem kleinen Weihnachtsengel Mia Then an seiner Seite in höchst amüsanten Leseunterbrechungen. Er erinnerte in kleinen Geschichten an puderzuckrige weiße Weihnachten, an ungewöhnliche Christbaumständer, die sich durchaus verselbstständigen können und mit dem allseits bekannten Gedicht um „Knecht Ruprecht“ erwärmte er die Herzen des Auditoriums für die besinnliche Weihnachtszeit.

Bevor zum Schluss die Zuhörer zum Mitsingen aufgefordert wurden und sich die Martin Luther Kirche zum großen „Stille-Nacht-heilige-Nacht-Chor“ entpuppte, dankte „Hausherr“ Pastor Eckhart Schätzel den Musikern für die glanzvolle Darbietung und der so eindrucksvoll gelungenen Einstimmung in die festliche Zeit.

Ohne Zugabe durften die Musiker das Lemförder Gotteshaus nicht verlassen, das forderte ein restlos begeistertes Publikum mit stehenden Ovationen ein. Und nach einem fulminanten Anhang verließen die Musiker die Kirche wieder so, wie sie ihr Konzert begonnen hatten: mit einfühlsamen Klangspiel aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

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