Kim Oliver Lange schenkt Dümmer-Museum in Lembruch ein altes Logbuch

„Ein hervorragendes Zeitdokument“

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Der Kulturreferent Kim Oliver Lange schenkte jetzt dem Dümmer-Museum ein Logbuch aus der Zeit von 1950 bis 1956, das er Museumsleiterin Sabine Hacke überreichte.

Lembruch - Von Christa Bechtel. „Vor einigen Wochen habe ich in einem Antiquariat in Melle das Logbuch zweier Boote entdeckt, die auf dem Dümmer gesegelt sind. Die Namen waren ,Trotzdem Hela‘ und ,Kafitjo‘. Ein ziemlich edles Album, in Leder gebunden, mit großartigen Eintragungen, jeder Menge Bildern und Zeitungsausschnitten. Ein tolles Zeitdokument, das einen Einblick in die Zeit von 1950 bis 1956 gibt. Kurzum: Das Logbuch würde ich gerne dem Dümmer-Museum in Lembruch schenken“, sagte sich Kim Oliver Lange, der seine Idee jetzt in die Tat umsetzte und Museumleiterin Sabine Hacke das Logbuch überreichte.

Dort heißt es im Vorwort: „Mögen in diesem Logbuch all die schönen Stunden, die die ,Trotzdem Hela‘ ihrem Besitzer, deren Familien und allen Freunden des Hauses bereitet, auf seinen Seiten in Bild und Wort festgehalten werden, damit für spätere Generationen Lebensart und Lebensfreude der Familie Werner Schmidt überliefert werden kann. Im Dümmer, 2. Juli 1950.“ Am 8. Juni 1950 war bereits die Bootsübernahme gewesen. Anwesend waren damals Georg Fricke, Hela und Werner Schmidt; der Übernahmeort war der Bootssteg Grawiede.

„1950 bis 1956 – das ist genau der Zeitraum, wo der Dümmer noch nicht vollständig eingedeicht war; das geschah dann in den Jahren 1953/54“, veranschaulicht Kim Oliver Lange, der eine besondere Beziehung zum Dümmer-Museum hat.

„Ich durfte vor fünf Jahren hier arbeiten“, sagt der Wahl-Hüder schmunzelnd, der seinerzeit eine Fortbildung zum Kulturreferenten in Kooperation mit dem Verein „Regialog“ (Verein zum Erfassen, Erschließen und Erhalten der historischen Sachkultur im Weser-Ems-Gebiet) und dem Dümmer-Museum absolvierte. Heute arbeitet Lange für den Schröderschen Buchverlag.

„Ich habe mich an eine Sportausstellung im Dümmer-Museum erinnert, wo man auch händeringend nach Material über den Segeltourismus gesucht hat. Das hatte ich im Hinterkopf, als ich das Buch in Melle entdeckte“, stellt Lange, der gebürtig aus Moers kommt, dar. Das reich bebilderte Logbuch, das nicht nur zeitnahe, individuelle Texte, sondern auch Zeitungsartikel oder Postkarten beinhaltet, beschreibe sehr schön, wie die Menschen, Touristen, Segler in den 1950er Jahren am Dümmer ihre Zeit verbrachten. „Ein sehr persönliches Dokument, das von Hela und Werner Schmidt stammt“, weist Lange auf die beiden Verfasser.

„Es ist mit viel Liebe zum Detail geführt worden“, schwärmt Sabine Hacke. Normalerweise sei ein Logbuch sehr technisch, beispielsweise mit Tabellen, angelegt. Doch dieses sei mit sofort ansprechenden Texten verfasst worden. Viele Fotos dokumentieren zudem ein Stück Zeitgeschichte. „Es passt sehr gut in die Sammlung des Museums und ist ein hervorragendes Zeitdokument“, akzentuiert die Leiterin, die bei der Übergabe herzlich Kim Oliver Lange dankte.

Weiter signalisierte Hacke bereits: „Das Museum wird versuchen, den Tourismus mal ausstellungsmäßig zu erhellen.“ Dazu werde man voraussichtlich einen kleinen Bootsschuppen bauen, „wo die Geschichte des Tourismus ein bisschen aufgearbeitet wird.“ Da sei natürlich solch ein Logbuch eine wunderbare Quelle. Nichtsdestotrotz sei das Buch, das sich nun im öffentlichen Eigentum befindet, für Interessierte auch jederzeit zugänglich.

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