Laura Hefke ist Bestattungsfachkraft mit Leib und Seele

Tod des Opas als Schlüsselerlebnis

„Der Trend geht zur Urnen-Bestattung“, sagt die Lemförderin Laura Hefke, die frischgebackene Bestattungsfachkraft ist. - Foto: Bechtel

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Mein Papa hat früher als Tischlermeister auch Bestattungen gemacht. So bin ich schon sehr früh an das Thema herangetreten, das ich von Anfang an hochinteressant fand. Als ich alt genug war, durfte ich mit und ihm helfen, was ich total spannend fand. Wie ich von meinem Auslandsjahr aus Australien zurückkam, starb mein Opa.

Da habe ich mitgeholfen, ihn herzurichten und gemerkt, was man den Hinterbliebenen geben kann, wenn man eine schöne Abschiednahme vorbereitet“, erzählt die Lemförderin Laura Hefke. Der Tod ihres Opas war letztlich für sie das Schlüsselerlebnis, dass sie den Beruf der Bestattungsfachkraft unbedingt erlernen wollte. Inzwischen hat sie als Zweitbeste ihrer Klasse die Prüfung abgelegt. Zudem konnte sie aufgrund ihrer guten Noten und der Tatsache, dass sie Abitur hat, ihre dreijährige Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen.

Erst seit etwa zwei Jahrhunderten gibt es den Beruf des Bestatters. Zuvor wurden die meisten Verstorbenen von Familienangehörigen bestattet oder Mitarbeiter einer Kirchengemeinschaft, aber auch Schreinereien führten Bestattungen durch. Anfang des 19. Jahrhunderts spezialisierten sich dann die ersten Betriebe auf die gewerbliche Durchführung von Bestattungen. Heute bieten viele Bestattungsinstitute eine Ausbildung zum Bestatter an. Seit 2003 ist sogar eine bundesweit einheitliche Ausbildung zur Bestattungsfachkraft möglich.

Die fachlichen Inhalte für diese Ausbildung umfassten für Laura Hefke zwölf Lernfelder. Dazu zählten zum Beispiel Fächer wie Friedhofskunde, Personenstands- und Erbrecht, Buchführung, Betriebs- und Volkswirtschaft, Politik, aber auch Englisch und Deutsch.

„Besonders interessant waren die überbetrieblichen Lehrgänge im Bundesbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt. Dort haben wir die Praxis gelernt“, berichtet die 25-Jährige, die in Bayern die Versorgung, Einkleidung und Einbettung von Verstorbenen, Grabtechnik, Warenkunde, Dekoration, Beratungsgespräch und Trauerpsychologie lernte. „Wir hatten auch einen Lehrfriedhof, wo wir sogar Gräber ausgehoben haben – mit Bagger und per Hand“, sagt sie schmunzelnd in Erinnerung an diesen Kraftakt.

Welche Fähigkeiten sollte ein Bestatter unbedingt haben, um schwierige Situationen mit Trauernden zu meistern?

„Man muss auf jeden Fall psychisch und physisch belastbar sein. Aber auch einfühlsam und ruhig. Hauptsache man ist ruhig und vermittelt diese Ruhe auch, sodass die Angehörigen das Gefühl haben, gut aufgehoben zu sein, einen Begleiter zur Seite zu haben“, betont die Lemförderin, die derzeit in Hannover tätig ist.

Was mag Laura an ihrem Beruf besonders gerne?

„Am schönsten finde ich: wenn man in einem Sterbefall die Angehörigen begleitet und dann die Rückmeldung kommt, dass alles positiv gelaufen ist“, antwortet die Fachkraft, die von den Tätigkeiten her am liebsten die hygienische Versorgung übernimmt. „Das macht mir am meisten Spaß, den Verstorbenen wieder schön herzurichten“, erklärt sie lächelnd.

„Da gibt es immer ein Notfalltelefon“, erläutert Laura Hefke, dass Bestattungsfachkräfte keinen Feierabend, kein Wochenende haben, sondern zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar sein müssen.

Welche Bestattungsform ist aktuell am meisten gefragt?

„Das ist immer abhängig von dem Gebiet. Auf dem Lande halten sich Erd- und Feuerbestattungen die Waage. In der Stadt sind es mindestens 80 Prozent Feuerbestattungen“, stellt die junge Frau dar.

Wie sehen Laura Hefkes Zukunftspläne aus?

„Der geprüfte Bestatter ist ungefähr gleichgesetzt mit der Bestattungsfachkraft. Eventuell kommt für mich eine Weiterbildung zur Thanatopraktikerin infrage, die aber sehr kostspielig ist und in Deutschland nicht so oft gebraucht wird. Mal sehen, was sich in Zukunft für mich an Chancen auftun.“ Dabei schließt sie eine Rückkehr nach Lemförde nicht aus…

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