Umweltschutzorganisation hofft auf neue Mitglieder

NABU informiert Bevölkerung über seine Arbeit

Der NABU stellt sich in diesen Tagen in der Region vor. In Hüde mit von der Partie waren Ulrike Marxmeier und Bernd Averbeck. - Foto: Brauns-Bömermann

Hüde - In Hüde stehen sie sich am Montagmorgen gegenüber: Die echten sechs Störche auf dem abgeernteten Kornfeld vor der Naturschutzstation und sieben ambitionierte Abitur-Absolventen und Studenten aus ganz Deutschland, die auf ihren blauen Shirts den Storch des Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf der Brust tragen.

„Wir möchten in den nächsten 14 Tagen die Ortsgruppe des NABU Dümmer bei der Mitgliederwerbung unterstützen“, erklärt der Sprecher der sieben Freiwilligen Matthias Illg aus Riedlingen an der Donau. Untergebracht sind die NABU-Mitglieder in Wagenfeld und von dort aus werden sie täglich von 13 bis 21 Uhr Menschen auf der Straße und an der Haustür in Diepholz, Rehden, Lemförde und Wagenfeld ansprechen, um über die Arbeit des NABU allgemein und vor Ort zu informieren und im besten Fall Bürger zur Mitgliedschaft zu animieren. Kein leichter Job, kommt aber von Herzen und aus einer Sicht der Notwendigkeit.

Neben den unverkennbaren blauen Poloshirts tragen die NABU-Mitglieder einen Ausweis mit sich. Noch steckt er dezent in der ebenfalls blauen Infomappe, um sich mit ihm zu legitimieren. „Im Auftrag des NABU“ steht dort, neben Vor- und Zuname, Mitgliedsnummer und Geburtsdatum. „Unser definiertes Ziel bei der Aktion ist es“, so Illg, „so viele Einwohner wie möglich für die Unterstützung der Naturschutzprojekte des NABU Dümmer zu gewinnen.“

Kein Bargeld, keine Sachspenden

In Hüde hießen die Öffentlichkeits-Werker des NABU Bernd Averbeck, Vorsitzender des NABU Dümmer, und Ökologin Ulrike Marxmeier vom Naturschutzring Dümmer willkommen. Den Einsatz der Studenten organisiert eine Stuttgarter Agentur für den Naturschutzbund Deutschland. Und dann erzählen sie auf Nachfrage, was ihre Triebfeder zu dem ehrenamtlichen Job mit Aufwandsentschädigung ist, woher sie stammen und was sie studieren. Die Antworten verblüffend: „Volkswirtschaftslehre, Lehramt, Geografie“. Sie kämen aus Frankfurt, Augsburg, Ulm. Illg aus Riedlingen studiert zum Beispiel Volkswirtschaftslehre, nutzt jetzt schon zu Studienzeiten sein globales Denken im engagierten Einsatz für die Natur- und Umweltschutzinstitution. Er passt als Nachwuchs sehr gut auf die Bühne, wo sich der NABU befindet. Nämlich überall dort, wo Natur stattfindet, eine Rolle spielt, vom eigenen Balkon bis zur politischen Bühne.

Übrigens: Bargeld oder Sachspenden nehmen die Studenten nicht entgegen. „Gerne nahmen wir aber, wie letzte Woche in Sulingen, kalte Getränke bei der Hitze an“, berichtet eine Studierende. „Wenn jemand dem NABU als Mitglied beitreten möchte, kann er das mit einem selbst gewählten Betrag tun“, berichten die Botschafter.

Studenten klären über Projekte auf

„Ich möchte der Umwelt meine Stimme geben“, definiert eine andere Studentin ihre Triebfeder. Sie kommt aus dem ländlichen Raum gebürtig und ihr Entschluss, sich für die unmittelbare Umwelt zu engagieren, rührt aus einem Erlebnis im eigenen Dorf. „Wir hatten viele Fischteiche, eines Tages waren alle Fische tot“. So ging es bei ihr los. Gerne klären die Studenten über aktuelle Projekte des NABU Dümmer auf, der neben Mellumrat und der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems ein Teil des Naturschutzringes Dümmer ist, dem die vielfältige Betreuung der Dümmerniederung obliegt. Das sind 7.900 Hektar mit Dümmer See, Röhricht- und Feuchtgrünländereien und intensiv genutzten Nieder- und Hochmoorregionen.

Gerade in dem Spannungsfeld intensive Landwirtschaft und Naturschutzflächen, die sich in der Region zeigen, möchten die Studierenden aufklärerisch tätig sein. Sie stellen sich gern auf anregende Diskussionen an der Haustür ein, hoffen, dass sie Vorurteile abbauen können. Durch ihr Alter und durch ihr Wissen. Bernd Averbeck ist besonders wichtig: „NABU wird ja gerne als Abkürzung von Naturschutzbund Deutschland verwendet. In den Köpfen der Menschen sollte sich aber das N für Naturschutz, das A für Artenschutz, das B für Biotopschutz und das U für Umweltschutz wiederfinden.

„Unsere Aufgabe ist global und groß und sie beginnt im Kleinen vor der Haustür.“ Wie die kommenden Gespräche mit den Studenten. Averbeck weiß wovon er spricht, er macht den Job seit mehr als 40 Jahren.

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