Orchester des Musikvereins Lemförde

Von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ bis Soul von Amy Winehouse

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Etwa 80 Musikliebhaber lauschen dem Konzert des Musikvereins Lemförde.

Burlage - Von Simone Brauns-Bömermann. Gleich in dreifacher Funktion war Dr. Matthias Henseleit beim Konzert des Orchesters des Musikvereins Lemförde in der Marienkirche in Burlage im Einsatz. Er moderierte – er hatte beim Würfeln gegen Posaunisten Stephan Klöpzig verloren –, stand in Vertretung des noch fehlenden Pastors als Kirchenvorstandsvorsitzender vor dem rund 80 Personen starken Publikum und spielte Klavier.

Das Orchester spielte sich durch Klassik, Operette, Filmmusik und Soul-Pop. Mit Klöpzig und Henseleit hat der Musikverein, der mit rund 32 Spielern kaum in den Altarraum der kleinen Marienkirche passte, zwei brillante Moderatoren, die Hintergrundinformationen gekonnt mit Humor zu mischen wissen.

Wenn man den hohen Anspruch des Laienorchesters betrachtet, ist der Name Musikverein eigentlich überholt. „Als ich dazu kam, hatten wir eine ausgeprägte Streichergruppe… es war einer“, so Henseleit. Heute dominieren im Orchester immer noch Saxofone, Trompeten, Posaunen und Hörner, aber für dezidierte Aufgaben stehen Querflöten, ein Schlagwerk, Bass, Klarinette, Celli und Violinen zur Verfügung.

„Wir möchten Ihnen heute Abend eine schöne Auswahl aus unserem Repertoire anbieten“, begann Henseleit seine charmante Anmoderation. Dann startete der Musikexpress vom kammermusikalischen Appetizer durch die „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi, gekürzt und arrangiert für die Lemförder Musiker zu einem Prepaque aus Tschaikowskys „Nussknacker“. Was ein Prepaque ist? Der Bock- und Spagatsprung der Kosaken, erläuterte Henseleit.

Aus der Operettenabteilung spielte das Ensemble Melodien aus „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán. „Es geht um Liebe, Heirat, Intrigen… keine Details. Csárdás heißt auch Wirtshaus, dahin ziehen wir uns nach dem Konzert zurück“, so Henseleit.

Raus aus Operette, rein in die Filmmusik, hieß es anschließend. Aus dem Titelsong von „Schindlers Liste“ spielte Sologeigerin Julia Piatkowska herzzerreißend anrührend das ernste Thema. „Den unglaublich schwierigen Part der Triangel übernimmt nun Karl-Wilhelm Meyerrose in der Musik zu der fantastischen Literatur zu Tolkiens ,Herr der Ringe‘“, verkündete Henseleit humorvoll.

Volles symphonisches Volumen präsentierten die Musiker beim Medley aus dem Musical „Tarzan“. Gekonnt tauschten die Geiger ihre Bögen durch Ritschen und Ratschen, Bongos, Güiro (Flaschengurke) und Schellen. Alle zusammen erzeugten einen unglaublich warmen afrikanischen Sound bei Minustemperaturen in Burlage. Die Reprise von 2013, „aber aufgeswingt“ spielt Posaunist Klöpzig mit „Just a gigolo“ von Louis Prima.

Die Soulstimme von Amy Winehouse übernahmen die Bläser im Potpourri durch ihr Werk. „Wir kommen allerdings eher selten betrunken auf die Bühne“, ergänzt ein sehr trockener Henseleit. Orchesterleiter Stephan Flore interpretierte den nicht enden wollenden Applaus als Zugabe-Forderung: Es folgte eine wunderbares „A Morricone Portrait“. Das nächste Konzert des Musikvereins ist am 8. März in der Marienkirche in Drebber geplant.

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