Dümmerregion im Aufwind

Marissa-Park am Dümmer: Niedersachsens größtes Tourismus-Projekt

Kräftig gewachsen ist der Marissa-Ferienpark seit Baubeginn im Sommer 2018. Im Juli beginnen die Arbeiten für das Herzstück des Ferienparks, die Plaza mit Restaurant, Tagungszentrum und Wellness-Bereich. Foto: Bömermann
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Kräftig gewachsen ist der Marissa-Ferienpark seit Baubeginn im Sommer 2018. Im Juli beginnen die Arbeiten für das Herzstück des Ferienparks, die Plaza mit Restaurant, Tagungszentrum und Wellness-Bereich.
  • Melanie Russ
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Lembruch – Die Dümmerregion ist im Aufwind – nicht zu letzt wegen des seit Mitte 2018 im Bau befindlichen Marissa-Ferienparks in Lembruch. „Der Dümmer kann noch viel mehr“, ist Erik Winther überzeugt. Er ist geschäftsführender Gesellschafter von „Wald und Welle“, die den Ferienpark baut und die Wohneinheiten vermarktet. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, ist aus seiner Sicht aber auch die Unterstützung der überregionalen Politik notwendig.

Diese Einschätzung teilt er mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Marcel Scharrelmann. „Ich habe mir vorgenommen, regelmäßig Entscheidungsträger hierher zu holen, um ihnen ein Gefühl dafür zu geben, was hier entsteht und wie schön der See ist.“ Scharrelmann wünscht sich, dass das Land Niedersachsen als Eigentümer seinen Teil zur Entwicklung des Dümmers beiträgt. Ein großer Schritt ist mit der Bereitstellung der Mittel für den Start des Genehmigungsverfahrens für den Schilfpolder getan. Dessen Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der ökologischen Qualität des Dümmers.

„Das war ein wichtiges Zeichen“, so Scharrelmann. Neben dem Langzeitprojekt erwartet er aber, dass das Land in der Zwischenzeit das eine oder andere kleinere Problem in Angriff nimmt. Als ein Beispiel nennt er die Verwallung, die modernisiert und aus seiner Sicht vielleicht auch etwas verbreitert werden müsste, damit Radfahrer und Fußgänger auf dem Deich etwas mehr Platz haben.

20 Millionen Euro Umsatz im Umfeld

Den Ferienpark sieht Erik Winther ganz selbstbewusst als Motor für die Dümmer-Region. „Wir generieren 20 Millionen Euro Umsatz im Umfeld.“ Angesichts des erwarteten Besucheranstiegs würden jetzt auch viele Gastronomen und Touristiker am Dümmer investieren.

Seit der Lockerung der Einschränkungen im Tourismus beschert die Corona-Krise dem Ferienpark laut Winther eher noch mehr als weniger Anfragen. Zu Pfingsten seien die 80 Einheiten, die aufgrund der Beschränkungen zur Verfügung standen, ausgebucht gewesen. Ab Juli könnten 200 Wohneinheiten vermietet werden, die Nachfrage sei groß.

Die Bauarbeiten gehen laut Winther insgesamt wie geplant voran. Allerdings gab es auch einen kleinen Rückschlag. Vor einigen Wochen wurde ein Teil der Wohnungen feucht, weil die Sockelabdichtung fehlerhaft war. Daraufhin habe man die Abdichtungen bei 100 Einheiten erneuert, so Winther.

Fertigstellung des Marissa-Ferienparks Ende 2021

In der vergangenen Woche wurde der letzte Bauantrag gestellt, Ende 2021 soll die gesamte Anlage fertig sein. Die Errichtung der Wohnhäuser ist bereits weit fortgeschritten, mehr als 230 Einheiten, also etwa die Hälfte der insgesamt rund 480 Einheiten, wurden verkauft.

Der Tiefbau für das Herzstück des Marissa-Parks mit Plaza, Tagungszentrum, Restaurant und Wellness-Haus soll im Juli beginnen. Die Errichtung der Gebäude ist ab Anfang September anvisiert. Das Tagungszentrum soll quasi als zweites Standbein neben dem Tourismus dienen und insbesondere in der Nebensaison für eine gute Auslastung des Ferienparks sorgen. Die Investitionen allein für diesen Komplex beziffert Winther mit rund 15 Millionen Euro. Das gesamte Investitionsvolumen betrage etwa 120 Millionen Euro.

Axel Miesner, Vorsitzender des Landtag-Ausschusses für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, zeigte sich vom Ferienpark beeindruckt. Es sei aktuell das größte Tourismusprojekt in Niedersachsen und trage dazu bei, den Status Niedersachsens als Tourismusland zu festigen. Der Trend zu über das ganze Jahr verteilten Kurzurlauben hält nach seiner Einschätzung an und ermöglicht, dass Mitarbeiter in der Tourismusbranche ganzjährig beschäftigt werden. Für die Entwicklung am Dümmer ist es nach seiner Überzeugung entscheidend, dass alle Akteure im Einvernehmen zusammenarbeiten: Tourismus, Naturschutz und Landwirtschaft.

Reaktivierung der Bahnstrecke?

Steigt die Zahl der Touristen so stark, wie erwartet, stellt sich auch die Frage, wie die Gäste an den Dümmer kommen. Mit dem eigenen Auto ist die Anreise kein Problem, doch was ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig wirbt dafür, immer mal wieder zu hinterfragen, ob der stillgelegte Bahnhalt in Lembruch reaktiviert werden könnte. Er habe diesbezüglich auch mit der Landesbeauftragten der Deutschen Bahn gesprochen und die Auskunft erhalten, dass dafür etwa 1 500 Zustiege am Tag erforderlich seien, so Knoerig.

Der Kreisverband Osnabrück des Verkehrsclubs Deutschland wird Knoerigs Aussage gerne hören. Denn er bemüht sich schon seit einigen Jahren darum, den Haltepunkt in Lembruch zu reaktivieren. Durch den Marissa-Ferienpark, so argumentiert dessen Vorsitzender Tobias Demircioglu, werde eine Reaktivierung wichtiger denn je.

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