„Es war eine gute Zeit“

Pastor Eckhart Schätzel: Abschied von Lemförde nach 14 Jahren

Pastor Eckhart Schätzel wird die Kirchengemeinde Lemförde verlassen. Am 17. Oktober wird er in der Martin Luther Kirche in den Ruhestand verabschiedet.
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Pastor Eckhart Schätzel wird die Kirchengemeinde Lemförde verlassen. Am 17. Oktober wird er in der Martin Luther Kirche in den Ruhestand verabschiedet.

Lemförde – „Die Arbeit wird mir fehlen, bestimmte Leute werden mir fehlen“, ist sich Pastor Eckhart Schätzel sicher. Im Oktober wird der 65-Jährige in den Ruhestand wechseln und seine Lemförder Kirchengemeinde nach 14 Jahren verlassen.

Der Geistliche freut sich aber auch auf seinen Ruhestand, auf mehr Zeit für seine vier Kinder, von denen eines in den USA lebt, für den Garten der Wohnung in Bielefeld, in die er mit seiner Frau ziehen wird, und für Besuche bei Freunden, die über ganz Deutschland verteilt sind. „Ich habe keinen Plan. Ich will erst mal in der neuen Situation ankommen“, sagt er.

Offiziell verabschiedet wird Pastor Schätzel mit einem Gottesdienst am 17. Oktober in der Martin Luther Kirche. Weil die Teilnehmerzahl coronabedingt begrenzt ist, können allerdings nur geladene Gäste dabei sein. Er nutzt darum die kommenden Wochen, um sich in vielen Gesprächen von den Menschen in seiner Gemeinde zu verabschieden.

In die Kirchengemeinde Lemförde war Pastor Schätzel im Sommer 2007 gekommen, nachdem er zuvor zwölf Jahre in Freistatt tätig gewesen war. An seine 14 Jahre in Lemförde denkt er gerne zurück. „Es war eine gute Zeit. Ich habe die Arbeit sehr gerne gemacht.“

Über sich selbst sagt er: „Ich bin jemand, der gerne mit anderen zusammenarbeitet.“ Darum hat ihn die Aufgabe in Lemförde besonders gereizt. „Was mich fasziniert hat, war die enge Zusammenarbeit der Kirchengemeinden Lemförde, Brockum und Burlage.“ Gemeinsame Gottesdienste, gemeinsamen Gemeindebrief und gemeinsame Konfirmandenarbeit habe es schon gegeben, erinnert er sich. Pastor Schätzel führte diese Zusammenarbeit fort und vertiefte sie gemeinsam mit seinen Mitstreitern. „Die drei Gemeinden sind sehr verschieden. Darum ist die Zusammenarbeit sehr bereichernd“, ist seine Erfahrung.

Sein Schwerpunkt sei immer die Seelsorge gewesen, erzählt der Geistliche. Darum habe er auch sehr gerne die Tradition seines Vorgängers fortgeführt, mit denen, die nicht in die Gottesdienste kommen können, zu Hause das Abendmahl zu feiern. Außerdem hat er von Mai bis September eine wöchentliche Seelsorge-Sprechstunde in der Kirche angeboten, um den Menschen bewusst zu signalisieren, dass er für sie und ihre Sorgen Zeit hat. Das sei gut angenommen worden.

Als schmerzlich empfindet Pastor Schätzel, dass nicht mehr alle Jugendlichen, die getauft wurden, automatisch ein Interesse daran hätten, sich konfirmieren zu lassen. „Wir müssen dafür werben“, so Schätzel. Diejenigen, die dann am Konfirmanden-Seminar teilnähmen, seien aber begeistert. Viele wollten anschließend als Teamer aktiv bleiben. Auch Diakon Ingo Jäger sei es zu verdanken, dass die Kirchengemeinden am Dümmer junge Gemeinden sind.

In seinen letzten Berufsjahren musste sich Pastor Schätzel noch einmal einer ganz neuen Aufgabe stellen: Gemeindearbeit in Zeiten von Corona und Kontaktbeschränkungen. „Ich habe digitale Formen getestet und auch eine Andacht via Zoom gehalten.“ Das sei für ihn als jemandem, der in digitalen Medien nicht so fit sei, eine große Herausforderung gewesen. Er habe auch viele Telefongespräche geführt und Andachtsbriefe geschrieben. Froh ist Pastor Schätzel, dass die Landeskirche Hannovers ihre Kirchengemeinden ermutigt hatte, Gottesdienste zu feiern, wo immer es möglich ist. „Die frohe Botschaft wurde sehr gebraucht“, weiß er.

Die Dienstzeit von Pastor Schätzel endet offiziell am 30. November. Wann die Stelle neu ausgeschrieben und besetzt werden kann, ist laut Superintendent Marten Lensch noch offen, da zunächst der derzeit laufende Beratungsprozess für den Zeitraum 2023 bis 2028 abgeschlossen werden soll. Hintergrund ist die Entscheidung der Landeskirche Hannovers, die Zuweisung an die Kirchenkreise zu kürzen„ „Meine Hoffnung ist, dass wir schnell zu einem Ergebnis kommen“, so Lensch. Ab dem 1. Dezember wird Bettina Burkhardt, Pastorin für die Kirchengemeinden Brockum und Burlage, die Vakanzvertretung übernehmen. Außerdem wird Pastor im Ruhestand Andreas Flug viele Gottesdienste leiten.

Pastor Schätzel ist zuversichtlich, dass die Gemeindearbeit nicht leiden wird. Die Gemeinde zeichne sich durch mehr als 300 Ehrenamtliche aus. „Das ist ein Segen.“ Es gebe nicht nur den Kirchenvorstand, sondern auch einen Kirchenbeirat. Der lädt zum Beispiel zum Kirchencafé, gestaltet Gemeindefeste und vieles mehr. Die Jugendarbeit ist mit Diakon Ingo Jäger und vielen Teamern ebenfalls gut aufgestellt. Pastor Schätzel: „Ich bin ohne Sorge, dass es gelingen wird, alles am Laufen zu halten.“

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