Eigene Handyrallyes in Lemförde erprobt

Neue Wege in der Jugendarbeit

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Patrick Jäkel (r.) von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt Hannover und sein Kollege Norbert Thien schauen, ob die „Inspektions“-Rallye richtig angelegt wurde.

Lemförde - „Actionbound – Wir entwickeln unsere eigenen Handyrallyes!“ So lautete am am Sonnabend das Motto eines siebenstündigen Seminars, für das Ingo Jaeger, Diakon und Kreisjugendwart, die organisatorische Leitung übernommen hatte. Denn: „Kinder und Jugendliche sind begeistert von ihren Smartphones.

Diese Begeisterung gilt es in unserer Arbeit nicht zu ‚verteufeln‘, sondern sinnvoll einzusetzen. Also wieso nicht mal eine historische Dorfrallye mit dem Handy oder eine Kirchenerkundung mit dem Tablet in der Hand?“, meint Jaeger, der es spannend findet, mit der Zeit zu gehen, und neue Wege in der Jugendarbeit auszuprobieren.

Deshalb hatte er Patrick Jäkel von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt Hannover eingeladen, mit seinem Multimediamobil nach Lemförde zu kommen. Zur Unterstützung hatte Jäkel seinen Kollegen Norbert Thien mitgebracht. Ein Bound ist übrigens eine interaktive Handy-Rallye. Mit der Actionbound-App können spannende, lustige und lehrreiche Bounds gespielt werden.

Das Prinzip ist ähnlich wie bei einer klassischen Schnitzeljagd oder bei Geocaching, erweitert durch Medieninhalte, Internet und die Möglichkeit, als Spieler selbst etwas beizutragen. Zentrale Frage in Lemförde war: Wie kann ich das Smartphone, das aus der Lebenswelt von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken ist, in der pädagogischen Arbeit sinnvoll einsetzen? Im Mittelpunkt standen daher das praktische Erleben und Ausprobieren.

„Schön, dass so viele Ehrenamtliche der Einladung gefolgt sind“, freute sich Ingo Jaeger zum Auftakt in der Bücherei am Amtshof. Hier begrüßte er zwölf Teilnehmer (16 bis 22 Jahre), die vorwiegend aus Lemförde, aber auch aus Drebber, Wetschen, Twistringen und Stuhr kamen und ehrenamtlich in der Evangelischen Jugend tätig sind. Sämtliche Materialien hatte Patrick Jäkel mitgebracht. Als Hausaufgabe hatten die jungen Leute die Actionbound-App bereits auf ihre Smartphones geladen.

Mit einer theoretischen Einführung starteten Jäkel und Thien das Seminar, das in Lemförde Premiere hatte. In drei Gruppen aufgeteilt ging´s dann ans Ausprobieren, um die Möglichkeiten, Chancen und Grenzen dieses Mediums selbst zu erfahren. So entwickelte eine Gruppe eine Rallye, bei der die Sehenswürdigkeiten von Lemförde inbegriffen waren. Dem Ganzen gaben sie die Überschrift „Erkundung Lemförde“.

„Wir haben die Rallye erst einmal in Abschnitte eingeteilt. Starten wollen wir auf dem Amtshofvorplatz. Angegeben wurden Orte, wo wir hin wollen. Dort müssen wir Aufgaben erfüllen, Fotos machen oder gegeneinander im Turnier antreten, aber auch Fragen beantworten. Überall werden wir mit Koordinaten hingeschickt“, zeigte Lisa-Marie die einzelnen Schritte auf, die im Übrigen auch „Indoor“ möglich sind.

Die nächste Gruppe wählte als Thema: „Eine Inspektion kommt nach Lemförde, die dem Ort eine Bewertung geben möchte. Aber es ist ziemlich viel fehlgeschlagen, sodass wir als Rallye-Teilnehmer das wieder in Ordnung bringen müssen, damit der Ort Lemförde gut abschneidet“, stellte Eva dar.

„Das Schöne ist auch, dass ich über die Rückmeldung zu dem Einführungs-Bound, den ich erstellt habe, noch etwas lernen kann“, sagte Patrick Jäkel, der begeistert von der Resonanz war. Fazit: Die Erstellung eines Actionbounds ist ohne besonderes Vorwissen problemlos möglich. Auch die Tatsache, dass ein Bound offline und ohne GPS-Geräte spielbar ist, ist reizvoll.

Für die Zukunft signalisierte Ingo Jaeger aber bereits: „Wir werden auf jeden Fall eine Rallye für unsere Konfirmandenarbeit erarbeiten. Und da wir am 28. August das Gemeindefest der Evangelischen Kirche haben, möchten wir für Erwachsene eine Kirchenerkundung mit dem Smartphone anbieten.“ Sein besonderer Dank galt der Bücherei: „Dass sie uns die Räume zur Verfügung stellte.“ Außerdem können einige Fotos der Fortbildung bei Facebook auf der Seite „Kreisjugenddienst Diepholz“ angesehen werden.

cb

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