Naturkundliche Fahrradtour rund um den See hat eine Länge von 30 Kilometern und beinhaltet einige lohnende Abstecher

Den Frühling am Dümmer vom Sattel aus genießen

+
Die Karte zeigt den Verlauf der Route um den See und die Lage der einzelnen Stationen.

Hüde/Lembruch - Von Oliver Lange. Mit dem April ist endgültig der Frühling am Dümmer eingezogen und bietet vor allem bewegungsfreudigen Naturfreunden einen ersten Höhepunkt in der noch jungen Saison. Wer jetzt noch das Fahrrad im Winterlager eingemottet hat, sollte schleunigst die Reifen aufpumpen, die Kette schmieren und die schöne Zeit in der Dümmerniederung vom Sattel aus genießen.

Die klassische Tour einmal rund um Niedersachsens zweitgrößten Binnensee ist mit ein paar lohnenden Abstechern genau richtig für einen angemessen Start in die Radelsaison. Auf rund 30 Kilometern Radwegen und verkehrsarmen Wirtschaftsstraßen führt die Route ohne Steigungen zu interessanten Aussichtspunkten in der Niederung und am See.

Die Naturschutzstation Dümmer des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat einen Tourenvorschlag erarbeitet. Es werden die besonderen Naturerlebnispunkte vorgestellt und erläutert, so dass sie auf eigene Faust erkundet werden können. Als Start- und Zielpunkt der Rundtour wird hier die Naturschutzstation in Hüde (1) gewählt. Die Tour kann aber auch von jedem der anderen Parkplätze rund um den See gestartet werden.

Wer vor dem Start mit dem Rad noch naturkundliche Infos zur Dümmerniederung haben möchte, ist in den beiden Ausstellungsräumen der Naturschutzstation gut aufgehoben. Die Ausstellungen sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Mit dem Rad geht es von der Naturschutzstation ein Stück nach Norden in Richtung Hüde. Vor dem Marler Graben zweigt der Wirtschaftsweg nach links ab ins Ochsenmoor und führt am Rande eines nassen Erlenbruchwäldchens zur Aussichtsplattform (2) am Süddeich des Sees.

Auf dem Asphaltsträßchen führt der Weg neben dem Randkanal weiter westwärts. An der Brücke über den Randkanal (3) lohnt sich ein Abstecher nach links zum Schäferhof. Östlich dieser Straße liegen die am stärksten vernässten Flächen (4) der gesamten Dümmerniederung.

Spätestens hier schlägt das Herz der Vogelfreunde deutlich höher. Die Luft ist erfüllt von den Rufen der Uferschnepfen und Kiebitze, in die sich gelegentlich das Meckern der Bekassine oder das Trällern der Brachvögel mischt.

Das Gras ist noch kurz und die Vögel lassen sich bei ihren Aktivitäten gut beobachten. Garniert werden die Eindrücke im Ochsenmoor mit zahlreichen Sumpfdotterblumen.

Ebenso wie in den Wiesen herrscht auch am Schäferhof (5) jetzt reges Treiben. Die Osterlämmer haben größtenteils schon das Licht der Welt erblickt, ihr Blöken erfüllt den Schafstall und die hofnahen Weiden.

Auf demselben Weg geht es zurück bis zur Brücke über den Randkanal (3). Dort führt der Radweg nach Nordwesten wieder zurück zum Dümmerdeich. Am Düker (6), wo der Randkanal die Hunte unterquert, lohnt ein kurzer Halt. Beim Blick auf die westliche Seite der Hunte ist eine größere angestaute Wasserfläche zu sehen, auf der sich zahlreiche Wasservögel tummeln.

Über die Huntebrücke (7) gelangen die Radler an das Westufer des Sees. Auf dem Deichweg passieren sie zwei kleine Erlenbruchwäldchen (8).

Links des Weges taucht der Aussichtsturm (9) am Ostufer auf und bietet von seiner Plattform einen guten Blick von den Dammer Bergen im Nordwesten über den Dümmer bis hin zu den Stemweder Bergen im Südosten.

