Natur und Kunst im Einklang

Neue Saison des Dümmer-Museums beginnt

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Der „Familienausflug“ der Kraniche ist nur eines der Fotos des Naturfotografen Carsten Linde, die ab März im Dümmer-Museum in Lembruch zu sehen sind.

Lembruch - Von Melanie Russ. Das Dümmer-Museum in Lembruch ist wieder aus dem „Winterschlaf“ erwacht. Seit Anfang Februar können sich Interessierte sonntags von 12 bis 16 Uhr in den Räumen am Götkers Hof über Geschichte, Flora und Fauna des Dümmers informieren, ab dem 16. März ist das Museum wieder täglich geöffnet. Die Wintermonate hat Museumsleiterin Sabine Hacke unter anderem genutzt, um die Dauerausstellungen vorzubereiten. Davon sind in diesem Jahr fünf geplant.

Noch bis zum 3. März haben Besucher die Gelegenheit, die im vergangenen Jahr bereits gezeigte Sonderausstellung zum 50-jährigen Jubiläum des Museums zu sehen. Zahlreiche Bilder und Texte geben einen Einblick in fünf Jahrzehnte Museumsarbeit am Dümmer. Den Höhepunkt des vergangenen Jahres bildete das zehntägige archäologische Fest mit großem Festakt im Sommer, das allerdings nicht ganz so viele Besucher hatte wie erhofft. Es sei tagsüber einfach zu heiß gewesen, so Hacke. Abends seien mehr Besucher vorbeigekommen, dann seien die Aktionen aber schon beendet gewesen.

Vom 10. März bis 5. Mai - passend zur Rückkehr der Kraniche aus ihren Winterquartieren - steht das Dümmer-Museum ganz im Zeichen der „Vögel des Glücks“. Gezeigt werden dann Fotografien von Carsten Linde, der den Kranichen mit seiner Kamera schon seit Jahren von ihren Rastgebieten an der Ostseeküste über Frankreich bis zu den Winterquartieren in Spanien folgt. Er fotografiert die Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen - an verborgenen Schlafplätzen ebenso wie an traditionellen Sammelplätzen. Carsten Linde wird die Ausstellung am Sonntag, 10. März, um 11 Uhr mit dem Multimediavortrag „Wenn die Kraniche ziehen“ eröffnen. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Vom 19. Mai bis 30. Juni schlägt das Dümmer-Museum einen Bogen „vom Mittelmeer bis zum Dümmer“. „Die Lust auf Meer und Wasser“ lautet der Untertitel der Ausstellung mit Bildern in Öl und Acryl von Joanne Mifsud Pikutzki. „Sie liebt maritime Motive und Portraits“, so Sabine Hacke. Die Künstlerin wohne in Bad Essen und habe somit auch einen Bezug zum Dümmer. Die Vernissage ist für Sonntag, 19. Mai, um 11.30 Uhr geplant. Auch hier ist der Eintritt frei.

Die Arbeiten des Heimatforschers Kurt Pfaffenberg (1888-1971), ehemals Lehrer in Sulingen, stehen vom 7. Juli bis 1. September im Mittelpunkt. Das Kreismuseum Syke widmet seiner Person und seinem Lebenswerk eine Sonderausstellung, die im Sommer am Dümmer Station machen wird. Denn Pfaffenberg hat auch am Dümmer intensiv geforscht, Bodenproben untersucht und zahlreiche Fotos gemacht, wie Sabine Hacke berichtet. „Er hatte viele Hobbys, und Geologie war eines seiner Steckenpferde.“

Museumsleiterin Sabine Hacke präsentiert ein Portrait der Künstlerin Thea Hucke, das derzeit im Museum ausgestellt wird. Foto: Russ

Mit den Arbeiten dreier „vergessener Künstlerinnen“ geht die Saison der Sonderausstellungen im Dümmer-Museum zu Ende. Vom 14. September bis 3. November wird Sabine Hacke Bilder von Thea Hacke aus Diepholz, Maria Rasch aus Bramsche und Lotte Szalinski aus Osnabrück zeigen. Unter anderem sind erstmals drei Portraits zu sehen, die das Museum als Dauerleihgabe erhalten hat. Die Nachfahren von Rasch und Szalinski unterstützten die Ausstellung mit mehreren Leihgaben, freut sich Hacke. Ein Vortrag und ein Katalog ergänzen die Ausstellung.

Anlass für die Wahl dieser drei Künstlerinnen ist das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum. „Dessen Einflüsse findet man auch in der Provinz“, erläutert Hacke. So war Rasch eine der ersten Bauhaus-Studentinnen und initiierte Ende der 1920er-Jahre die Produktion der Bauhaustapete. Rasch war aber nicht nur Malerin, sondern auch Objekt der Kunst. Thea Hucke habe sie porträtiert, so Hacke. „Sie hat wunderschöne Portraits gemalt. Heute malt man Portraits ganz anders“, erläutert die Museumsleiterin und verweist unter anderem auf die kräftigen dunklen Linien, mit denen die Diepholzer Künstlerin die Menschen in ihren Bildern umrissen hat.

Zu den Sonderausstellungen kommen die monatlichen Treffen des Museumssalons, der in diesem Jahr erstmals eine Sommerpause einlegen wird, eine Aktion zum Internationalen Museumstag und der Bücherflohmarkt hinzu. Zum Abschluss wird ein Woll- und Genussfest gefeiert, bei dem Kunsthandwerk rund ums Schaf im Fokus steht. Laut Sabine Hacke wird erstmals eine Archäologin mit einem Senkrechtwebstuhl zu Gast sein.

Angedacht ist außerdem die Fortführung des Archäologie-Schwerpunkts vom vergangenen Jahr im Rahmen eines Schülercamps zur Steinzeit, die für den Dümmer besonders prägend war. Hierzu gebe es erste Ideen, aber noch keine festen Planungen, so Hacke.

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