Namenlose Zeit vorbei

„Lutherspatzen“ trällern in Kita und Krippe

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„Mach dich locker!“, hieß ein einprägsamer Song von Heiner Rusche, mit dem er Kinder und Eltern beim Sommerfest zum Mitmachen animierte. 

Lemförde - Seit 1972 gibt es die evangelisch-lutherische Kindertagesstätte in Lemförde, 2013 kam die Krippe hinzu. Bis Samstag waren beide namenlos, „denn es gibt viele Gremien, die ein Mitspracherecht haben. Sie konnten sich bislang nicht einigen“, erzählt Anke Kordes, sie hat die Leitung in der Tagesstätte (wir berichteten).

Die namenlose Zeit ist seit Samstag beendet. Passend zum Sommerfest der Kindertagesstätte und der angegliederten Krippe wurden die Namensschilder enthüllt und werden demnächst an den zwei Institutionen gut sichtbar angebracht.

Wer sich jetzt fragt, was ist das denn für ein Name „Lutherspatzen“, Spatzen, die die Lehre von Luther von den Dächern trällern und verbreiten, eine Neuzüchtung oder genetisch verändertes Vogelpotenzial? So ist es nicht.

„Die Idee kam mir auf einer Reise nach Berlin“, erzählt Anke Kordes, wahnsinnig glücklich, dass der Name bei allen Gremien Zustimmung fand. „Da kamen Spatzen angehüpft, neckten sich und zwitscherten um die Wette und da sagte ich zu meinem Mann: Guck mal, das ist wie beim mir im Kindergarten.“ Außerdem hätte sie schon lange ein bisschen neidisch auf die schicken Schilder mit Namen der anderen Kindertageseinrichtungen geschaut und gedacht: „Nun ist es gut, wir müssen jetzt endlich einen Namen finden.“ Sie habe ihre Idee aus Berlin „Lutherspatzen“ im Team und den Gremien (Kirchenvorstand, Kindergartenverband) vorgestellt und es glückte, er ging durch. Natürlich sei das Präfix „Luther“ in Verbindung mit Spatzen, dem kirchlichen Träger geschuldet, man wolle damit aufeinander zugehen und sich identifizieren, so Kordes. Das Logo für die zwei Schilder vor Kita und Krippe hat die Designerin Susan Groneweg aus Bremen (war selbst vor 42 Jahren Kindergartenkind in der Einrichtung in Lemförde) entworfen. Auf ihm sind ein Mädchen und ein Junge, auf ihren T-Shirts die Lutherrose und ein Kreuz.

Neue Name stellt alle zufrieden

Natürlich fand Kordes den Zustand ohne Namen nie gut, „aber wir wollten auch nicht „Arche Noah“ oder „Regenbogen“ oder womöglich „Genezareth“ heißen“. Mit „Lutherspatzen“ sind alle zufrieden.

Die fanden sich dann auch überall zum Sommerfest: Ob als Salzgebäck für jedes Kind zum Mitnehmen, auf dem Zaun aus Papier zwischen Kita und Krippe oder in der großen Aktionshalle an den Wänden.

Dort animierte Heiner Rusche, der Musiker für Kinder, in seinem Mitmachkonzert die Kinder und Eltern. „Mach dich locker!“ hieß ein einprägsamer Song für gute Laune und Bewegungstherapie für die Jüngsten. In dem Konzert von Rusche aus Hemsloh, der am Abend noch einen Auftritt im Theater in Geesthacht hatte, wurden alle zu Akteuren. Bewegung, Spaß und Mitsingen sind oberstes Ziel des Musikers, dem es die Kinderherzen angetan haben.

Das Namens-Fest begann um zehn Uhr mit einer Andacht von Pastor Horst Busch, den rund 20 Mitarbeitern aus Kita und Krippen, Kindern und Eltern. Busch machte deutlich: „Wenn ich, so wie heute hier, wenige kenne, frage ich zuerst nach dem Namen.“ Dann sei das Eis gebrochen, der Weg zum Gespräch geebnet. So wichtig sei ein Name. Das Krippen- und Tagestätten-Team hatte einen bunten Garten gezaubert mit Mitmach-Spielen, Kinderschminken, Fotoshooting, viel Spaß und Entspannung für die Eltern ohne Arbeitsstress. Man kam ins Gespräch.

Ein Informationsstand fiel auf: „Unsere Kita ist Sprach-Kita!“ stand da. Was das im Detail bedeutet, erläuterte die zusätzliche Fachkraft Michaela Speckmann: „Eine Sprach-Kita legt besonderen Wert auf sprachliche Bildung im Kita-Alltag.“

Das Projekt, dass vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Bundesprogramm initiiert ist, basiere auf drei Säulen: In den Alltag integrierte Sprachbildung, Inklusion und die Zusammenarbeit mit den Eltern. 

sbb

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