Kurz bevor der Olgahafen erreicht wird, zweigt nach rechts ein Stichweg ab zur Aussichtsmole (10). Vom Beobachtungsstand kann der gesamte See überblickt werden. Oft halten sich vor dem Ufer Wasservögel auf.

Am Olgahafen (11) lädt die Gastronomie zur Rast ein. Etwa zwei Kilometer westlich des Hafens präsentiert die Dümmer-Vogelschau (12) der Familie Schomaker in einer Ausstellung mehr als 200 Vogelpräparate von den Vogelarten, die am Dümmer heimisch sind.

Die Tour führt über einen Wirtschaftsweg zurück zum Dümmerdeich. Am nördlichen Seeufer zweigt ein Abstecher (13) vom Deich ab zu einem versteckt liegenden Vogelbeobachtungsstand (14) im Osterfeiner Moor. Wer sich hier vorsichtig nähert und ruhig verhält, hat vom Beobachtungsstand einen guten Überblick über das Stillgewässer und das Osterfeiner Moor. Mit etwas Geduld lassen sich hier vor allem viele Wasservögel beobachten.

Auf gleicher Strecke geht es zurück zum Dümmerdeich und weiter ostwärts. Kurz nach der Überquerung der Alten Hunte (15) steht am linken Wegesrand der Aussichtsturm des Nordufers. Der Blick von oben schweift über die Nordbucht des Dümmers und die Feuchtwiesen, auf denen sich jetzt gerne Graugänse aufhalten.

Vom Nordturm ist es nicht mehr weit bis Lembruch. Auf der Uferpromenade herrscht vor allem an den Wochenenden reges Treiben. Eine umsichtige Fahrweise ist hier unbedingt empfehlenswert.

Nach der Naturschutzstation, dem Schäferhof und der Dümmer-Vogelschau erreicht man mit dem Dümmer-Museum (16) in Lembruch die vierte Infoeinrichtung des Dümmer-Kleeblattes. Wissbegierige erfahren anhand originaler Exponate mehr über das Wechselspiel zwischen dem Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum Dümmerniederung.

Der weitere Verlauf des Deichweges führt in das Naturschutzgebiet „Hohe Sieben“. Hier ist seit Jahresbeginn ein neuer Schilferlebnissteg (17) durch die Schilfzone des Dümmerufers eingerichtet. Der Steg endet an einem geschützten Vogelbeobachtungsstand.

Nach der nächsten Kurve des Deichweges steht die Aussichtsplattform (18) des Ostufers. Vor dem Seeufer sind Pfahlreihen im Wasser erkennbar. Die Pfähle brechen den Einfluss von Wind und Wellen und sollen dem Schilf helfen sich wieder auszubreiten. Landseitig führt der Omptedakanal Wasser vom Dümmer in das Naturschutzgebiet Hohe Sieben.

An der Uferpromenade Hüde gibt es Einkehrmöglichkeiten bevor der Ausgangspunkt der Tour, die Naturschutzstation, wieder erreicht wird.

Weitere Infos zum Naturschutz am Dümmer und zu naturkundlichen Veranstaltungen gibt es im Internet.

www.naturschutzstation-duemmer.niedersachsen.de

www.naturschutzring-duemmer.de

www.nuvd.de

www.naturpark-duemmer.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Schwimmer Wellbrock erreicht WM-Finale: "Riesig"

Schwimmer Wellbrock erreicht WM-Finale: "Riesig"

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Dienstag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Dienstag

Hochwasser-Einsätze in vielen Gegenden

Hochwasser-Einsätze in vielen Gegenden

Werders erste öffentliche Trainingseinheit in Schneverdingen

Werders erste öffentliche Trainingseinheit in Schneverdingen

Meistgelesene Artikel

Sommerpicknick in Asendorf erfreut sich großer Beliebtheit

Sommerpicknick in Asendorf erfreut sich großer Beliebtheit

Satteldiebstahl in Heiligenrode

Satteldiebstahl in Heiligenrode

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Endgültiges Disco-Aus für das „Aero“?

Endgültiges Disco-Aus für das „Aero“?

Kommentare