Nach 60 Jahren das erste Eigenheim

Neues Clubhaus des Segelclubs Lembruch streckt sich in den See

SCL-Vorsitzende Marianne Altvater ernennt Bernhard Ahlers (rechts) und Reinhard Niedersen zu Ehrenmitgliedern.

Lembruch - Zur Jahreshauptversammlung des Segelclubs Lembruch (SCL) im Februar war es noch eine Planung auf dem Papier. Am Samstag stand sicher gegründet und das zum Teil im Wasser des Dümmers das neue Clubheim am Deich am ehemaligen Schoddenhof. Der Dachstuhl des Holzhauses war dicht und es konnte feierlich gerichtet werden. Vorsitzende Marianne Altvater begrüßte bei herrlichstem Seglerwetter (Sonne und eine steife Brise) zahlreiche Mitglieder und vor allem die rund 30 Aktiven, die zum Gelingen des Projekts beigetragen hatten.

Der Neubau ist das erste eigene Gebäude des seit rund 60 Jahren bestehenden Segelvereins. Zuvor befand er sich lange Jahre im Schoddenhof-Gebäude, dem „Alten Kahn“, später in der gegenüberliegenden Reetdach-Villa Schodde. Beide sind inzwischen den Plänen für den Marissa-Ferienpark gewichen.

Der 60 Vollmitglieder zählende SCL betreibt einen naturnahen offenen Hafen mit Schwimmstegen und schaut nun vom neuen Clubhaus aus auf Anleger und Liegeplätze. „Wir sind jetzt schon total stolz auf dieses Häuschen. So viele Menschen, die vorbeifahren und den Daumen heben und ,toll gemacht‘ herüberrufen“, so Altvater.

Das Richtfest nutzte sie, um zwei Mitglieder zu Ehrenmitgliedern zu ernennen: Aus Anlass des 80. Geburtstags erhielten Bernhard Ahlers und Reinhard Niedersen, beide topfit und noch im Segelsport aktiv, die goldene Ehrennadel und eine Urkunde. Beide hatten auch bei den Bauarbeiten angepackt. „Bernhard war immer da, wenn er Zeit hatte, und Reinhard gönnte sich kaum eine Pause. Wenn alle völlig platt nach Hause gingen, takelte er auf und segelte eine Runde in den Sonnenuntergang“, berichtete Altvater.

Das Häuschen ist ein schöner Einraum in Holzbauweise in dezenten Tönen mit Umgang und Seeterrasse geworden. Wenn die Zuwegung vom Deich aus behindertengerecht angefüllt und begrünt ist, ist ein auf ökologischen Grundsätzen erdachtes Gebäude entstanden. „Darauf legen wir sehr viel wert, hier in der wunderbaren Natur“, erklärte Rainer Altvater, Sportwart und Projektleiter. Das Gebäude ist aus Holz, die Dämmung aus Holzfasern, die Farben abbaubar, und das Dach wird begrünt. „Später gönnen wir uns innen noch einen Pelletofen, wenn es mal frischer ist.“ Finanziert habe der Club das eigene Heim weitestgehend selbst, der Kreissportbund habe einen Zuschuss gegeben. Die neue Herberge werde ein Anziehungspunkt, auch wenn gerade nicht gesegelt werde, das sei sicher, so Altvater.

Mit etwas Unterstützung von unten lotete Baumeister Rainer Altvater den Richtkranz perfekt aus.  - Fotos: Brauns-Bömermann

Seine ganze Strahlkraft gibt das Holzgebäude mit Veranda und großem Panoramafenstern von der Seeseite preis. Rainer Altvaters Projektierung war aufgegangen: Er wachte über Zeitmanagement- und Finanzplan, Bauantrag und hatte die Bauaufsicht. Viele heimische Akteure waren beteiligt, von der Bauzeichnung bis zur rechtlichen Beratung, Ausführung der Gewerke, Eigenleistung der Clubmitglieder, Unterstützung durch Sponsoren und Helfer. „Das Häuschen ist nicht groß, aber es hat zwei seitliche Zugänge, Terrasse und Geländer erhalten. Es ruht auf einem angefertigten Stahlrahmen, der auf Stützen mit Fundamenten halb im Wasser, halb an Land steht“, erklärte Altvater. Ein Zaun ist vom Deich aus nicht in Planung: „Wir haben uns dabei am Konzept des offenen Ferienparkes angelehnt und wollen das versuchen“, erklärte die Vorsitzende.

Im Vorfeld der Planung hatte der Club über mehrere Verträge mit dem Land Niedersachsen und der Wald und Welle GmbH vertraglich die Zuwegung über den Marissa-Park und den Deich geregelt. Sanitäre Anlagen erhalten der Club und der Nachbar Robins Surfschule am geplanten Café-, Wellness- und Barbereich des Marissa-Parks. „Wald und Welle hat uns geschrieben und ein nettes Richtfest gewünscht“, vermeldete Marianne Altvater und unterstrich den guten Kontakt zu Geschäftsführer Erik Winther. Der Vorstand pflege einen engen Kontakt zu den Ferienpark-Planern.

Das nächste Projekt sei der Neubau eines kleineren Krans, da der alte an der Stelle stehe, wo Sauna-, Bar- und Strandbereich vorgesehen seien, blickte Rainer Altvater beim Richtfest bereits in die Zukunft. J sbb

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