Musiktheater Lupe aus Osnabrück gastiert auf Einladung von KulturBunt mit „Wolle und Gack“ im Lemförder Rittersaal

„Fremd ist man nur, solange man sich nicht kennt“

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Wenn auch langsam, „Wolle“ (l.) und „Gack“ nähern sich an.

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Ich rate euch: Hört mal ganz gut zu! Denn auch im Theater kann man viel lernen, nicht nur in der Schule. Vor allen Dingen: es wird euch hier besonders Spaß machen, zu lernen.

Also spitzt die Ohren, hört gut zu und habt ganz viel Spaß“, sagte Juliane Theinert vom KulturBunt am Samstagnachmittag im Lemförder Rittersaal zur Begrüßung. Dort saßen erwartungsvoll etliche Mädchen und Jungen, aber auch viele Erwachsene, die nicht nur das liebevoll gestaltete Bühnenbild – links ein kleines Häuschen mit Garten, rechts eine Hühnerleiter, die „zu verkaufen“ ist – genossen, sondern auch: Dass der KulturBunt Lemförde in der Vorweihnachtszeit wieder traditionell zu einem Theaterstück für Kinder eingeladen hatte. In diesem Jahr hatte der Verein das Musiktheater Lupe aus Osnabrück engagiert, das das Kindertheaterstück „Wolle und Gack“ im Gepäck hatte. Mit jeder Menge Witz, Charme und schauspielerischem Talent, verbunden mit toller Mimik und Gestik, verkörperten Tine Schoch das Schaf „Wolle“ und Katrin Orth das Huhn „Gack“.

„Ich hatte ein Problem: Das Sofa passte nicht in mein Haus; ich habe nicht gut genug abgemessen. Aber im Garten sieht es auch prima aus, oder nicht?“, fragte Wolle die Kinder und Erwachsenen, die mit einem zustimmenden „Ja“ antworteten. Damit waren Jung und Alt sofort mit in die Handlung einbezogen. Sichtbar zufrieden erzählte das Schaf den Kindern, dass es leidenschaftlich gerne Gras frisst. Zwischendurch ließ es immer wieder ein tiefes „Möööh“ erklingen – und forderte flugs das Auditorium auf, im Chor mit zu „möööhen“. Links die großen Schafe, rechts die kleinen Heidschnucken – ein besonderer Hörgenuss im Rittersaal! Noch nimmt „Wolle“ an, dass es ein Schaf als Nachbarn bekommt, rockt lebensfroh zum Song „Ich bin ein Schaf“ über die Bühne und ernennt Mary Lou aus dem Publikum zur Postbeamtin, die in ihre Rolle ganz cool hineinwuchs.

Statt eines Schafs betritt aber ein exotisch aussehendes Huhn mit Schirm das Anwesen mit der Hühnerleiter. „Ein Huhn… das darf nicht sein!“, meint Wolle spontan und fragt die neue Nachbarin: „Warum sind Sie kein Schaf?“ „Gack“ überlegt… und sagt lispelnd: „Ich war schon immer so.“ Freundlich verschenkt das Huhn ein Nachbarschaftsgeschenk; eine Dose mit Wurm als Inhalt. „Igitt!“ Wolle schüttelt sich – und so beginnt ein Nachbarschaftsstreit mit Anfeindungen wie „dummes Huhn“, „blödes Schaf“. Mithilfe der Postbotin lässt „Wolle“ „Gack“ sogar eine Kündigung zustellen. „Was habe ich bloß gemacht?“, fragt sich das Huhn verzweifelt auf seiner Hühnerleiter und folgert: „Man kann sich auch ein bisschen Mühe geben, um auszukommen.“

„Wolle“ schwenkt um! Formuliert mithilfe der Kinder eine Einladung an „Gack“. Die nimmt das Huhn gerne an und geht mit einem Petersilienstrauß rüber. Beide bemühen sich, freundlich Konversation zu betreiben, nähern sich immer mehr an. Die Gegeneinladung erfolgt: Huhn und Schaf sitzen einträchtig auf der Hühnerleiter, essen Cornflakes, fachsimpeln über das Fremdsein und das „Weltenhuhn“, das die Sterne, die Erde erfand. Am Ende bekommen „Wolle“ und „Gack“ gemeinsam Post, aus der hervorgeht: Wir bekommen noch einen neuen Nachbarn: Ein Schwein! „Vielleicht ist das ja ganz nett; wir müssen es erst einmal kennenlernen!“ – Ein leichter, humorvoller Einstieg für Kinder in das Thema „fremde Kulturen“, aber auch ein Theaterstück mit Tiefgang und viel Musik. Fazit: Fremd ist man nur, solange man sich nicht kennt! Und: Frisch aus der Druckerei gibt es jetzt die zauberhafte Geschichte als superschönes Bilderbuch beim Musiktheater Lupe. Das nahmen sich etliche gleich mit nach Hause.

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