Extremer Rückgang bei Bruterfolg

Neue Nistflöße sollen Trauerseeschwalbe am Dümmer schützen

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Eine junge Trauerseeschwalbe am Dümmer 2013. In den vergangenen beiden Jahren war dieses Bild selten.

Hüde - Den Winter verbringt sie an der Küste und in den Feuchtgebieten Westafrikas, doch ihr Brutgeschäft verrichtet die Trauerseeschwalbe in hiesigen Breitengraden. Die mit Abstand größte Population in Niedersachsen brütet am Dümmer – vor allem in den vergangenen zwei Jahr wurden allerdings kaum Jungtiere flügge.

Nisteten dort in den vergangenen Jahren knapp 100 Paare, waren es 2017 nur 64, wie aus den Daten der Naturschutzstation Dümmer hervorgeht.

Auf Initiative des Hobby-Ornithologen Werner Brinkschröder aus Belm haben Abgeordnete von Grünen und AfD kürzlich eine Kleine Anfrage zum Bestandsrückgang und Schutzmaßnahmen für die stark bedrohte Vogelart an die Landesregierung gestellt, deren Antwort inzwischen vorliegt. 

In Niedersachsen brüten demnach aktuell jährlich zwischen 110 und 130 Paare. Die Population am Dümmer erfahre seit 30 Jahren eine intensive Betreuung durch die Naturschutzstation des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie Mitarbeiter des Naturschutzrings Dümmer, betont die Behörde.

Brutgeschäft ermöglichen

So setzen die Naturschützer vor Ort alljährlich Nistflöße aus, die der Trauerseeschwalbe, einer der wichtigsten Vogelarten der Dümmerregion, ein sicheres Brutgeschäft ermöglichen sollen. Dies habe sich in der Vergangenheit bewährt, um den Bestand nach einem zwischenzeitlichen Tief Ende der 1980er-Jahre wieder zu vergrößern, so die Landesregierung. 2010 wurde demnach mit 118 Brutpaaren ein Höchststand in jüngerer Zeit erreicht.

Bereits seit einigen Jahren bereitet den Naturschützern allerdings ein sinkender Bruterfolg Sorge. Vor allem 2016 und 2017 wurden laut Antwort der Landesregierung kaum Jungtiere flügge. Um die Ursachen zu ermitteln, wurden die Brutplätze 2017 mit Wildtierkameras überwacht. 

Die Aufzeichnungen hätten ergeben, dass die Brutausfälle auf ein Umkippen der Nistflöße, verursacht durch Wasserturbulenzen, die vermutlich von ablaichenden Karpfen herrühren, und auf die Prädation von Küken durch Lachmöwen zurückzuführen seien, so die Landesregierung. Aus diesem Grund werden in der aktuellen Brutsaison Nistflöße ausgebracht, die nicht umkippen können und zusätzlich mit Drahttunneln und vertikale Strukturen ein Absammeln von Küken durch Lachmöwen verhindern sollen.

Gewässerreinhaltung notwendig

Außerdem sind aus Sicht der Naturschützer vor Ort für die zwei Koloniestandorte am Dümmer großräumige Befahrensverbote und übergeordnete Bemühungen zur Gewässerreinhaltung beziehungsweise Reduzierung der Nährstoffzufuhr von immenser Bedeutung.

Über weitere Ursachen, die sich negativ auf den Aufzuchterfolg ausgewirkt haben könnten, liegen laut Landesregierung keine gesicherten Erkenntnisse vor. Werner Brinkschröder vermutet allerdings, dass ein geringer Kleinfischbestand – eine wesentliche Nahrungsgrundlage für die Jungvögel – ebenfalls negative Aufwirkungen auf den Bruterfolg hat.

Auch in diesem Jahr werden alle Vorgänge in den Dümmer-Kolonien mit Wildtierkameras überwacht, um zu prüfen, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen und welche Rolle die Lachmöwe beim Bruterfolg spielt. Laut Markus Nipkow von der staatlichen Vogelschutzwarte des NLWKN sollen die Ergebnisse im Spätsommer vorliegen und bis zum Herbst ausgewertet werden. „Wir versprechen uns einiges davon“, so Nipkow.

mer

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