Sturmschäden fordern mehr und mehr die Schlagkraft der „Blauröcke“

Ortsfeuerwehr wird von Brandeinsätzen verschont

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Geehrte und Beförderte im Kreise des Kommandos und Vertretern aus Gemeinde, Samtgemeinde und Kreis. - Foto: Brauns-Bömermann

Hüde - Neue Weggefährten der freiwilligen Feuerwehren tragen Namen wie Xavier und Hervath. Das sind Stürme, die vermehrt Schäden verursachen, zu denen die Feuerwehren ausrücken müssen. Davon berichtete auch Hüdes Ortsbrandmeister Richard Koggenhop am Freitag in der Jahreshauptversammlung.

Mit ihm als Oberhaupt ist die Hüder Wehr strukturiert und gut aufgestellt, zählt derzeit 44 aktive Feuerwehrkräfte, zwei in der Reserve und 16 in der Altersabteilung. Die Zahl 44 Aktive birgt ein Novum: Koggenhop und sein Stellvertreter Jens Meyer hatten sich auf den Weg gemacht, um „Quereinsteiger“ für die Feuerwehr im Ort zu gewinnen. Mit Erfolg: In der Versammlung saßen vier dieser Neuen, die der Einladung eines Schnupperdienstes gefolgt waren.

Der Wunsch nach wenigen Einsätzen

So gesehen haben die Leiter der Feuerwehr direkt ihre Erfahrungen aus den Lehrgängen „Leiter einer Feuerwehr“ (Richard Koggenhop) an der Akademie für Brandschutz Loy und Celle und Jens Meyer mit Anselm Höfelmeier, die am Seminar Menschenführung in Wehrbleck teilnahmen, umgesetzt.

„Im letzten Jahresbericht konnte ich über die komplette Einsatzbreite der Freiwilligen Feuerwehr sprechen. Das Jahr 2017 basierte auf Einsätzen im Bereich Technische Hilfen“, so Koggenhop. „Es gab keine Brandeinsätze, allerdings Notrufe zur Tages- und Nachtzeit, über Meldeempfänger, erweitert durch Messenger WhatsApp, wenig über Sirene.“ Kein Brand hört sich positiv an und unterstrich den Wunsch von Koggenhop für jedes neue Jahr: „Wenig Einsätze und wenn, dass alle wieder gut nach Hause kommen.“

Tierrettung und Tragehilfe

Die meisten Einsätze wurden durch Stürme verursacht. Aber auch Ölspurbeseitigungen, Bergungen bei Verkehrsunfällen, Tierrettung und Tragehilfe standen auf der Jahresagenda für die Wehrleute. Ungewöhnlich war dabei die Rettung eines 28 Jahre alten Pferdes auf der Reitanlage Horn in Evershorst. „Wir konnten das Pferd im Stall auf die Beine stellen mit Hilfe von Feuerwehrschläuchen und Frontlader.“ Dem Rettungsdienst half die Feuerwehr beim Tragedienst einer Patientin.

Aber auch knappe Kritik an Bürgern mit fehlendem „Selbst ist der Mann-Engagement“ klang durch. „Manche Äste kann jeder beseitigen, dazu müssten wir nicht ausrücken“, so der Ortsbrandmeister. Er beleuchtete jedoch auch die andere Seite: Wenn Anwohner beim Eintreffen der Feuerwehr selbst anpackten und den Baum schon selbst von der Straße zogen.

Die Hüder Feuerwehrleute übten aber auch die Vielfalt der Einsätze mit den Nachbarwehren aus Lembruch und Düversbruch. Koggenhop appellierte an die Mitstreiter: „Viele Hände, schnelles Ende“, bezog das Motto auf Zusammenhalt, aber auch auf Dienste und Ordnung im Feuerwehrhaus. Über die Kasse berichtete Sebastian Richmann.

Lob vom stellvertretenden Bürgermeister Bruno Matzke

Aus dem Bericht von Birgit Wittkötter ging hervor, dass bei den Kinderdiensten rund 15 bis 20 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren waren, allerdings Tendenz fallend. Dirk Jacob und Dennis Duensing wählte die Versammlung zu Zeugwart und Maschinist. Gemeindebrandmeister Friedhelm Dannhus berichtete in Summe in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ von 108 Einsätzen (Brände, technische Hilfen und Fehlalarme). Uwe Stubbemann war zum ersten Mal als Kreisverbandsvorsitzender in Hüde. Sein Lob: „Es sind viele Kameraden anwesend.“

Lob gab es vom stellvertretenden Bürgermeister Bruno Matzke an die Feuerwehrleute für die Einsätze und ihr Engagement.

Ehrungen und Beförderungen

Neben den Ehrungen und Beförderungen erhielt der Chef der Hüder Feuerwehrleute, Richard Koggenhop, die Nadel in Bronze als Sonderehrung. Für 2018 wünschte er sich: Zahlreiche Teilnahmen an Diensten und Wettbewerben und am liebsten die Zusage, dass das Osterfeuer wieder auf dem Sportplatz stattfinden kann.

Für langjährige Mitgliedschaft geehrt wurden Sascha Herfert (25 Jahre), Richard Koggenhop, Bubi Fröhling, Rüdiger Wulf und Kalle Ruscher (alle 40 Jahre), Georg Hafer und Werner Meyer (beide 60 Jahre).

Befördert zum Oberfeuerwehrmann/-frau wurden Matthias Tomoor, Max Winter und Alicia Koggenhop. 

sbb

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